25
Jan
2016
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Spitzingsee

Bayerische Alpen – Urlaub am Spitzingsee

In meinem Artikel über Aachen kündigte ich an, dass ich meine Heimat Deutschland besser kennenlernen und Dir im besten Fall jeden Monat eine Stadt vorstellen möchte. Es geht um die versteckten Örtchen, die unterschätzt werden, so wie z. B. Magdeburg oder die Du einfach noch nicht kennst. Heute geht es weniger um eine Stadt, jedoch um das bezaubernde Örtchen Spitzingsee mit dem gleichnamigen Bergsee in den Alpen. Der 400 Seelenort befindet sich auf 1.085 Meter Höhe in Oberbayern. Obwohl Kälte, Schnee und ich uns normalerweise nicht d`accord sind und es mich grundsätzlich in warme Gefilde zieht, bin ich von der mir bis dato unbekannten Berglandschaft begeistert. Leider hatten wir ein bisschen Pech mit dem Wetter. Die ersten zwei Tage schüttete es wie aus Eimern. Am dritten Tag zeigte sich uns dann endlich eine wunderschöne Winterlandschaft. Zwar litten die gemachten Panoramabilder darunter, dass hielt uns jedoch nicht von unseren Aktivitäten ab.

Für viele Münchner ist der Spitzingsee ein Naherholungsziel und zieht aus dem restlichen Deutschland Wintersportliebhaber und Wanderbegeisterte gleichermaßen an. Im Winter kannst Du auf den umliegenden Bergen und Pisten Skifahren, Snowboarden oder Rodeln. Im Sommer laden wundervolle Panoramawege zum Wandern, Radeln oder Biken ein.

Spaziergang um den Spitzingsee

Die Wanderung um den Spitzingsee ist der ideale Start um die Gegend zu erkunden und die Winterlandschaft zu genießen. Wir kommen nachmittags an und laufen binnen 50 Minuten einmal um den See. Immer wieder halten wir an, um das fabelhafte Bergpanorama aufzunehmen. Wir atmen tief ein und aus. Die Luft ist herrlich! Endlich wieder durchatmen. So sehr ich die Großstadt liebe, brauche ich wiederum meine Auszeiten in der Natur. An uns ziehen romantische Pferdeschlitten vorbei. Wunderschön!

Spitzingsee

Arabella Alpenhotel am Spitzingsee Rundgang

Araballa Alpenhotel am Spitzingsee Pferdekutsche

Wellness im Arabella Alpenhotel

Ein krönender Abschluss des Tages ist, sich im AlpenSPA zu erholen und die willkommene Wärme der Sauna zu genießen. An der Panoramafensterfront reihen sich Erholungsliegen, die Dir einen wundervollen Ausblick auf Berge und See gewähren. Über die Terrassentür erhältst Du nach dem Saunagang die nötige Abkühlung. Ich laufe barfuß durch den Schnee um mich anschließend drinnen auf einer der warmen Infrarotliegen nieder zu lassen. Später gehe ich in das 32°C solehaltige Thermalbecken, genieße den Whirlpool und lese ein wenig, bevor mich der appetitliche Hochgenuss im Restaurant erwartet.

Arabella Alpenhotel am Spitzingsee Pool

Arabella Alpenhotel am Spitzingsee Sauna

Whisky Tasting in der Slyrs Destillerie

Der Spitzingsee gehört zur Gemeinde Schliersee in Bayern. Mit Bayern setzte ich bisher kulinarische Produkte wie Weißwurst und Bier gleich. Doch hättest Du gedacht, dass hier in Oberbayern ein hochwertiger Whisky gebrannt wird, der 2014 sogar die Goldmedaille bei den World Whiskies Awards gewann? Verrückte Welt oder? In Schottland, Land des Whiskeys, probierten wir schon in Edinburgh verschiedene Sorten, daher waren wir sehr gespannt, was uns hier erwartet.

Die Berge, die frische Luft und die Seen in Schottland erinnerten den Gründer der Slyrs Destillerie, Florian Stetter, damals an seine oberbayerische Heimat Schliersee. Probieren geht bekanntlich über Studieren. So kam es auch zu dem Namen Slyrs.

Das Grundrezept für die Herstellung eines Whiskys ist im Prinzip einfach. Man braucht Gerste, Hefe und Quellwasser. Die Gerste wird zunächst eingeweicht, gekeimt und schonend getrocknet. Das gewonnene Malz wird in der Brennerei geschrotet und mit Wasser zu einer Maische vermischt. Die Maische wird auf 62°C und 72°C aufgeheizt und somit zu Malzzucker umgewandelt. Nach dem Abkühlen wird die Malz-Würze mit Hefe vergoren. Übrig bleibt dann der Feststoff, der Treber, der als Viehfutter verwendet wird.

Die Maische selbst vergort mit der Hefe sieben Tage lang, bevor sie destilliert wird. In den Kupferkesseln wird ein erster Rohbrand hergestellt. Das Verfahren wiederholt sich ein zweites Mal. Es wird lediglich das Herzstück des Brandes, der Mittellauf, verwendet.

Das frische Destillat wird dann in Eichenfässer gefüllt und muss mind. drei Jahre lagern –  je nach Whiskey-Sorte auch 12 Jahre. Per Hand wird der Whiskey dann abgefüllt und ist genussfertig.

So, genug der Theorie, denn jetzt folgt der praktische Test. Whiskey Tasting um 12 Uhr mittags! Kann man mal machen, oder? Resümee meiner Reisebegleitung, der bekennender Whisky-Fan ist und sich gefühlt durch das gesamte Sortiment Schottlands schon probiert hat: „Der beste Whisky, den ich je getrunken habe!“.

Spitzingsee Slyrs Destillerie

Spitzingsee Slyrs Destillerie

Spitzingsee Slyrs Destillerie

Spitzingsee Slyrs Destillerie

Erlebnis & Genuss in der Naturkäserei TegernseerLand

In unserem Hotel haben wir abends eine köstliche Käseplatte gegessen, die ausschließlich aus Käse der Naturkäserei TegernseerLand bestand. Für uns steht fest: Wir müssen der Käserei einen Besuch abstatten. Eine halbe Auto-Stunde entfernt liegt der Käsespezialist am Tegernsee.

Ist doch alles Käse hier! Richtig und hier wollen wir nicht nur erfahren wie der schmackhafte Käse hergestellt wird, sondern auch einmal richtig frische Milch trinken. Hast Du jemals frische Naturmilch vom Bauern getrunken? Wie der eine oder andere vielleicht weiß, verzichte ich weitestgehend auf Milchprodukte, weil es bei mir Allergien auslöst. Auch mag ich den nachhaltigen sauren Geschmack nicht. Das Besondere hier ist, dass die Bauern der Naturkäserei TegernseerLand ihre Kühe ausschließlich mit Gras und Heu füttern und das spiegelt sich geschmacklich in der Milch wieder. Der tagesfrischen Heumilch wird nur Natur-Lab, Kulturen (z. B. Milchsäurebakterien), Meersalz und je nach Sorte Kräuter und Gewürze hinzugegeben. Fertig ist der hochwertige Rohmilch-Käse.

In unserer 60-minütigen Rundführung erfahren wir mehr über die Käseproduktion. Wir schauen über ein Schaufenster den Kasern bei ihrer Arbeit zu und erhalten Einblick in die Herstellung. Im Untergeschoss lagern die Käsevorräte in den Reifekellern. Die hochmoderne technische Einrichtung und das handwerkliche Geschick der Mitarbeiter zeigt wie aufwendig die Herstellung von hochwertigen und natürlichen Lebensmitteln ist. Ich bin total fasziniert und beeindruckt!

Die verschiedenen Käsesorten wie der Bergkäse, Schnittkäse oder Camembert kennen wir bereits aus unserem Hotel. Jetzt möchten wir den hausgemachten Joghurt, Käsekuchen und natürlich die frische Heumilch probieren. Wahnsinn! Zum ersten Mal esse ich richtig frische Milchprodukte. Für mich steht fest, sollte ich zukünftig doch mal Jieper auf Milch und Co. haben, dann nur noch frisch beim regionalen Bauern. Ich habe selbst bei den abgepackten Bio-Produkten im Supermarkt meine Zweifel, denn geschmacklich kommen die nicht annähernd an das ran, was ich heute probieren durfte.

Naturkäserei TegernseerLand

Naturkäserei TegernseerLand

© Naturkäserei TegernseerLand

Naturkäserei TegernseerLand

© Naturkäserei TegernseerLand

Naturkäserei TegernseerLand

Spitzingsee Käserei TegernseerLand

Spitzingsee Käserei TegernseerLand

Wanderung auf den Stümpfling

Nach zwei Tagen Dauerregen schneit es endlich und wir begeben uns auf eine größere Wanderroute den Berg hinauf. Ausgesucht haben wir uns den 1.506 Meter hohen Stümpfling. Die Wanderung vom Spitzingsee bis zum Gipfel ist eine leichte bis mittelschwere Wanderung. Ziel ist die urige Jagdhütte an der Spitze des Berges. Doch soweit soll es nicht kommen. Es schneit und schneit. Das hält uns trotzdem nicht von unserer Wanderung ab. Die Aussicht auf das Tal und die Skipiste sind atemberaubend. Immer wieder zeigen sich frische Tierspuren im Schnee. Ständig schauen wir um uns herum in der Hoffnung ein Tier zu sichten, aber weit und breit ist nicht zu erkennen.

Je höher wir laufen, desto unberechenbarer wird das Wetter. Es weht ein enormer Wind und die Sicht verschlechtert sich. Es zieht ein Sturm auf. Wir haben gerade einmal die Hälfte des Berges erklommen. Doch es nützt nichts. Meine Kamera mag ich nicht mehr auspacken. Stattdessen muss das Handy für die restlichen Bilder herhalten, bevor wir uns auf den Rückweg begeben. Doch oh Schreck….mein Handy, meine „Existenz“ ist weg… . Es muss rausgefallen sein, als ich einmal ausrutschte und hinfiel. Mittlerweile liegt so viel Neuschnee, sodass wir noch nicht mal mehr unsere Fußspuren erkennen. Sollte das Handy hier irgendwo sein, wäre es bei dem Schnee ein sechser im Lotto es zu finden. Hierzu gibt es aber einen gesonderten Artikel zu dem Thema Reisepannen.

Losgelöst von dem Schreckensmoment geht ein wunderschöner Urlaub vorbei. Bei unserer Rückreise kehren wir noch einmal beim Naturkäse TegernseerLand ein, um uns für die Fahrt mit Käsekuchen und Milch einzudecken.

Spitzingsee Stümpfling

Spitzingsee Stümpfling

Spitzingsee Stümpfling

Ich bedanke mich herzlich bei dem Arabella Alpenhotel am Spitzingsee für die Einladung zum Spitzingsee. Meine Meinung bleibt natürlich meine Eigene.

 

 

Janine

Ich bin Janine und schreibe auf Bereise die Welt wie Vollzeitarbeitende, Weltentdecker und angehende analoge Reisenomaden, die Lust am Reisen ausleben können. Seit 13 Jahren reise ich, vier davon war ich als analoger Nomade durchgehend unterwegs. Ich sage immer, wer einmal Blut geleckt hat, ist für immer infiziert :).

3 Responses

  1. Pingback : Sonntags-Sammelsurium 31.01.2016 | berghungrig

  2. Steffi

    Hey Janine,

    danke für den tollen Bericht!
    Wir sind in einer Woche im Arabella Hotel am Spitzingsee und ich freu mich schon mega drauf! Vielleicht haben wir ja auch noch so ein tolles Schneewetter und können die Wanderung mit Hund machen (aber hoffentlich ohne Pannen ;-))

    Ganz liebe Grüße aus dem schönen Bayern,

    1. Reisenomadin

      Hallo liebe Steffi,

      dann wünsche ich euch ganz viel Spaß, denn mir hat es dort super gefallen :)!

      Liebe Grüße,
      Janine

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