19
Mrz
2017
Kinderwunsch

Bist Du schwanger? Nein? Wann ist es denn endlich soweit?

Diese und weitere Fragen konfrontieren mich in den letzten Wochen und Monaten. Das soziale Umfeld führt schon ernste Gespräche mit mir. Es scheint, als ob sich jeder wünscht, dass ich schwanger werde. „Es würde euch so gut stehen.“, „Ihr wäret tolle Eltern.“, „Es passt zu euch.“, „Wir wünschen uns von euch Nachwuchs. Das wäre so schön“ usw. Es würde uns stehen? Meine Reise nach Island stand mir auch, ebenso wie meine Handtasche von Michael Kors (Vorsicht Ironie!). Ich liebe Katzen. Die machen sich übrigens prima als Schmusekater bei mir.

Ich bin schon ein wenig überrascht wie auch fremde Leute mich völlig ungeniert fragen. Mein ganzes Verhalten wird neuerdings analysiert. Auf meinen Bauch wird ständig geguckt. „Ich meine einen Bauchansatz zu sehen. Sind Sie schwanger Frau Annen?“ Nein, habe gerade gegessen. Ist mir mal nicht nach Alkohol oder Kaffee, wird direkt gefragt „Bist du schwanger?“ Verneine ich, folgt als nächstes „Wann ist es denn bei euch soweit?“. Ich fühle mich in Bedrängnis mich permanent rechtfertigen zu müssen.

Ein weiteres Beispiel: Mit Kollegen war ich auf dem Weihnachtsmarkt. Relativ am Anfang wurde ich von einem Kollegen vor versammelter Mannschaft gefragt, der mir alles andere als vertraut ist, „Ob ich schwanger bin und wann ich doch mal loslegen möchte.“ Ernsthaft jetzt? Mit welchen Recht darf er oder sonst jemand mich so etwas fragen? Bei Freunden und Familie ist es ein Ding. Bei fremden Menschen oder die ich nicht sonderlich gut kenne, verbitte ich mir das. Ich bin ein wenig entsetzt. Die Frage ist intim. Ich frage doch auch nicht, ob jemand heute schon masturbiert oder Stuhlgang hatte. Ja, so persönlich und unverschämt finde ich diese Frage.

Ein paar Eckdaten zu meiner Person

Ich bin 34 Jahre alt, verheiratet, habe den unerwarteten Traumjob und eine feste Homebase mit sozialem Umfeld. Es ist perfekt! Ich bin glücklich und erfüllt. Ein Zustand, der viele Jahre nicht so war. Noch nie war mein Leben so strukturiert und ich sesshaft. Ich, die rastlose Nomadin! Ich bin ruhiger und ausgeglichener geworden. Der Lebensstil tut mir gut, auch wenn ich mir wünsche mehr unterwegs zu sein. Nur alles geht halt nicht. Die perfekte Lebensform gibt es nicht. Abstriche gehören dazu. Es hängt immer davon ab, wo die aktuellen Prioritäten gerade liegen. Und so wie es ist, ist es im Moment genau richtig für mich. Die ideale Voraussetzung für die weitere Lebensplanung. Und plötzlich zieht sich alles in mir zusammen. Mir wird schlecht, ich kriege Magenschmerzen. Ich habe das Gefühl nicht atmen zu können, kriege Panik. Es ist ein Thema, das mich seit Wochen beschäftigt: der Kinderwunsch.

Mein ursprünglicher Lebensplan

Mit 16 Jahren hatte ich einen klaren Lebensplan. Es lag auf der Hand. Mit Mitte 20 bin ich sicherlich verheiratet, beruflich angekommen und das erste Kind unterwegs. Wir haben ein Haus und vielleicht auch Haustiere. Diese Vorstellung habe ich romantisiert. Es kam alles anders.

In der wohl mit schönsten Zeitspanne im Leben eines Menschen, die süßen Zwanziger, war ich zehn Jahre Single. Ungewöhnlich, ich weiß. Es war nicht von mir forciert, aber die Liebe war stets einseitig. Entweder war ich verliebt oder nur mein Gegenüber. Es sollte nicht so sein.

Mit Anfang 20 ungebunden und jung, war es für mich die perfekte Zeit zu reisen. Lieber jetzt, als wenn es irgendwann zu spät ist. Ich packte den Entschluss mich von dem “Täglich-grüßt-das-Murmeltier”-Alltag zu verabschieden und war knapp vier Jahre als Reisenomade unterwegs. Die Erfahrung war unvergesslich und einmalig! Dauerhaft war es jedoch keine Erfüllung für mich. Ich fühlte mich verloren, einsam und Existenzängste überkamen mich. Ich sehnte mich irgendwann nach mehr Beständigkeit, einem Zuhause, nach einer Beziehung und vor allem nach einem festen sozialem Umfeld.

Es sollte noch einige Jahre dauern, bis ich den richtigen Partner fand. Meine Mutter sagte immer, mit dem richtigen Partner kommt der Wunsch nach einem Kind von ganz alleine. Doch was ist, wenn das nicht passiert?

Habe ich einfach nur Angst?

Das wichtigste für mich im Leben ist Freiheit! Ich bin sehr freiheitsliebend und brauche meinen Rückzug. Wäre das in meiner Beziehung nicht gegeben, hätte ich nicht geheiratet. Liebe bedeutet auch Freiheit. Diese Freiheit ist mir in allen zwischenmenschlichen Beziehungen wichtig, egal ob beruflich oder privat. Ich möchte ein selbstbestimmtes Leben führen. Ich will mich nicht verbiegen. Ich will nichts aufgeben, schon gar nicht das Reisen. Das Reisen ist mein Hobby, meine Leidenschaft und Laster zugleich. Mein Drang nach Freiheit, Abenteuer und Reisen ist unstillbar. Ich bin süchtig und könnte ständig unterwegs sein. Es gibt so viele Dinge auf meiner Bucket List, die ich unbedingt erleben möchte. Wenn ich reise, geht es mir gut. Ich fühle mich halt frei und es beflügelt mich.

Stimmt vielleicht etwas nicht mit mir?

Ich dachte immer, es ist von der Natur gegeben, dass sich mütterliche Gefühle im Alter irgendwann einstellen. Obwohl ich früher die Baby- und Kindermassage ausübte, ich gut mit Kindern kann und sie mag, kam bei mir nicht einmal das Gefühl hoch: „Das will ich auch haben.“

Ich wollte es genauer wissen und habe mich im Bekanntenkreis umgehört. Warum haben sie Kinder bekommen? Wünschten sie sich manchmal ein anderes Leben? Die Meinungen gehen hier auseinander. Es gibt Menschen, die schon immer diesen sehnlichsten Wunsch verspürten. Einige Antworten überraschten mich jedoch:

„Wir alle kriegen irgendwann unsere „Pflichtkinder“. Es gehört zum Leben dazu, unabhängig davon, ob es in dem Moment passt, die Angst hat, zu viel aufgeben zu müssen, zu viel zu verpassen oder was auch immer.“

Bei der Frage, ob das Leben ohne Kinder schlechter sei, ist mir eine Antwort besonders hängen geblieben:

„Hhmmm…kein schlechtes. Eher ein selbstbestimmtes, freies, verantwortungsloses und spontanes Leben mit vielen Fernreisen außerhalb der Schulferien 😉. Aber jetzt haben wir nun mal den Salat. Dafür aber viel zu lachen (Galgenhumor von Nöten!), tägliches Flexibilitätstraining (kann im Alter nicht schaden!) und viele kleine besondere, rührende, einzigartige Momente, die man mit Geld und Urlaubstagen nicht kaufen kann. Alles in allem gibt es eigentlich keine sachlichen Pro-Argumente. Nur emotionale…“

Es ist auf dem Punkt gebracht und klingt realistisch für mich.

Die verflixte biologische Uhr

Seit Jahren schiebe ich den Kinderwunsch von Jahr zu Jahr auf. Im Geiste fühle ich mich noch wie Mitte 20. Habe ja noch Zeit. Die Jahreszahl in meinem Personalausweis sagt leider etwas anderes. Ich bin lebenshungrig und genieße es in vollen Zügen. Ich habe einen Job der mich erfüllt, der viele Freiheiten und Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Ich bin glücklich wie es gerade ist. Also warum sollte ich etwas ändern? Meinem Partner geht es übrigens genauso. Ich habe ja immer gehofft, dass er mir die Entscheidung irgendwann abnimmt, doch wir empfinden gleich.

Es kommt noch etwas hinzu, das meine Entscheidung beeinflusst 

Mein jetziges Glück ist auch kompensiert mit langjährigen Ängsten und Zerrissenheit: mein Leben aufgeben zu müssen, im Job ersetzt oder gar abgesägt zu werden, den Spagat nicht hinzubekommen, die Kindererziehung komplett an mir hängen bleibt, keine Unterstützung zu erfahren, doch irgendwann alleinerziehend zu sein (schließlich weiß man nie was im Leben kommt!). Meine Ängste berufen auf Erfahrung – das weiß ich. Dazu kommt noch, dass ich schon jetzt täglich der Zeit hinterher renne. In dem Artikel „Blogger, Freelancer und Festanstellung – Mein täglicher Flexibilitätsspagat“ deute ich es an. Des Weiteren kommen noch private Verpflichtungen und Bedürfnisse: Ehemann, Familie, Freunde usw. Die Frage ist, warum sollte ich mir eine zusätzliche soziale Verantwortung und Verpflichtung aufladen? Würde ich das Gefühl haben, ein Kind würde mich erfüllen, doch das habe ich gerade nicht. Auf der anderen Seite habe ich Angst, es irgendwann bereuen zu können. Dass ich mit Mitte 40 aufwache, in einer Midlife-Crisis stecke und das Gefühl habe, etwas verpasst zu haben. Viele sagen, Kinder sind der Sinn des Lebens.

Mit dem Alter wird es auch nicht leichter. Laut Statistik liegt die Wahrscheinlichkeit in einem Zyklus schwanger zu werden nur noch bei 10 % in meinem Alter. Das Risiko an Fehlgeburten und die Gefahr an Down-Syndrom steigen. Was also machen? Doch Pflichtkind kriegen?

Kind ja oder nein?

Im Moment definitiv nein. Der Kinderwunsch ist nicht komplett ausgeschlossen, doch möchte ich mich nicht weiterhin unter Druck setzen. Entweder verspüre ich irgendwann den Wunsch oder halt nicht. Und wenn die biologische Uhr ausgetickt hat? Für mich wäre Adoption auch ein Thema. Wie viele Kinder wünschen sich ein Zuhause? Ich muss jedoch gestehen, dass ich in diesem Beitrag lediglich meine Gedanken niederschreibe. Manchmal gibt mir das Schreiben Klarheit, indem ich meine Gedanken strukturiere. Es ist ein Thema, das mich beschäftigt, mich stresst und auch unter Druck setzt. Vielleicht bringen Eure Kommentare mehr Licht ins Dunkle?

Wie stehst Du zu diesem Thema? Hast Du die gleichen Gedankengänge? War oder ist der Kinderwunsch vorhanden? Wenn Du Kinder hast, wie kriegst Du den Spagat im Alltag hin?

 

 

27 Responses

  1. Hallo Janine,

    ich kann deine Gedanken so gut nachvollziehen… Auch als Mann. Sehr beeindruckend, dass du deinen Gedanken so freien Lauf lässt. Respekt dafür!
    Ich bin 34, und seit diesem Jahr geschieden. Krass, was das Leben so mit einem anstellt. Inzwischen bin ich wieder glücklich vergeben und mein Kinderwunsch war immer präsent. Auch als 34jähriger Mann macht man sich Gedanken über die Kinderplanung, Adoption und und und… Ängste und vieles mehr spielen da natürlich auch eine Rolle. Vielleicht sollte man sich davon nicht so sehr treiben lassen und einfach mal machen. Planung hin oder her… Würdest du gerne ein geplantes Kind sein, dass nur da ist, weil es gerade in dir Lebensumstände deiner Mama passte? Vielen Dank jedenfalls für deine Offenheit!

    Liebe Grüße

    Dennis

    1. Janine

      Hallo Dennis,

      ich bin froh, dass du als Mann auch hier einen Kommentar hinterlässt :). Ich denke, beide Geschlechter unterscheiden sich nicht oder nur kaum, was die Sorgen, Ängste und Gedanken anbelangt.

      Wie schön, dass du dein Glück gefunden hast :). Ich wünsche dir alles Gute!

      Viele Grüße,
      Janine

  2. „Pflichtkinder“? „Jetzt haben wir den Salat“? Himmel, mit was für Menschen umgibt Du Dich??? Bin ich froh , dass mein Umfeld so gut wie nie auf meine (seit ich 20 bin) bewusst ungewollte Kinderlosigkeit so gut wie gar nicht reagiert. Die Frage, wann man denn endlich schwanger wird, finde ich so etwas von unverschämt! Was wäre denn, wenn Du gern Kinder haben würdest, es aber biologisch nicht möglich wäre? Dann wäre jede dieser Fragen ein Schlag ins Gesicht! Leg Dir mal dringend einen passenden Satz für solche Situationen zurecht, mit dem Du solche Leute mundtot machen kannst. Alles Liebe, Sabine

    1. Janine

      Liebe Sabine,

      vielen Dank für deine aufbauenden Worte. Leider ist diese Frage nach den Kindern, die Frage, die man oftmals ab einen gewissen Alter gestellt bekommt. In meinem Bekanntenkreis finde ich es jedoch gut, dass man seine Gedanken ehrlich äußern darf, ohne das der andere denjenigen an den Pranger stellt ;).

      Alles Liebe,
      Janine

      1. Da hilft dann vielleicht nur Geduld – mich fragt heute mit Ende 40 niemand mehr nach meinem Kinderwunsch 😉 Aber wie gesagt, auch in dem „gewissen Alter“ wurde ich eigentlich nie groß danach gefragt. Vielleicht habe ich einfach nur Glück gehabt mit meinem Umfeld.

  3. Liebe Janine,

    danke fürs veröffentlichen deiner Gedanken. Ich finde so Texte so wichtig, weil sie eine Generation beschäftigen. Manche haben Glück und sich für eine Seite in dem Alter längst entschieden. Andere haben dieses Glück nicht. Sie zählen, so wie ich auch, zu den statistischen Spätentscheidern, die zwar nicht ausschließen, sich aber auch nicht dafür entscheiden.

    Ich finde es so wichtig zu Wissen, dass man mit so Gedanken nicht allein ist. Das es beides gibt.

    Die Entscheidung muss am Ende jeder selbst fällen, aber darüber nachdenken ist so viel leichter, wenn man die Gedanken von anderen dazu ebenfalls kennt.

    Alles Liebe
    Tanja

    1. Janine

      Liebe Tanja,

      ich finde es auch wichtig, sich gedanklich auszutauschen. Besonders bei diesem Artikel stelle ich fest, dass ich mit meinen Gedanken und Gefühlen nicht alleine bin. Dass es viele, besonders unsere Generation, beschäftigt. Das tut sehr gut, muss ich sagen.

      Alles Liebe,
      Janine

  4. Krispian

    Hallo Janine,

    eine Frage, triffst Du alle Deine Entscheidungen mit dem Kopf? Vielleicht ist es ja eine Berufskrankheit, wer schreibt muss denken und wägt immer viele Positionen und Ansichten ab. Aber das Leben ist kein Essay. Man kann Entscheidungen mit dem Bauch treffen, mit dem Herz, aus der Intuition heraus oder eben mit dem Kopf. Wenn Du aber bei jedem Problem das Gefühl und die Idee hast einen Artikel daraus zu machen, dann passiert halt leicht, dass du die Orientierung verlierst weil es immer für jede Position Argumente gibt. Du willst Dich nicht rechtfertigen? Tust Du aber in diesem Beitrag. Und ich bin sicher, wenn Du keine Kinder bekommst und Mitte 40 Dich fragst, ob das richtig war (was zweifellos passieren wird), dann wird es Dir sicher nicht schwer fallen zahlreiche Argumente zu finden, warum das die richtige Entscheidung war. Und Du wirst damit leben können. Genau so wirst Du damit leben können, wenn Du Kinder bekommst. Ganz sicher!
    Die Frage ist doch, will man sein Leben planen, will man, dass der Verstand, das Ego den Lebensweg entwirft? Oder willst man offen sein und das Leben passieren lassen? Du hast doch auch Erfahrungen gemacht was gut funktioniert und wo man sich etwas vormacht. Vielleicht wünscht sich Deine Seele etwas ganz anderes als Dein Ego? Und vielleicht braucht man die Entscheidung dann auch gar nicht mehr zu treffen, ob Kind oder nicht. Es ergibt sich ohnehin.
    Alles Gute!

    1. Janine

      Hallo Krispian oder Kaschmir,

      eins muss ich vorab revidieren. Wer schreibt, der fühlt. Alle Texte auf diesem Blog spielen mein persönliches Gedankengut und meine Gefühle wider. Hier geht es nicht ums Rechtfertigen, sondern seine Gedanken freien Lauf zu lassen und das tue ich hier sehr offen. Die bisher eingetroffenen Resonanzen der Leser zeigen, dass ich mit meinem Gedankengut nicht alleine bin. Auf viele wirkt es beruhigend und erleichternd zugleich, dass sie wissen, nicht alleine mit ihren Gedanken zu sein. Und darum geht es hier.

      Fast alle meine Entscheidungen traf ich aus dem Bauch heraus. Ob sie immer gut und richtig waren, sei dahin gestellt. Aber wie sagte ich immer „hätte, hätte Fahrradkette“. In dem Moment fühlte es sich richtig an. Es gibt immer zig Argumente, die für oder gegen etwas sprechen. Völlig normal. Daher habe ich mich jetzt auch erst einmal gegen den Kinderwunsch ausgesprochen. Es ist jedoch keine Entscheidung, die in Stein gemeißelt ist. Es ist, wie du sagst, ein Gefühl.

      Viele Grüße,
      Janine

  5. Hallo Janine,
    Du schreibst mir aus dem Herzen. Ich bin 37 und mich nerven alle! Einschließlich Kollegen die komische Bemerkungen machen (was echt gar nicht geht!). Das auf den Bauch gucken kenne ich gut. Ich hatte viel Stress in den vergangenen Monaten, hab ein bissl zugelegt…und wie das so ist, geht das Fett bei mir zuerst Richtung Bauch. Mich nervt es total, dass gerade im Job ich immer diese Blicke ernte. Das stört mich wirklich sehr.
    Die richtige Zeit kommt dann wenn Du meinst, dass sie da ist! Ganz einfach. Ich mache mir auch keinen Stress. Und wenns in den nächsten zwei Jahren nicht klappt, würde ich auch adoptieren. Ich lasse mich aber auch nicht von Zahlen und Statistiken beeinflussen. Heute bekommen so viele Frauen ihre Kinder erst später und nicht schon mit 20.
    Mach Dir bloss keinen Stress. Ich hab mich mit Mitte 30 auch noch gar nicht innerlich bereit gefühlt für ein Kind. Mittlerweile ist das anders geworden.
    Hör auf Deine innere Stimme, das ist alles was zählt!
    Lg Miriam

  6. Tina

    Vielen Dank für deinen Artikel!!!!
    Es ist wirklich unglaublich, dass das Umfeld zu wissen scheint, dass du doch jetzt langsam mal Kinder kriegen müsstest. Unsere Welt ist noch nicht bereit für diese Art von Denken und der Suche nach Möglichkeiten, Freiheit, Flexibilität und Selbstverwirklichung mit Kind (ern) zu vereinen. Alles Gute für dich!!

    1. Janine

      Liebe Tina,

      das Klischee heiraten und Kinder kriegen, scheint in den Köpfen vieler noch verankert zu sein, ohne das eine Böswilligkeit dahinter steckt. Es wäre jedoch wie du schreibst, wünschenswert, wenn sich Freiheit, Flexibilität und Selbstverwirklichung mit Kind besser vereinen ließe :).

      Viele Grüße,
      Janine

  7. Liebe Janine

    Mutig von Dir, dass Du diese Fragen so öffentlich präsentierst! Ich finde es aber auch wichtig, dass Du Dir all diese Gedanken machst. Letztlich geht es aber nur Dich und Deinen Partner etwas an, wofür Ihr Euch entscheidet…. Hier nur meine 5cent dazu:

    – Kürzlich meinte mein Mitarbeiter, Vater eines 1jährigen Buben, das hätte ihm niemand gesagt, wie es sein wird, wenn sein Kleiner mal krank ist… Ich habe nichts darauf geantwortet, aber für mich gedacht, dass er das hätte wissen können. – Wenn Du Kinder hast, wirst Du die nächsten mindestens 10+ Jahre Deine Bedürfnisse hinten anstellen müssen. Selbstbestimmtes Leben? Vergiss es. Da ist ein Menschlein, das Deine Aufmerksamkeit braucht und Du die Verantwortung trägst, darum kommst Du nicht herum, das schuldest Du Deinem Kind.

    – Pflichtkinder? Wer kommt denn auf so eine doofe Idee. Die armen Kinder UND Eltern!

    – Ich bin 20 Jahre älter als Du, die biologische Uhr ist also abgelaufen. Ich habe keine Kinder, wollte nie welche. Mein einziges Problem wäre gewesen, wenn mein Partner eine Familie hätte gründen wollen. Das wollte er nicht (Es reichte, wenn wir seine zwei Neffen mal einen Nachmittag bei uns zu Besuch hatten… ). Bisher habe ich es nie bereut. Man kann mir vorwerfen, dass dies egoistisch ist, es ist aber mein Leben.

    – Wenn ich so auf meine letzten 20 Jahre zurückblicke, kann ich Dir versichern, man kann auch ohne Kinder ein erfülltes Leben haben.

    – Übrigens: Der Druck von aussen, Kinder zu haben, wurde merklich schwächer als meine Schwestern und die Brüder meines Partners Eltern wurden… Wir sind leidenschaftlich gerne Tante und Onkel

    – Den „fremden“ Frager würde ich wohl mit der Gegenfrage eindecken, wann er denn Baby sitten wird…

    Je länger ich über Deinen Blogeintrag nachdenke, komme ich um eine einfache Frage nicht herum: Bist Du bereit, Dein heutiges Leben gegen ein Leben, das von einem Baby geprägt ist, einzutauschen?

    Liebe Grüsse

    Franziska

    1. Janine

      Liebe Franziska,

      Danke für deinen offenen und ausführlichen Worte :)!

      Kinderlose egoistisch zu betiteln, finde ich deplatziert. Es ist wie du sagst, dein Leben. Die Einstellung, Frau muss Kinder kriegen und hüten und den Haushalt schmeißen ist überholt. Jeder muss das für sich selbst entscheiden und damit glücklich sein.

      Deine letzte Frage, ist eine gute Frage und habe ich quasi im letzten Absatz des Artikels beantwortet :). Es ist jedoch keine Entscheidung für die Ewigkeit. Letztes Jahr bestand die Gefahr bei mir unfruchtbar zu werden. Das war gleichermaßen schlimm. Im Moment fühlt es sich jedoch richtig an, keine zu kriegen :).

      Liebe Grüße,
      Janine

  8. Liebe GrüßeErika

    Hallo Janine,

    ein echt toller Artikel.
    Ja was soll ich sagen, Reisen oder Familie?

    Ich (Jahrgang 80) bin auch lange Zeit viel rumgereist und habe das Leben in vollen Zügen genossen.

    Aber nun (mit 36) bin ich schwanger geworden und weiss es seit gut drei Monaten. Jedoch was es bei mir nun geplant und mein Partner wollte mittlerweile (er ist 43) auch Vater werden.
    Wir haben dies auf unserer letzten großen (vier Monate langen Weltreise) beschlossen die im August letztes Jahr zu Ende ging.
    Es ist aber gar nicht so einfach schwanger zu werden als „Spätgebärende“. Immer um den Eisprung herum habe ich mit meinem Partner viel Sex gehabt. Im Internet habe ich mir meine fruchtbaren Tage für die nächsten Monate ausgerechnet (http://www.geburtstermin-berechnen.net/fruchtbarkeitsrechner-eisprungrechner-ovulationsrechner ) und erst im vierten Anlauf hat es dann endlich geklappt.
    Wenn alles gut geht, werde ich Ende Augst/Anfang September stolze Mutti sein. Der Babybauch kommt auch so ganz langsam.

    Dann beginnt eine ganz neue große lebenslange Reise 😉

    1. Janine

      Liebe Erika,

      vierter Anlauf ist nicht lang, ganz im Gegenteil :). Schön, dass es bei euch geklappt hat! Genieße die Schwangerschaft und das Kinderglück.

      Alles Gute für euch und liebe Grüße,
      Janine

  9. Man kann nicht alles planen.. vieleicht soll man es auch nicht. Wenn man bereit ist, alles aufzugeben, um ein neues Universum zu entdecken oder die Liebe des Lebens zu erfahren, dann kann man sich auch über ein Kind freuen: Mühen und Strapazen sind nicht ausgeschlossen! Wer Abenteuerlust verspürt, hab davor keine Angst. Mein Tip: einfach nicht die Kinder planen, nicht daran denken. Sie kommen oder kommen nicht( schon in jeder 3.Beziehung) Die Partnerschaft kann so nur tiefer werden, wenn man keine Angst vorm Kinderkriegen hat. Auch die Sexualität wird schöner!

  10. Andrea

    Hallo Janine,

    lass Dich von anderen nicht beirren oder unter Druck setzen. Und zeig anderen die Grenzen bei derart indiskreten Fragen. Das hat bei mir auch ziemlich schnell gewirkt.

    Bei mir hat sich der Gedanke an Kinder auch erst eingestellt, als ich schon deutlich die 30 überschritten hatte. Dann hat es leider am passenden Partner gefehlt.
    Mein Motto war: Kind ja, aber nicht um jeden Preis. Ich wollte ein Kind nur mit jemandem, mit den auch die Partnerschaft eine dauerhafte Perspektive hat. Mich hat trotz wirtschaftlicher Unabhängigkeit genauso der Gedanke an ein Leben als Alleinerziehende und der damit verbundenen alleinigen Verantwortung abgeschreckt.
    Jetzt bin ich 41 und schwanger, mit dem richtigen Mann an meiner Seite. Es ging unerwartet problemlos. Wir haben allerdings auch nicht planmäßig dran „gearbeitet“, sondern es einfach auf uns zukommen lassen.
    Ich glaube, wenn der richtige Moment da ist, über Familienplanung nachzudenken, wirst Du es merken. Und wenn das erst mit 40 ist oder der Kinderwunsch gar nicht mehr aufkommt, dann ist es halt so. Es ist egal, was andere denken und sagen. Es ist Euer Leben, welches Ihr nach Euren eigenen Vorstellungen gestalten solltet.
    Aber eines scheint zu stimmen. Kinder stellen das Denken und Handeln selbst derjenigen auf den Kopf, die nicht ihr Leben lang den intensiven Wunsch nach einem Kind hatten. Ich habe in meinem engeren Freundeskreis solche Beispiele. Deswegen bin ich gespannt und natürlich auch ein bisschen ängstlich, wie sich das Baby auf mich, mein Leben und natürlich auch meine Beziehung auswirkt.
    Aber auch sowas gehört vermutlich dazu.
    Hör einfach auf Dein Bauchgefühl und sprich weiterhin offen mit Deinem Mann. Alles andere wird sich finden.

    1. Janine

      Liebe Andrea,

      meinen herzlichsten Glückwunsch zu der Schwangerschaft :)!

      Ich denke auch, es wird sich alles finden und es kommt wie es kommt :). Danke für deine Worte!

      Alles Liebe,
      Janine

  11. Sehr spannend zu lesen. Weißt Du wie ich hier her gekommen bin? Du hast im Text das Wort Down Syndrom fallen lassen und schon meldet sich mein Suchprogramm bei mir das täglich Artikel durchsucht, witzig 😀
    Also ich bin auch immer gereist, so viel wie ging, jedoch war der Kinderwunsch schon da, klar, aber wäre ja ungünstig schwanger zu sein wen man in 6 Monaten den nächsten Tauchurlaub schon gebucht hat.
    Mir würde etwas fehlen ohne meine Kinder, mein Wesen hat sich erst verändert als diese kleinen Wesen da waren und meine Hormone zum tanzen brachten. Und ich bin so eine alte Mutter die ein Kind mit Down Syndrom bekommen hat, auch kein Weltuntergang, darüber blogge ich und teilweise auch über die Reisen die wir heute machen. Die Malediven, Mexico, Karibik, alles schön, ja, aber die Niederlande, die Eifel und sogar das nage Umfeld haben wir immer etwas überheblich übersehen, dabei ist es so schön.
    Ich will dir um himmelwillen keine Kinder empfehlen als das Beste der welt, die kacken und kotzen und nerven, aber… warte doch sie sind trotzdem das beste was mir passiert ist, geiler als den guten Job den ich früher hatte und die Reisen durch die Welt. Nur das wusste ich erst wa ich vermissen würde nachdem ich es hatte. Also schwierig.
    Ich wünsche Dir einfach, dass du immer zufrieden bist mit dir und deinem Weg, dann ist er perfekt.

    1. Janine

      Liebe Martina,

      das ist ja sehr interessant, wie du auf dem Blog gestoßen bist :). Danke auf jeden Fall für das Feedback. Welches Suchprogramm ist das?
      Deine Antwort hat mich sehr berührt und ich habe direkt mal auf deinen Blog geschaut. Deine Texte geben vielen Menschen Mut. Es tut gut darüber zu lesen. Toll, dass du so offen schreibst und einen Einblick in deinen Alltag gewährst.

      Danke für deine lieben Worte! Ich wünsche euch auch nur das allerbeste und dass ihr die meiste Zeit hoffentlich glücklich bleibt.

      Allerliebste Grüße,
      Janine

      1. Das Programm heißt juptr.io
        Ich habe es mal getestet als es neu auf den Markt kam. Gerade wenn man spezielle Interessen hat kann man das Netz zu Artikeln durchsuchen lassen, das ginge auch mit Wuppertal oder Königsberger Klopsen
        Natürlich nicht vollständig, aber Dich hat es gefunden und ich freu mich, schöner/es Blog

  12. „Kinder sind der Sinn des Lebens“ ist ja mal ne krasse Ansage. Das klingt nach „Ich weiß nix mit mir anzufangen, also lass uns Kinder haben“.

    Lass Dich net stressen 😉

  13. Julia Rüll

    Hallo liebe Janine,

    ich bin auch immer gerne und viel gereist und bin inzwischen 41, verheiratet, sesshaft (na ja, so einigermaßen) und mit 5jährigem Sohn.

    Natürlich ist es so, dass Dich – besonders in den ersten Jahren – ein Kind ziemlich einbindet und Deine eigenen Interessen hinten anstehen. Meistens wirst Du aber davon gar nicht so viel mitbekommen, weil Du einfach viel zu beschäftigt bist! Und bis Du es so richtig merkst, ist die anstrengendste Zeit auch schon fast wieder vorbei.

    Der Vergleich eigenes Kind – fremde Kinder – hinkt eigentlich immer, finde ich. Ein eigenes Kind zu bekommen ist in der Tat eine ganz neue Reise, die man macht im Leben – eine Art Abenteuerreise, die eigentlich niemals endet. Und nichts gegen die Liebe zum eigenen Partner, den Eltern, den Freunden…aber ich habe noch nie eine größere Liebe verspürt im Leben als die zu meinem Sohn. Das ist ein Gipfel, der nicht zu toppen ist! Eine schlimme Vorstellung, wenn mir das im Leben nicht vergönnt gewesen wäre…

    Und es ist auch weiß Gott nicht so, dass das (freie) Leben vorbei ist, nur weil man Kind(er) hat. Viele Paare sind sogar so clever, eine einjährige Elternzeit für eine besonders ausführliche Reise MIT DEM KIND zu nutzen. Ich meine, was gibt es Besseres – man hat frei, und für das Basiseinkommen ist auch gesorgt. Der ideale Zeitpunkt, finde ich, um als frischgebackene Familie die Welt zu erobern.

    …und wenn man es hinkriegt, sein Reise-Gen adäquat weiter zu geben, dann hat man am Ende auch ein Kind, das SELBST gerne reist. Dann macht man vielleicht in den ersten Jahren etwas andere Reisen als man das als Paar oder Single gemacht hat. Aber hey – Kinder bedeuten nicht das Ende des Lebens – viel eher den Anfang eines ganz neuen Abschnitts!

    Liebe Grüße von mir und meinem Sohn (auf dem Sprung zum nächsten Wochenend-Kurztrip!).

    Julia

  14. Ira

    Liebe Janine,

    dein Post hat mir aus dem Herzen gesprochen. Wir sind gleich alt, allerdings bin ich seit einem Jahr getrennt – nun ist mein Fehler nicht nur „kein Kind“ sondern eben auch „kein Mann“… Und ich werd einfach nicht erwachsen und sesshaft, das ist mein allergrößter Fehler!

    Meine beste Freundin aus Schultagen hat übrigens zwei Kinder und sagte mir mal unter Tränen als ich nach 3 Monaten Australien mit sonnengebräunter Haut und vielen Fotos und Geschichten im Gepäck bei einem Wein bei ihr auf der Couch saß, wie sehr sie mich beneide für all das was ich erlebe.
    Bei der Einschulung ihrer Tochter war ich dann dabei, da wusste ich was sie meinte, denn an diesem Tag habe ich sie beneidet, für die Familie, den Stolz in ihren Augen, ihr Glück.
    So ist das – man kann nicht alles haben. Aber ich weigere mich zu glauben, dass einer von uns den falschen Weg eingeschlagen hat. Viele Wege führen nach Rom. Und zum Glück. 🙂

    Ich wünsch dir alles Gute und freu mich auf mehr von deinem Blog!
    Ira

    1. Janine

      Liebe Ira,

      schöne Geschichte und wahre Worte :)! Vielen Dank dafür!

      Ich wünsche dir ebenfalls alles Gute :).

      Liebe Grüße,
      Janine

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