14
Mai
2017
Trondelag Trondheim Alte Brücke Norwegen

Zehn Gründe für eine Reise nach Trøndelag in Mittelnorwegen

Ein weiterer Traum aus meiner Bucket List erfüllt sich! Es geht nach Norwegen und ich freue mich wie Bolle. Vielmehr geht meine Reise nach Trøndelag, die von Naturschönheiten, kulinarischen Gaumenfreuden und vor allem kulturhistorischen Erlebnissen geprägt ist. Romantische Seen treffen auf imposante Fjordlandschaften, gepaart mit einem facettenreichen Stadtleben wie in Trondheim. Trøndelag spielt in der Entwicklung der Geschichte Norwegens eine wichtige Rolle. Ich begebe mich auf die Spuren der Wikinger, erfahre wie die Reformation Norwegen prägte, schlemmte regionale Kostbarkeiten und lies mich von der imposanten Natur Mittelnorwegens berieseln.

Meine zehn Gründe, warum Du nach Trøndelag in Mittelnorwegen reisen solltest:

 

  1. Trøndelag – Einfach und unkompliziert mit SAS nach Trondheim

Mit der Skandinavien Airlines (SAS) gelangst Du aus Deutschland via Oslo oder Kopenhagen binnen kurzer Zeit nach Trondheim. Es läuft alles sehr unkompliziert und zuverlässig. Die Umsteigzeiten an den Zwischenstopps sind kurz, so dass Du innerhalb von vier Stunden am Zielort bist. Der Flughafen in Trondheim ist überschaubar, so dass Du Dir auch hier lange Wartezeiten am Kofferband ersparst. Ungefähr alle zehn Minuten fährt ein Bus direkt nach Trondheim City. Die Fahrt dauert etwa 40 Minuten. Eine einfache Fahrt kostet 130 NOK (knapp 14 EUR), Hin und zurück 260 NOK (knapp 28 EUR).

Trondelag Norwegen

  1. Trøndelag – Die Hauptstadt Trondheim

Trondheim ist die drittgröβte Stadt Norwegens und Hauptstadt von Trøndelag. Sie verkörpert für mich den Charme einer Kleinstadt, ist zugleich so vielseitig und kontrastreich. Eine Stadt die Moderne und Tradition vereint. Auf der einen Seite hast Du die berühmten bunten Holzhäuser, entzückende Gassen, kleine Lädchen und Cafés und gleichzeitig Kultur- und Freizeiterlebnis.

Du hast die Möglichkeit, die Stadt auf sehr besondere Weise zu entdecken, z. B. im Kajak auf dem Fluss Nidelva. Gleichzeitig kannst Du das lebhafte Nachtleben mit all seinen Ess- und Trinkfreuden erleben, wie in der Astrum Skybar, die Dir einen herrlichen Blick über Stadt und Fjord beschert.

Trondelag Trondheim Norwegen

Die Stadt bietet viele Sehenswürdigkeiten und ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region Trøndelag. Meine Highlights in Trondheim sind unter anderem der berühmte Nidarosdom. Der Dom wurde auf der Grabstätte des Königs Olav Haraldsson errichtet, der 1030 in der Schlacht von Stiklestad fiel. Nach seinem Tod wurde er heiliggesprochen. Seit dem ist sein Grab Wallfahrtsort vieler Pilgerer.

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Ebenso hat mir der Stadtteil Bakklandet mit der alten Stadtbrücke sehr gefallen. Der Ort strahlt unglaublich viel Atmosphäre und Gemütlichkeit aus. Unbedingt hier ein Café besuchen.

Trondelag Trondheim Alte Brücke Norwegen

Trondelag Norwegen

Trondelag Norwegen

  1. Trøndelag – Die atemberaubende Natur

Kaum bist Du aus der Stadt Trondheims raus, erwartet Dich nach jeder Kurve ein wahrer „Wow-Effekt“. Berge, Wälder, Täler und Fjord soweit das Auge reicht. Diese kitschige Kulisse kennt man sonst nur aus der GEO oder National Geographic und auf einmal befinde ich mich mitten drin. Ich fühle mich wie ein Kind, das Neues entdeckt, dessen Augen immer größer werden und sich die Kinnlade nicht mehr schließt. Trøndelag hat alleine neun Nationalparkgebiete. Die malerische Landschaft lädt zum Wandern, Angeln oder für wahre Outdoor-Liebhaber zum Wild Campen ein.

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Während meiner Reise befinde ich mich überwiegend um den Trøndheimfjord herum und bewandere ein Stück des Pilegremsleden, auch St. Olavsweg genannt. In der Natur Trøndelags hast Du die Möglichkeit seltenen Tieren wie Adler, Wölfe, Bären, Elche oder Rentieren zu begegnen. Wir haben Glück und sichten von der Straße aus zwei Elche. An der Stelle noch mal vielen Dank an Thomas von Breitengrad66 für das tolle Foto.

Elche in Trondelag Norwegen

© Breitengrad66

Elche in Trondelag Norwegen

© Breitengrad66

Trondelag Norwegen

  1. Trøndelag – Der Trønder

Laut World Happiness Report leben in Norwegen die glücklichsten Menschen der Welt. Das glaube ich sofort. Die Einheimischen in Trøndelag bezeichnet man als Trønder. Bereits die Isländer hatte ich als sehr chillig wahrgenommen. Der Trønder übertrifft es. Egal wohin ich gehe, ob ins Hotel, Restaurant, Supermarkt, auf Farmen oder sonst wo, die Begegnung ist stets bedingungslos herzlich und gastfreundlich. Überall wird man mit offenen Armen empfangen. Die Trønder haben immer ein Lächeln parat, wirken freundlich und sind sehr umgänglich. Sie sind unkomplizierte Menschen, die einen stets positiv begegnen, ohne das es aufgesetzt wirkt.

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  1. Trøndelag – Kulinarische Erlebnisse

Unter Norwegens Kulinarik konnte ich mir nichts so richtig vorstellen, außer dass es Ähnlichkeit mit der isländischen Küche haben könnte und sehr teuer ist. Ganz nach dem Motto: Wer keine Erwartungen hat, kann auch nicht enttäuscht werden. Ich werde mehr als positiv überrascht. Jetzt weiß ich, Trøndelag ist bekannt für seine heimischen Lebensmittel und bietet eine Fülle an frischen, regionalen Speisen.

Mit Sabine von Gecko Footsteps suche ich beim Flanieren am Hafen von Trondheim ein Café auf. Wie erhalten frisch ausgepressten Saft aus Orangen, Blaubeeren oder Holunder, die aus der Region stammen. Selbst Erdbeeren werden hier gezüchtet. Wie kann das funktionieren? Die langen Tage im Sommer begünstigen die Produktion. „Wir haben hier viel Sonne, somit ist das Obst und Gemüse sehr aromatisch“, erzählt mir Petra von der Region Trøndelag.

Die norwegische Küche ist sehr fischhaltig – besonders Hering und Kabeljau ist viel zu finden. Ebenso werden Spezialitäten vom Schwein oder Lamm serviert. Nichtsdestotrotz bin ich erstaunt wie gut die Norweger auf Vegetarier eingestellt sind. Meine Gerichte sind stets ein Gedicht. Qualität wird hoch geschrieben. Die Speisen sind frisch und meistens aus regionalen Produkten zubereitet. Egal wo wir sind, das Frühstück ist stets üppig und vielseitig.

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Zur Kaffeestunde essen die Norweger übrigens am liebsten frisch zubereitete Waffeln – entweder mit Konfitüre bestrichen oder mit einem Karamellkäse (süßer Braunkäse).

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  1. Trøndelag – Traditionsgetränke und Verkostungen

Hättest Du gedacht, dass die Norweger eine Kaffeegesellschaft sind? Überall gibt es Kaffee – manchmal sogar umsonst. Es gehört wie das stille Wasser einfach dazu. Egal zu welcher Uhrzeit, es wird von morgens bis spät abends schwarzer Kaffee getrunken. Und jetzt halt Dich fest: Norwegen ist für seine Röstkaffees berühmt. Für Kristian Helgesen Grund genug, 2012 seine eigene Kaffeerösterei zu gründen.

Trondelag Norwegen

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Auf der Hjelseng Farm in Stjørdal findest Du neben Kristians Rösterei Langøra Kaffe, auch die Bierbrauerei Stjørdalsbryggeriet, in der regelmäßige Bierverkostungen stattfinden. Schon einmal Bier mit Gurke, Kaffee oder geräuchert getrunken? Diese und einige weitere ausgefallene Biersorten kannst Du hier probieren.

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Wenn Du Dich auf dem „Goldenen Umweg“ in Inderøya befindest, dann unbedingt bei Svein von Berg Gård vorbeischauen. Bei ihm kommst Du in den Genuss, den jahrhundertlangen Traditionsbranntwein Aquavit zu probieren, das für mich schon ein Nationalgetränk darstellt. Hauptaroma ist Kümmel, der mit Wasser und Schnaps destilliert wird. Der Geschmack des Aquavits besteht ausschließlich aus Zutaten aus der Region Inderøya, wie Fichtensprossen, Traubenkirschblüten oder Löwenzahn.

 

 

 

 

 

 

  1. Trøndelag – Der „Jakobsweg“ in Norwegen – Pilegremsleden/St. Olavsweg

Hast Du gewusst, dass seit mehr als 1.000 Jahren Menschen hierher pilgern? Der St. Olavsweg ist quasi der norwegische Jakobsweg. Für die einen ist es eine spirituelle Reise, die den Nidarosdom zum Ziel haben – das wichtigste Heiligtum der Christen in Nordeuropa. Für die anderen ist es eine Wanderung, die sich von der Stille und Schönheit der Natur berieseln lassen.

Warum ist es ein Pilgerweg? Olav Haradsons war ein Wikinger und einst König von Norwegen. Obwohl er auf brutalste Weise versuchte, Norwegen zum Christentum zu bekehren, wurde er nach seinem Tod heiliggesprochen. Der Legende nach geschahen nach seinem Tod mehrere Wunder wie z. B., dass seine Haare und Nägel weiterwuchsen, Blinde nach Kontakt mit ihm wieder ihr Augenlicht gewannen oder unheilbare Kranke genasen. Über seinem Grab wurde der Nidarosdom errichtet, Endziel der Pilegremsleden-Wanderung. Seit seinem Tod ist es der wichtigste Pilgerweg Nordeuropas.

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  1. Trøndelag – Der Goldene Umweg

Der Goldene Umweg liegt auf der Halbinsel Inderøy in Innherred und ist eine einladende Kulturlandschaft. Entlang der Straße 761 kommst Du an gastfreundlichen Bauernhöfen vorbei, an denen Hofläden oder Cafés anschließen. Ebenso findest Du Kunstgewerbelädchen und Restaurants. Nils Aas Kunstwerkstatt mit Skulpturenpark solltest Du einen Besuch abstatten. Derzeit findet in der Galerie eine Ausstellung statt, bei der Du selbst aktiv werden darfst – z. B. meine Musikperformance an einem Kaktus.

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Wer also das authentische Trøndelag kennenlernen möchte, auf der Suche nach besonderen Souvenirs für zu Hause ist oder Wert auf regionales, ökologisches Essen legt, ist hier goldrichtig. Preisgekrönten Käse und außergewöhnliche Eissorten wie Whisky, Aquavit und Lakritz, findest Du auf dem Käsereihof Gangstad Gårdsysteri.

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Traditionell, urig und einfach nur einladend ist das Strømnes oldefars gjestehus. Das Haus, welches 1905 erbaut wurde, ist von oben bis unten liebevoll mit entzückenden Details eingerichtet. Es ist ein Gefühl von nach Hause kommen. Elisabeth zaubert uns ein ausgezeichnetes, vegetarisches Mittagessen. Noch immer denke ich an das köstliche Dessert. Beim nächsten Mal möchte ich unbedingt auf diesem charmanten Bauernhof übernachten.

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  1. Trøndelag – Ungewöhnlich übernachten

Trøndelag kann chic, stylisch, gehoben, traditionell, altertümlich und vor allem gemütlich. Keiner meiner Unterkünfte gleicht der anderen.

  • Clarion Hotel & Congress

Chic und stylisch geht es direkt am ersten Abend zu. Wir übernachteten im 4* Designhotel Clarion Hotel & Congress am Hafen von Trondheim mit einem fantastischen Blick über die Stadt und den Fjord. Die Astrum Skybar bietet mit seiner geräumigen Terrasse eine malerische Aussicht auf Trondheim. Abends der perfekte Ort zum Entspannen und geben auch schon mal Bands wie Mando Diao unplugged Konzerte oder bieten DJs den nötigen Sound zum Cocktail.

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  • Ørland Kysthotell

Eine Stunde Bootsfahrt von Trondheim entfernt, liegt auf der Halbinsel Ørland das Kysthotell direkt am Hafen. Das Hotel bietet eine regionale Küche und einen Panoramablick auf den Trondheimfjord. Neben dem Hotel befindet sich das Kulturzentrum Ørland mit einem Kino, einer Bibliothek und einer Galerie.

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  • Jægtvolden Fjordhotel 

Auf dem Weg zum Goldenen Umweg übernachte ich in dem wunderschön gelegenen Jægtvolden Fjordhotel direkt am Trondheimfjord, der eine spektakuläre Aussicht auf die beeindruckende Umgebung bietet und einen eigenen Privatstrand besitzt. Hier könnte ich einige Tage verweilen.

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  • Stiklestad Hotel

In dem geschichtsträchtigen Ort Stiklestad fand die berühmteste Schlacht Norwegens statt, in der König Olav Haraldsson fiel. Auf dem Mittelalterhof Stiklastadir schnuppern wir ein wenig Wikingerluft. Wir tauchen in die Geschichte ein, essen wie die Wikinger es zu Zeiten des Mittelalters taten. Einfache Gerichte, aber trotzdem eine spannende Erfahrung. Es gibt ungewürzten Blattsalat mit Getreidebrei, Brot, Hüttenkäse, Hühnchen, Stockfisch, Kabeljau und Wurst.

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  1. Trøndelag – Die Halbinsel Ørland

Wer die Ruhe und Abgeschiedenheit liebt, trotzdem Kultur und Geschichte erleben möchte, ist auf der Halbinsel Ørland richtig. Mit dem Speedboot geht es binnen einer Stunde von Trondheim nach Ørland. Die Insel soll ein idealer Platz für Vogelbeobachter sein. Des Weiteren kannst Du das Schloss Austrått besichtigen, das auch gerne als Fotolocation für Hochzeitspaare fungiert.

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Meine persönliche, besondere Empfehlung: Im Hovde Gård nächtigst und dinierst Du in gemütlicher, historischer Umgebung.

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Schandfleck oder spannende Geschichte? In Ørland befindet sich einer der größten militärischen Flugplätze Norwegens. Besonders fasziniert bin ich von der Festung Austrått mit der vorhandenen Küstenbatterie aus dem 2. Weltkrieg. Ihre Geschosse reichten 42 Kilometer weit. Während der Führung bewegen und klettern wir unter der Erde über fünf Etagen hoch. Wir begaben uns durch das Kraftwerk, die Wohnplätze für etwa 200 Soldaten und lernen die komplexe Maschinerie der Festungsanlage kennen. So traurig und schlimm die Hintergründe dazu sind und ich keineswegs ein Sympathisant von Kriegswaffen bin, erstaunt mich dennoch die aus Menschenhand erschaffene, multidimensionale Technologie.

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Vielen Dank an Visit Norway und Region Trøndelag, die mich zu dieser Reise eingeladen haben. Meine eigene Meinung bleibt dadurch selbstverständlich unberührt.

 

 

 

4 Responses

  1. Pingback : Artikel aus der Presse - Opplev Trøndelag

  2. Hallo Janine,
    wirklich wunderschön! Hätte ich mich nicht selbst von Trøndelag überraschen lassen und wüsste nicht selbst, wie schön es dort ist, wäre ich jetzt mehr als neugierig.
    Liebe Grüße
    Thomas

    1. Janine

      Hallo Thomas,

      lieben Dank! Ja es ist wundervoll, aber ich hatte auch die perfekte Begleitung, die den Trip so wundervoll gemacht haben :).

      Viele Grüße,
      Janine

  3. Pingback : Norwegen - Trondheim Sehenswürdigkeiten und Tipps - Reiseblog Gecko Footsteps

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