2
Feb
2016
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Meine schlimmsten Reisepannen

Als Sabine zur Blogparade aufrief „Reisepannen rund um den Globus“ fühlte ich mich ertappt. Wer kennt sie nicht? Selbst erfahrene Reisende bleiben nicht verschont. Zu dem Thema fallen mir direkt drei prägende Erlebnisse ein, die ich Dir nicht vorenthalten möchte.

Reisepannen: Nummer 1

Die erste Panne hatte ich direkt auf meiner ersten Solo-Fernreise, als ich mit 21 Jahren nach Indien ging. Nach neun Stunden Flug landete ich um 23 Uhr in Mumbai. „OH GOTT“ stellte ich mit Erschrockenheit fest. Der Weiterflug nach Bangalore sollte erst um 6:30 Uhr morgens sein!!! Habe ich da etwas vercheckt? Habe ich eventuell die Zeitverschiebung nicht bedacht? Oh nein!!! Was mache ich jetzt nur? Ich hatte kaum Geld, denn meine gesamten Ersparnisse gingen für die Flüge und die Ayurveda-Ausbildung drauf. Damals gab es keine Smartphones, geschweige denn eine große Auswahl an Internet-Spots. Natürlich hatte ich auch keinen Reiseführer bei mir, denn Mumbai stand als Reiseziel nicht auf meiner Agenda, sondern sollte lediglich ein kurzer Zwischenstopp sein.

Emirates A380

Völlig planlos ging ich samt Gepäck nachts aus dem Flughafen, um mir einen Überblick zu verschaffen. Prompt entrissen mir in dem Moment zwei Männer den Koffer und sagten, ich solle Ihnen folgen, sie könnten mir weiterhelfen. Wie sollten sie mir weiterhelfen, wenn sie noch nicht mal wissen, was ich brauche oder wohin ich will? Mir war sehr mulmig und die starrenden Blicke machten mich nervös. In dem Moment riss ich den Koffer an mich und rannte zurück in den Flughafen.

Eins stand fest, Knete für ein Hotel hatte ich nicht, also machte ich es wie viele andere auch – ich übernachtete im Flughafen. Hier war ich zumindest sicher. Es gibt sogar einige Schlafsessel, die aber leider schon alle belegt waren. Der Fußboden tat es auch. Ich legte mich hin und versuchte ein wenig die Augen zu zumachen.

Doch starrende Blicke um mich herum lösten ein Unbehagen in mir aus. Ich hatte doch ein wenig Bedenken überfallen zu werden. Direkt neben mir lag ein Amerikaner. Er kam aus Texas. Leider weiß ich seinen Namen nicht mehr. Er lächelte mich an und registrierte die Blicke um mich herum. Dann sprach er mich an: „Ich passe auf dich auf. Falls du doch mal die Toiletten aufsuchen willst, habe ich einen Blick auf deinen Koffer. Versuche aber ein wenig zu schlafen“. Ich war so unendlich dankbar und froh über seine Hilfe und Freundlichkeit. Ich war in dem Moment viel entspannter. Richtig schlafen konnte ich zwar trotzdem nicht, aber zumindest bis zum Morgen ein wenig ruhen.

Reisepannen: Nummer 2

Die zweite Reisepanne ereignete sich letztes Jahr auf Teneriffa. Nach einigen Tagen auf dieser vielseitigen Insel, hatte ich schon das eine und andere Highlight hinter mir. Unter anderem bestieg ich trotz Höhenangst den Pico del Teide, beobachtete Wale und Delfine im Meer, bestaunte bei Nacht den Sternenhimmel durch Teleskope und vieles mehr.

Wanderweg auf dem Pico del Teide

Playa Teresitas

Ich hatte dieses Mal nur meine Action-Kamera und mein Handy dabei. Die meisten Bilder befanden sich auf dem Smartphone. Es passierte der Super-Gau, was einem Reiseblogger niemals passieren darf! Aus unerklärlichen Gründen wurden sämtliche Bilder auf meinem Handy wie auch auf der SD-Karte gelöscht. Ich spreche hier von hunderten Bilddateien. Selbst die Fotos meines vorherigen Kurztrips nach Wien waren dabei. Darüber hinaus gehörte auch tonnenweise Filmmaterial dazu. Seien wir ehrlich: ohne Bilder, keine Artikel! Weder für den Blog, noch für Magazine oder Unternehmen. Kein Mensch will einen Reisebericht ohne Fotos lesen.

Es gab nur eine Möglichkeit das gelöschte Material ggf. wieder herzustellen und zwar mit dem Programm „Recuva“. Dafür brauchst du einen Laptop, den ich auf dieser Reise nicht dabei hatte. Also suchte ich im Internet nach einer Art Media Markt, raste mit dem Mietwagen dorthin und kaufte den günstigsten Laptop, den es gab (ca. 220 Euro). Aus dem Internet lud ich das Programm „Recuva“ runter.

Doch dann kam das nächste Problem. Das Programm erkannte mein Handy nicht. Also kaufte ich noch ein Lesegerät, in der Hoffnung, dass er dann zumindest die SD-Karte erkennt. Erleichterung! Die SD-Karte erkannte er. Es konnte zwar nicht alles gerettet werden, doch der größte Teil zumindest. Für diese Misere ging übrigens ein kompletter Urlaubstag flöten, der mich knapp 250 Euro kostete.

Reisepannen: Nummer 3

Die dritte Reisepanne ist gar nicht mal so lange her. Bei meinem Kurztrip zum Spitzingsee unternahmen wir trotz schlechter Wetterverhältnisse eine Wanderung auf dem Stümpfling. Leider hatten wir während unserer Reise insgesamt ziemliches Pech mit dem Wetter. Nur bin ich der Meinung, dass man seine Aktivitäten nicht komplett davon abhängig machen darf. Also zogen wir uns wetterfest an und marschierten los.

Spitzingsee Stümpfling

Je höher wir liefen, desto unberechenbarer wurde das Wetter. Es wehte ein enormer Wind und die Sicht verschlechterte sich. Es zog ein Sturm auf. Wir hatten gerade einmal die Hälfte des Berges erklommen. Doch es nützte nichts. Ein paar Bilder wollte ich noch einfangen, jedoch nicht mit meiner Systemkamera. Stattdessen musste das Handy für die restlichen Bilder herhalten, bevor wir uns auf den Rückweg begaben.

Doch oh Schreck….mein Handy, es war weg… !!! Es muss rausgefallen sein. Mittlerweile lag so viel Neuschnee, sodass wir noch nicht mal mehr unsere Fußspuren erkannten. Sollte das Handy hier irgendwo sein, wäre es bei dem Schnee ein Sechser im Lotto es zu finden. Während ich wieder runterlief, um im Schnee meine Fußspuren zu suchen und den Schnee zu durchkämmen, lief meine Reisebegleitung in die andere Richtung um zu suchen. Es war bitterkalt und meine Hände inzwischen gefroren, da ich auch meine Handschuhe verloren hatte.  Das ist übrigens normal für mich und Handschuhe muss ich leider Gottes jedes Jahr mehrfach kaufen. Ich weiß selbst nicht, wie ich das immer schaffe. Lange Rede kurzer Sinn.

Spitzingsee Stümpfling

Es geschah das Unfassbare! Meine Reisebegleitung hatte tatsächlich das Handy, welches völlig von Schnee bedeckt war, wiedergefunden. Na, wenn das kein Glück ist? Ich trocknete es auf der Auto-Heizung und es funktioniert einwandfrei. Puhhhh!

 

Welche Reisepannen sind Dir schon passiert? Schreibe es mir in die Kommentare!

 

 

11 Responses

  1. Huhu Janine,
    danke für Deinen Beitrag :-). Ohje, das mit den Fotos wäre für mich der Supergau und mit dem Handy natürlich auch. Da hat man ja heutzutage alles drauf. Die Nummern, die ich Kopf habe, kann ich an einer Hand abzählen ;-). Aber es ist ja nochmal alles gut gegangen.

    Liebe Grüße,
    Sabine

    1. Reisenomadin

      Hey Sabine,

      ich weiß nur meine eigenen Nummer auswendig und das wars. In dem Handy ist leider alles drin :). Zeigt mal wieder die Abhängigkeit. Am schlimmsten war aber tatsächlich die Reisepanne in Indien und Teneriffa für mich :).

      Liebe Grüße,
      Janine

  2. Salut Janine
    Puuh, da hast du was durchgemacht!
    Ich lebe auch ständig in der Angst während der Reise meine Bilder zu verlieren, das ganze Handy zu verlieren wäre in der heutigen Zeit schrecklich. Da ist doch das halbe Leben drauf!
    Ansonsten sind da ja die netten Typen wie in Indien, die einem gerne weiterhelfen. :)

    1. Reisenomadin

      Hallo Igor,

      ja, in dem Moment ist mein Herz wirklich stehen geblieben und mein Blut gefroren :).
      Tatsächlich habe ich auf Reisen die Erfahrung gemacht, dass in der Not, dir meistens geholfen wird. Der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft anderer ist unterwegs tausendmal besser als Daheim.

      Liebe Grüße,
      Janine

  3. Ach herrjemine, da hast Du ja schon Einiges mitgemacht. Toi. toi, toi: Meine Bilder habe ich bisher alle sicher nach Hause gebracht – außer einmal in Spanien, als unser Auto aufgebrochen wurde und alle belichteten Diafilme geklaut wurden :-(
    Ach so: Und ein Handy nehme ich genau deshalb auf Reisen nicht mit – was man nicht dabei hat, darauf muss man auch nicht aufpassen 😉

    1. Reisenomadin

      Ja, dass hast du mal geschrieben, dass du das Handy nicht dabei hast :). Ein guter Ansatz! Ich brauche es jedoch für meine Social Media-Posts für unterwegs und mag nicht darauf verzichten ;).

      Mensch mit den Diafilmen ist aber auch ein Ding! Super ärgerlich.

  4. Also was dir in Indien passiert ist, klingt ja nach Horrorszenario. Aber Gott sei Dank gut ausgegangen.
    Werde mich auch gleich ans Aufschreiben meiner Pannen machen. Haha das kann ja heiter werden.
    Alles Liebe
    Jules

    1. Reisenomadin

      Ja im Nachhinein kann man darüber lachen, aber in dem Moment war das sehr aufregend und ich bin dankbar für das Glück ☺.

      Liebe Grüße,
      Janine

  5. Pingback : Zusammenfassung Blogparade "Reisepannen rund um den Globus" - Reiseblog Gecko Footsteps

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