17
Apr
2017
Sinnkrise

Sinnkrise – Lebst Du das richtige Leben?

Vielleicht hast Du Dich das auch schon mal gefragt oder steckst gerade in einer Sinnkrise? Es gibt Situationen oder Phasen im Leben, in denen sich das wahrscheinlich fast jeder einmal fragt. Es ist die verzweifelte Suche nach Antworten und Lösungen.

Die meisten kennen die Sinnkrise in Form einer Midlife-Crisis, doch es kann sie in verschiedenen Arten sowie zu jeder Lebensphase geben. Ich habe das bereits ein paar Mal durch. Der Moment, an dem man alles hinterfragt – beruflich oder privat. Habe ich das alles richtig gemacht? War es die richtige Entscheidung? Es ist der Moment, wo Dich Selbstzweifel plagen, eine Unzufriedenheit oder Perspektivlosigkeit überkommt.

Und täglich grüßt das Murmeltier…

Meine erste Sinnkrise hatte ich mit 17 Jahren, als ich nach der 11. Klasse von der Schule abging, da ich keinen Sinn in Abitur und Studium sah. Ich ging damals auf einer Wirtschaftsschule und irgendwie war mein Leben so vorhersehbar. Wie alle anderen würde ich hinterher BWL studieren. Doch mit welchem Ziel?

Von Luft und Liebe kann niemand leben, also suchte ich mir einen Ausbildungsplatz. Angesehene kaufmännische Ausbildungen sind zum Beispiel der Bank- oder Industriekaufmann. Es wurde das Zweite. Aufgrund meiner wirtschaftlichen Schullaufbahn, konnte ich sogar um ein Jahr verkürzen. Diese Ausbildung war eine reine Vernunftsentscheidung. Mein Gott fühlte sich das falsch an. Ohne zu murren, zog ich die zwei Jahre durch. Schließlich ist das Leben doch kein Wunschkonzert und den Weg Schule, Studium, Ausbildung, Praktikum usw. geht jeder. Das ist doch normal. Warum hast Du damit nur solche Schwierigkeiten, fragte ich mich.

Ich hatte das Gefühl ein Korsett zu tragen. Mehr als das! Ich fühlte mich wie eine Marionette, deren Leben fremdbestimmt ist. Soll das der Sinn des Lebens sein? Ausbildung, ein langweiliger Job, irgendwann die Rente mit 67? Die Situation war unerträglich für mich. Ich war todunglücklich. Doch welche Alternative hatte ich schon, dachte ich mir.

Deine Sinnkrise ist eventuell eine andere. Vielleicht stellst Du fest, dass es mehr geben muss als die 60-Stunden-Woche? Mehr als das Streben nach Geld und Karriere? Vielleicht fragst Du Dich aber auch, wie sich Kind und Beruf vereinen lassen, ohne dass Selbstverwirklichung und Freiheit auf der Strecke bleiben? Vielleicht hast Du aber auch allgemein das Gefühl, dass falsche Leben zu leben?

Keine Entscheidung ist in Stein gemeißelt

Diese Fragen wie „Was wäre wenn? Oder hätte ich doch vielleicht“ sind pragmatisch gesehen unnötig. Rational betrachtet sieht die Sache folgendermaßen aus: Oftmals denken wir, das Entscheidungen in Stein gemeißelt sind. Doch die Entscheidung für beispielsweise ein Studium oder einen Job ist keine für die Ewigkeit. Ohne jetzt spirituell abzudriften, aber an der buddhistischen Weisheit im „hier und jetzt“ zu leben ist schon etwas dran. Wir verweilen manchmal zu sehr in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Wir schüren Ängste und Sorgen, die unnötig sind. Ja, Du weißt nicht, ob es die richtige Entscheidung ist, aber das musst Du auch nicht. Die Entscheidung für etwas, nimmt Einfluss auf die jetzige Wirklichkeit, aber bestimmt nicht die zukünftige. Besser ist es jetzt etwas zu ändern, als sich irgendwann zu fragen, was wäre wenn? Hätte, hätte Fahrradkette hilft hier nicht weiter.

Jede Entscheidung die ich in der Vergangenheit traf, hatte eine Schlüsselreaktion zu Folge. Hätte ich nicht spanisch gelernt, hätte ich nie den Job im Robinson Club bekommen. Bei Robinson kam ich erstmals mit Ayurveda in Berührung und ging daraufhin nach Indien, um dort die Ausbildung zu machen. Das führte zu weiteren Reisen.

Die Ausbildung öffnete mir die Tür in die gehobene Hotellerie. Eine Kundin von mir war Redakteurin beim WDR. Sie fragte mich, ob ich nicht Moderationsassistentin bei ihnen in der Sendung sein wolle. Ich schnupperte zum ersten Mal Medienluft und fand Gefallen daran. Das legte den Grundstein für weitere Medienjobs vor und hinter der Kamera und für mein journalistisches Studium. Später arbeitete ich in der PR, im Marketing und habe seit 2 ½ Jahren den Blog.

Wie Du merkst, kann eine Entscheidung eine Kettenreaktion mit völlig zusammenhanglosen Ergebnissen herbeiführen. Einst lernte ich den Industriekaufmann, absolvierte die Ausbildung zur Ayurveda Massage-Therapeutin und arbeite heute als Bloggerin, Journalistin und Online Marketer.

Also hadere nicht mit Deinen bisherigen Entscheidungen. Ich denke, alles im Leben hat seinen Sinn.

Wie kannst Du Deine Sinnkrise überwinden? Meine persönlichen Tipps:

  1. Als erstes, höre auf Deinen Bauch.
  2. Überlege, was Du wirklich willst oder auch nicht. Das „nicht“ kann schon ungemein helfen.
  3. Was tut Dir gut und was nicht?
  4. Wo liegen Deine Stärken und Kompetenzen?
  5. Mir helfen Sport und frische Luft, um den Kopf frei zu kriegen.
  6. Gerne nehme ich mir auch Auszeiten vom Alltag in Form von Reisen oder Alleinsein. Durch Alleinsein tanke ich neue Kraft.
  7. Dann überschlafe ich meine Ideen und Entscheidungen, um zu sehen, ob sie sich am nächsten Tag oder die nächsten Wochen immer noch richtig anfühlen.

Das wichtigste ist, habe keine Angst vor Veränderungen. Es ist, wie gesagt, nichts in Stein gemeißelt. Es gibt nichts schlimmeres, als das falsche Leben zu führen und unglücklich zu sein.

Wie ist das bei Dir? Hattest Du schon eine Sinnkrise? Wenn ja, hast Du sie überwunden?

 

 

Janine

Janine

Ich bin Janine und schreibe auf Bereise die Welt wie Vollzeitarbeitende und Weltentdecker auf komfortable Weise, die Lust am Reisen ausleben können. Seit 14 Jahren reise ich, vier davon war ich als analoger Nomade durchgehend unterwegs. Ich sage immer, wer einmal Blut geleckt hat, ist für immer mit dem Reisevirus infiziert :).
Janine

2 Responses

  1. Janine

    Hi. Ich heiße auch Janine. Ich bereise zwar nicht die Welt, aber ich habe mein ganzes berufliche Leben umgestellt und bin sehr glücklich.

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