23
Feb
2015
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myindiapictures.com

Neun Blogger berichten über ihr skurrilstes Reiseerlebnis

Tiger-Penisse für die Potenzsteigerung, Spinnen und Schlangen als Delikatesse, der Kauf von Kaugummi nur mit Arztrezept und noch vielen Besonderheiten mehr begegnen wir manchmal auf Reisen. Andere Länder, andere Sitten! Ein Satz, der viel Wahres verbirgt. Das Reisen hat es für sich, das wir neues entdecken und erleben, andere Kulturen kennen lernen. Jeder von uns hat auf seiner Reise die eine oder andere skurrile oder bizarre Erfahrung gemacht. Diese können lustig, schräg, gefährlich, erschreckend, eklig oder sonst etwas sein. Somit war meine skurrile Entdeckung unter anderem in Singapur als ich erfuhr, dass dort die Todesstrafe vollstreckt wird, Selbstmord hingegen ein Verbrechen ist. Kaum zu glauben, aber wahr! Wem es misslingt sich umzubringen, muss nicht nur mit einer hohen Geldstrafe rechnen, sondern mit bis zu zehn Jahre Haft.

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Doch mich interessierte, mit welcher Skurrilität andere Reiseblogger schon bereits konfrontiert wurden. Es ist immer wieder spannend und faszinierend zu erfahren, welchen Besonderheiten andere Reisende begegnen. Somit packten neun Blogger aus und berichten über ihr skurrilstes Reiseerlebnis. 

Anja von Travel on ToastAnja von Travel on Toast

Meine skurrilste Reiseerfahrung hatte ich gerade erst im Januar in Indien. 10 Tage lang habe ich mit dem Auto Delhi und Rajasthan erkundet, dabei habe ich mir viele beeindruckende Bauwerke angeschaut. Der hinduistische Tempel Karni Mata bei Bikaner war besonders: In ihm wohnen rund 20.000 Ratten. Ich habe kein Problem mit Spinnen oder Schlangen (in Kambodscha habe ich sogar eine gegessen). Aber Ratten sind… speziell. Die erste traf ich, als ich auf Socken den Eingangsbereich durchlief. Denn die hinduistischen Tempel betritt man üblicherweise barfuß. Hier war ich dankbar für meine Socken, richtig schlaue Besucher hatten Plastiküberzüge für die Füße. Nach der einzelnen Ratte am Eingang wurden es drinnen richtig viele. Einige scharten sich um eine Schale mit Milch, andere drängten sich in einer Ecke um einen Fressnapf. Und dann lief mir eine braune Ratte über die Füße. Ich sprang zurück, mit heftig klopfendem Herzen. Wie ich von meinem Guide erfuhr, bringt das Glück – wohl besonders viel, wenn es eine weiße Ratte gewesen wäre. Also hielt ich danach Ausschau, als wir durch den Tempel wanderten. Die Inder brachten den heiligen Ratten Speisen und Getränke mit. Krankheiten haben sich übrigens von dort aus noch nicht ausgebreitet. Ich war trotzdem froh, als wir den Rattentempel wieder verließen – auch ohne einer glücksbringenden weißen Ratte begegnet zu sein.

Ratten in Indien

Ratten in einem indischen Tempel

 

papst_tshirt_Florian BlümmFlorian von Flocblog

Your flight to Manila has been canceled, please contact the airline.

Diese Email wünsch ich niemandem, schon gar nicht 20 Stunden vor dem Flug. Fast zwei Stunden dauert es am Telefon, bis wir einen Ersatzflug bekommen. Warum die Airline Mitarbeiter so überfordert sind, lesen wir nach der Landung in Manila auf einem riesigen Plakat:

„Welcome to the Philippines, Pope Francis!“

Der Papst kommt und die Philippinen sind seit Wochen in freudiger Erwartung. Der Flughafen Manila ist wohl davon ausgegangen, dass die ganze Welt vom Papstbesuch weiß und hat die Airlines erst ein Tag vorher informiert, dass alle Flüge ab Mittag gecancelt werden – Philippino Style!

„I wish the traffic was always like that“

Unser Taxifahrer rast grinsend den fast leeren 6-spurigen Highway entlang. Nur die Straßenränder sind bereits voll besetzt mit gläubigen Philippinos, sechs Stunden vor der Ankunft des Papstes. Als der Papst dann kommt, ist Manila im Ausnahmezustand. Der Verkehr ist lahmgelegt. Die Stadt ist auf der Straße. Fliegende Händler verkaufen Papst-T-Shirts, Papst-Halsketten und Papst-Luftballons. Wir schauen Papst-Live-Viewing an einer Straßenecke. Der Papst kommt und die Philippinen stehen Kopf!

papst_ballons_Florian Blümm

Papst Ballons auf den Philippinen

 

Thomas von LovelyplanetblogThomas von Lovelyplanetblog

Meine skurrilste Reiseerfahrung war 2013 auf den Philippinen, um genau zu sein auf Boracay Island.

Nach einem erneuten harten Tag voller Nichtstun, Sonne tanken und das Leben genießen, musste ich mich erholen. Wo macht man das am besten? Klar, am Strand!

So weit so gut. Endlich eingeschlafen (was auch nicht sehr leicht fällt, wenn man noch so belastet vom harten Tag ist) wurde leider mein wohlverdienter Schlaf unterbrochen.

Denn es wurde kalt, die Sonne war weg! Ich wollte mich schon in guter deutscher Manier beim Wetter beschweren, dass das so nicht geht. Als ich meine Augen öffnete kam die fette Überraschung.

Die Sonne war noch da, es wurde nur ein Schatten über mich gelegt.

Es standen tausende und aber tausende „Fans“ um mich herum um mich beim Schlafen zu fotografieren. Okay es waren nur ein paar Frauen, aber immerhin ;). Ich dachte schon, endlich habe ich es geschafft, mein hartes Arbeiten wird belohnt. Ich bin berühmt, die Menschen liegen mir zu Füßen.

Bis ich erfahren hab, dass ich nur verwechselt wurde, mit einem philippinischen Schauspieler, dem ich scheinbar sehr ähnlich sehe.

Der berühmte Schauspieler sonnt sich am Strand der Philippinen

Der „berühmte“ Schauspieler sonnt sich am Strand der Philippinen

 

Christian von Feel4NatureChristian von Feel4Nature

Eines der skurrilsten und zugleich wohl auch gefährlichsten Erlebnisse auf unseren Reisen, hatten wir vor einigen Jahren in Panama Stadt.

Als wir spät am Abend aus der Stadt wieder zurück ins Hotel wollten, nahmen wir zu viert ein Taxi. Drei von uns „quetschten“ sich auf die Rückbank und der Vierte nahm vorne auf dem Beifahrersitz Platz.

Bereits auf den ersten Metern machte der Fahrer des Taxis keinen wirklich guten Eindruck, er konnte kaum die Augen offen halten und fuhr in großzügigen Schlangenlinien mehr oder minder abwechselnd auf beiden Fahrspuren.

Sein Zustand wurde während der 30-minütigen Fahrt immer schlechter und so kam es, wie es kommen musste – in einem Kreisverkehr sackte er plötzlich auf dem Lenkrad zusammen und wir näherten uns mit rasender Geschwindigkeit einer Begrenzungsmauer. Da ich selbst hinter dem Fahrer saß, packte ich Ihn von hinten an der Schulter und rüttelte an Ihm was das Zeug hielt! In letzter Sekunde wachte er auf und riss unter unseren Schreien das Steuer noch herum…

Als wir endlich im Hotel ankamen und ausstiegen fiel mir noch ein Aufkleber auf, der auf einem großen Loch im Armaturenbrett klebte – dort wo eigentlich das Beifahrer-Airbag sitzen sollte…auf dem Schild stand in großen Lettern:

„Jesus fährt mit Dir!“ – Na, Gott sei Dank.

 

Sarah Althaus von http://rapunzel-will-raus.ch/Sarah von Rapunzel will raus

Thailand, irgendwo im Nordosten. Meine Reisepartnerin und ich liegen in unserem Hotel. Ich auf dem Bett, sie am Boden. Auf uns je eine Thailänderin. Die Massage der fröhlich schnatternden Frauen genießen wir total. So entspannend… In Thailand gönnen wir uns das öfters mal, so gut und billig obendrein!

Als meine Masseurin sagt ich solle mich auf den Rücken drehen, bricht sie zuerst in ungläubiges Staunen, danach in hysterisches Geplapper aus. Was soll denn das jetzt bitte? Ich kapiere gar nichts. Als sich dasselbe wiederholt als sich meine Freundin auch umkehrt, checken wir es endlich: Weiße Haut! Die beiden Thailänderinnen haben noch nie so weiße Haut gesehen! Als diese dann auch noch ihre BHs runterreißen um uns zu zeigen, wie dunkel ihr Brustwarzen im Vergleich zu unseren sind, fallen auch wir in ihr Lachen ein. Kultureller Austausch einmal anders… ;-).

Thai Massage am Strand

Thai Massage am Strand

 

Tanja von Takly on TourTanja von Takly on tour

Auf unserer Rundreise durch Thailand sind wir von Bangkok mit einem „Special Express“-Zug in den Norden nach Chiang Mai gefahren. Geplant war eine 14stündige Zugfahrt (über Nacht). Als wir am nächsten Morgen erwachten, packten wir unsere sieben Sachen zusammen und warteten auf unsere planmäßig Ankunftszeit – 9.45 Uhr. Doch wir fuhren und fuhren …  als wir bei unserem nächsten Halt einen Blick in die Karte warfen haben wir mit Schrecken festgestellt, dass wir erst knapp dreiviertel unserer Strecke gefahren waren. Tatsächlich angekommen sind wir nach einer 21 stündigen Fahrt um 16.35 Uhr. Es war eine lange, aber dafür bequeme Zugfahrt. Ich muss dazu sagen, für umgerechnet 19 Euro konnten wir wohl kaum Pünktlichkeit erwarten. Thailand ist eben nicht Europa, wie wir einmal mehr festgestellt haben. Leider bekamen wir aufgrund dessen nur einen kurzen Einblick in Chiang Mai.

Oliver von Sinograph.ch und weltreiseforum.coOliver von Weltreiseforumm

Immer wieder haben mich in China die Preise überrascht. Damit meine ich nicht die absoluten Preise, sondern das Verhältnis der Waren und Dienstleistungen untereinander. Während das Meiste im Reich der Mitte noch immer supergünstig ist, musste ich bei den Eintrittspreisen immer wieder leer schlucken. Der Besuch der wunderschönen Bergseen von Jiuzhaigou beispielweise kostet etwa gleichviel wie zehn Mahlzeiten in einem einfach chinesischen Restaurant.

Dass das unvernünftig ist, zeigt sich daran, wie in China mit solchen Wucherpreisen umgegangen wird. Es war ein sonniges Wochenende im Frühling vor zwei Jahren, als ich mich entschlossen hatte, endlich einmal den Wutaishan zu besuchen. Das ist ein heiliger Berg etwa sechs Stunden von Peking entfernt und für viele Buddhisten ein wichtiger Pilgerort.

Ich setzte mich also in den Bus, der mich zum „Park“ bringen sollte. Nach etwa 20 Minuten hielt der Fahrer plötzlich an, ein zweiter Chinese lief durch die Reihen raunte den Passagieren etwas zu und nahm Geld entgegen. Sobald er damit fertig war, verließ er den Bus und öffnete auf der Seite die Gepäckklappen.

Was nun geschah überraschte mich: Rund 15 Passagiere stiegen aus und quetschten sich zwischen die Koffer und Rücksäcke. So fuhren wir durch die Ticketkontrolle. Alle, die in der Kabine sitzen blieben, mussten den teuren Eintritt bezahlen. Die blinden Passagiere kamen offenbar sehr viel günstiger weg.

Sabine von Gecko FootstepsSabine von Gecko Footsteps

Mein skurrilstes Reiseerlebnis? Da kommt mir direkt eine Person in den Sinn, auf die ich im australischen Queensland getroffen bin. Ich wohnte damals längere Zeit in einem Hostel. Der Typ kam aus Neuseeland und hieß Doug. Er zog in unser Hostel und war ganz unheimlich und seltsam. Er starrte immer ganz penetrant und lächelte dabei psychopathisch vor sich her. Das war so gruselig, dass ich fast schon ein wenig Angst vor ihm hatte. Mein Gefühl sagte mir hier ganz eindringlich: „Halt Dich von dem fern! Mit dem stimmt was nicht!“. Tatsächlich fing er irgendwann an, den Bewohnern zu erzählen, dass er Jesus wäre und Gedanken lesen könne. Dies sorgte natürlich für Irritation und Erheiterung. Er meinte es aber vollkommen ernst und wurde aggressiv, wenn sich jemand über ihn lustig machte. Einige Zeit später bat die Hostelbesitzerin ihn um einen Auszug. Mehrere Hostelbewohner hatten sich beschwert und fühlten sich in seiner Gegenwart unwohl. Doug zog weiter ins nächste Hostel und wir konnten wieder ruhig schlafen. Bis heute bin ich fest davon überzeugt, dass er eine Schraube locker hatte. Und zwar nicht zu knapp. Inwieweit er gefährlich war? Keine Ahnung.  Aber mir fiel ein Stein vom Herzen, als er weg war.

Katrin Lehr von Viel UnterwegsKatrin von Viel unterwegs

Ein für mich nachhaltiges Erlebnis war die Erfahrung, über die angeblich so gefährlichen Grenzübergänge (Drogenroute) zwischen Mexiko und Guatemala zu reisen. Ich empfand alles total entspannt und habe mich nie unsicher gefühlt. Auch nicht als ich bemerkte, dass in unserem Van die Hälfte der Insassen aus illegalen Immigranten aus El Salvador und Honduras bestand, die über Guatemala und Mexiko bis nach Amerika durch sogenannte „Coyotes“ geschmuggelt wurden.

Die Lage hätte schnell brenzlig werden können, wenn die mexikanischen Soldaten unseren Bus nicht nur angehalten, sondern auch genauer kontrolliert hätten. Es waren einige der um mich herum sitzenden Personen sehr nervös. Ich habe mich auf mein Bauchgefühl verlassen und es ging alles gut. Ich wünsche den Menschen, dass sie heute ein Leben führen, für das es sich gelohnt hat, ihre Familie zurückzulassen.

Bootsgrenze Mexiko / Guatamala

Bootsgrenze Mexiko / Guatamala

 

Vielen Dank noch mal an alle teilnehmenden Blogger für ihre wundervollen und interessanten Anekdoten! Und jetzt möchte ich gerne wissen, was war Deine skurrilste Erfahrung auf Reisen?

 

 

12 Responses

  1. Hey Janine,

    da sind wirklich sehr skurille, lustige und spannende Geschichten dabei. Ich habe immer wieder gewechselt zwischen „ne nicht wirklich“ und „hach ist das lustig“.

    Danke, dass ich dabei sein durfte.

    Liebe Grüße
    Thomas

    1. Reisenomadin

      Hey Thomas,

      ich sage vielen Dank für deine Teilnahme :)! Es sind wirklich sehr schöne und unterschiedliche Geschichten entstanden.

      Liebe Grüße,
      Janine

  2. Hey Janine,
    eine tolle Idee und definitiv coole Geschichten. Am besten gefällt mir wohl die von Sarah, muss sehr lustig gewesen sein;)
    Viele Grüße, Lisa

    1. Reisenomadin

      Ja, bei Sarah musste ich doch sehr schmunzeln ☺. Vor allem weil ich auch ein visueller Mensch bin und es dann bildhaft vor Augen hatte

  3. Hey Janine,

    danke fürs fragen, uhh da sind ja Dinge dabei 😉 Anjas kann man nicht toppen und Tanja’s kann ich mitfühlen als ne Nachtbusfahrt in Mexiko 4 Stunden länger dauerte als geplant (also Ü16 am Ende). Aber irgendwie ist das ja „normal“ in anderen Ländern, da ist die Verspätung der Bahn hier lächerlich.

    LG bis bald
    Katrin

    1. Reisenomadin

      Hi Katrin,

      Ich freue mich, dass du mitgemacht hast ☺. Anjas Geschichte fand ich auch krass. Vor allem hatte ich in meiner Kölner Wohnung mal Ratten und der Kamerjäger sagte mir, ich solle ihnen aus dem Weg gehen. Denn Ratten können dir schon mal eben den Zeh abbeißen. Daher wurde mir auch bei ihrer Anekdote ganz anders

  4. Spannend zu lesen. Sind ein paar skurrile Erlebnisse dabei.

    Ich selbst wurde mal von einer Mädchengang überfallen. In Schottland.
    Naja. Gibt Schlimmeres 😉

  5. Krass was war denn das für eine Thai-Massage?! Bei mir war das nie oberkörperfrei.. na vielleicht bin ich bis jetzt auch nur an die prüden Stellen geraten. hihi.

    Na auf jeden Fall eine lässige Idee und coole skurrile Stories.

    Ich sag’s weiter, denn es riecht nach Abenteuer.

    Kilian

  6. Pingback : www.bereisediewelt.de 50 skurrile Reisefakten rund um den Globus

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