21
Sep
2015
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Teneriffa: Aufstieg auf den aktiven Vulkan Pico del Teide

Gleich der erste Tag unseres Teneriffa-Urlaubs wird mit Abenteuer bepackt. Morgens mieten wir uns für 21 Euro am Tag ein Auto für die nächsten drei Tage. Ziel ist der Parque Nacional del Teide, Teneriffas größter Nationalpark. Bei traumhaftem Wetter starten wir unseren Trip in die Berge. Nach kurzer Zeit durchbrechen wir schon die Wolkendecke. Immer wieder halten wir an und genießen den malerischen Ausblick auf das restliche Teneriffa und die gegenüberliegenden Inseln. Wir fahren die Route TF-21 entlang. Einfach nur krass! Die Vegetation ist so vielseitig, dass ich das Gefühl habe, mehrere Länder zu durchqueren. Bin ich gerade auf der Route 66 oder gar in Mexiko? Von wunderschönen Mondlandschaften wie der Caldera de las Cañadas bis hin zur Wüste Montaña Blanca begegnen uns spektakuläre Felsformationen. 

Über den Wolken im Pico del Teide Nationalpark

Über den Wolken im Pico del Teide Nationalpark

Interessante Felsformationen auf der TF-21

Interessante Felsformationen auf der TF-21

Wüstenlandschaft im Pico del Teide Nationalpark

Wüstenlandschaft im Pico del Teide Nationalpark

Ich im Pico del Teide Nationalpark

Atemberaubende Aussichten und Schluchten im Nationalpark

Wir verbringen den ganzen Tag in dieser einmaligen Natur. Am frühen Abend geht es zum größten Berg Spaniens, der gleichzeitig der drittgrößte Vulkan der Welt ist, dem 3.718 Meter hohen aktiven Pico del Teide. Der Pico del Teide ist ein Schichtvulkan und entstand vor 170.000 Jahren durch mehrere Ausbrüche. Der letzte Ausbruch fand 1909 statt, seit dem schläft er. Seit 2007 gehört das Gebiet zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Der Pico del Teide auf Teneriffa

Dann steigen wir doch mal auf den Pico del Teide

Mit der Seilbahn geht es 3.600 Meter hoch

Normalerweise wird das Gelände um 18 Uhr abgeriegelt, doch wir buchten ein besonderes Spektakel. Auf rund 2.300 Metern Höhe versammeln sich vor der Seilbahn rund 40 Menschen, die alle in die Gondel einsteigen sollen. Ich bin zimperlich und weigere mich zunächst. So viele Menschen in einer Gondel, die jetzt 3.600 Meter hoch fahren sollen??? Meine Höhenangst macht das Ganze nicht besser. Die Leute reden auf mich ein, schließlich halte ich gerade den Betrieb auf. Mit viel Überwindung steige ich doch schließlich ein und mache die Augen zu. Die Fahrt mit der Seilbahn kostet übrigens hin und zurück 25 Euro und dauert ungefähr zehn Minuten. Wer vor hat, den Vulkan zu Fuß zu erklimmen, benötigt eine Genehmigung, die man am besten mindestens vier Wochen im Voraus bei der Nationalparkverwaltung einholt. Wer einen Teil fahren möchte und nur die restlichen knapp 100 Meter bis zur Spitze des Vulkans aufsteigen möchte, bedarf auch hier einer Genehmigung. Aufgrund des Naturschutzes ist immer nur eine bestimmte Anzahl an Menschen auf dem Vulkan gestattet.

Mit der Seilbahn auf den Pico del Teide

Mit der Seilbahn geht es auf 3.600 Meter Höhe.

An der Bergstation oben angekommen, wandern wir von hier aus auf dem felsigen und steinigen Weg unterhalb des Gipfels. Es geht knapp 20 Minuten berghoch und –runter. Hier und da begegnen uns kleine Messinstrumente, die die Aktivität des Vulkans messen. Unter anderem qualmt auch Rauch aus dem Boden.

Wanderweg auf dem Pico del Teide

Wanderweg auf dem Pico del Teide

Messinstrumente auf dem Pico del Teide

Instrumente messen die Aktivität des Pico del Teide.

Die atemberaubende Sicht lässt mich verstummen. Der Ausblick ist eindrucksvoll und wirkt so imposant. Wie klein wir doch in dieser einzigartigen Natur wirken. Wir schauen auf die riesige und farbenprächtige Caldera, zu verschiedenen Kratern bis hin zur Montaña de Guajara und der Nachbarsinsel La Gomera. Wir sind an unserem Aussichtspunkt angekommen. Die Abenddämmerung kehrt ein. Am Horizont beobachten wir den wunderschönen Sonnenuntergang. Für einen Moment bleibt die Welt stehen. Der Ausblick vom Vulkan wirkt fast unwirklich, malerisch und absolut beeindruckend. Eine außergewöhnliche Erfahrung.

Ganz schön kalt hier oben....brrrr

Ganz schön kalt hier oben….brrrr.

Sonnenuntergang vom Pico del Teide

Der wunderschöne Sonnenaufgang vom Pico del Teide aus.

Als die Sonne nicht mehr zu sehen ist, machen wir uns auf den Rückweg zur Bergstation. Die Luft ist sehr dünn, es geht berghoch. Kopfschmerzen machen sich breit, mein Herz rast, mein Kreislauf macht mir zu schaffen. Ich schnaufe wie ein Walross. Ich werde höhenkrank. Wahrscheinlich spielt meine Höhenangst auch eine Rolle, wo der phänomenale Ausblick sie bislang überspielte. Ich muss Pausen einlegen, immer wieder inne halten. Ständig wird mir schwarz vor Augen. „Nur nicht umkippen“, denke ich mir. Das wäre mir mega peinlich. Endlich! Wir sind an der Station angekommen und fahren mit der Seilbahn runter. Die dünne Luft ist oben nicht zu unterschätzen. Lege also genügend Pausen ein und trinke vor allem genug Wasser.

Gipfel des Pico del Teide

Der Gipfel des Pico del Teide. Hier liegt teilweise noch Schnee.

Sterne beobachten

Unten angekommen erwartet uns nach einem phänomenalen kanarischen Essen nach der Abenddämmerung ein wundervoller Sternenhimmel. Auf mehr als 2.300 Meter Höhe bietet der Ort die besten Voraussetzungen um den Himmelszelt zu beobachten. Astronomen des Observatoriums del Teide bringen uns die entfernten Sternbilder und Planeten näher. Miguel, ein Wissenschaftler des Observatoriums, erklärt uns den Sternenhimmel. Mit seinem Laserpointer zeigt er uns die verschiedenen Sternbilder. Durch Teleskope beobachten wir unter anderem den Orionnebel und den Mond. Ich bin völlig beeindruckt von dem Naturschauspiel. Ein langer und wundervoller Tag neigt sich dem Ende zu.

Mond über der Sternwarte

Der Mond über der Sternwarte.

Milchstraße (1)

Die Milchstraße…..

 

Was ich unter anderem noch auf Teneriffa erlebt habe, erfährst Du hier. Warst Du schon mal dort? Wenn ja, wie hat es Dir gefallen?

 

Der Artikel entstand in Kooperation mit Alltours. Meine Meinung und meine Erfahrung sind meine eigenen.

 

Janine

Ich bin Janine und schreibe auf Bereise die Welt wie Vollzeitarbeitende, Weltentdecker und angehende analoge Reisenomaden, die Lust am Reisen ausleben können. Seit 13 Jahren reise ich, vier davon war ich als analoger Nomade durchgehend unterwegs. Ich sage immer, wer einmal Blut geleckt hat, ist für immer infiziert :).

6 Responses

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  2. Pingback : www.bereisediewelt.de Meine 16 seltsamsten Reisegewohnheiten - www.bereisediewelt.de

  3. Pingback : Teneriffa wohin - Norden oder Süden?

  4. Auf Deine Bucket-List gehört ein „richtiger“, aktiver Vulkan, wie zBsp. der Mt. Yasur auf Vanuatu.

    Das Donnern, Grollen und die Erschütterungen, die mit dem Lava-Auswurf einhergehen, sind echt beeindruckend. Man versteht auch, weshalb die lokale Bevölkerung den Vulkan als Gott verehrt.

    1. Reisenomadin

      Wow, Franziska :)! Das hast du gemacht? Klingt mega aufregend. Von einer gesunden Entfernung würde ich das tatsächlich mal erleben wollen.

      Viele Grüße,
      Janine

  5. Pingback : www.bereisediewelt.de Silfra-Spalte - Schnorcheln zwischen zwei Kontinentalplatten - www.bereisediewelt.de

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