17
Nov
2015
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Weihnachten in der Welt: 14 Reiseblogger berichten!

Hast Du Weihnachten schon einmal im Ausland verbracht oder kannst es Dir vorstellen? Muss man Weihnachten immer traditionell Zuhause verbringen? Ist es nicht vielleicht spannend zu erfahren wie andere Länder feiern? Als Kind verbrachte ich Weihnachten schon in Kenia, auf Gran Canaria und weiteren Teilen der Erde. Vier Jahre arbeitete ich in der Hotellerie im Ausland – auch an Weihnachten. Zur Weihnachtszeit ist hier Hochbetrieb, somit herrscht Urlaubssperre. Trotz verschiedener erlebter Traditionen, muss ich doch gestehen, dass Weihnachten nirgendwo schöner ist als im weihnachtlichen, kalten Deutschland bei meinen Lieben. Mich interessiert es jedoch brennend, wie andere Blogger Weihnachten in der Welt schon einmal verbracht haben. Lese hier ihre vielseitigen und schönen Geschichten:

we2ontour ProfilbildFrauke von we2ontour.de im finnischen Lappland

„We are dreaming of a white Christmas …“

Heiliger Abend, ein geschmückter Weihnachtsbaum, Geschenke, Weihnachtsgans, Zimtstangen und selbstgebackene Plätzchen – sind dies nicht die Dinge, die wir mit Weihnachten in Verbindung bringen?

Wegfahren an Weihnachten? „Weihnachten ist doch das Fest der Familie!“ Gerade mit Kindern ist es fast ein Tabu Weihnachten in der Ferne zu feiern. Warum? Wo steht geschrieben, dass man an Weihnachten daheim bleiben muss? Nirgends! Denn: Weihnachten ist keine Pflichtveranstaltung! Warum nicht einmal etwas Besonderes machen? Vielleicht neue Rituale und Bräuche erleben? Wie wird Weihnachten in anderen Ländern gefeiert?

Wir haben Weihnachten mehrfach in der Ferne verbracht. Was uns dabei wichtig war – eine Schneegarantie! Wir träumen tatsächlich von weißen Weihnachten. Kein Schneematsch, kein Regen, kein grauer Himmel, stattdessen klirrende Kälte, Tiefschnee und blauer Himmel!

Mehrfach haben wir Weihnachten in einer kleinen, urigen Pension im Riesengebirge in Tschechien verbracht. Das traditionelle Festessen am Heiligabend ist in Tschechien der Weihnachtskarpfen mit Kartoffelsalat. Noch heute wird das „Bleigießen“ und „Apfel schneiden“ praktiziert, um die Zukunft vorherzusagen.

Ein anderes Mal haben wir den Weihnachtsmann in seiner Heimat besucht, im nordfinnischen Lappland. Dort oben, am nördlichen Polarkreis haben wir Weihnachten, fast eingeschneit, in einer kleinen Hütte gefeiert.

In Finnland ist der Saunagang am Heiligabend vor dem Festmahl ein fester Bestandteil der Weihnachtstradition. Und wenn es um das Weihnachtsessen geht, sind sich alle Finnen einig: Weihnachtsschinken, Kartoffel- und Steckrübenauflauf sowie Rote-Bete-Salat gehören auf den Tisch. Dazu wird Glögi getrunken, der finnische Weihnachtspunsch.

Für uns ist Weihnachten im Schnee eine tolle Alternative zu Weihnachten in heimischen Gefilden geworden. Es ist keine Gewohnheit, wir fliehen auch nicht in jedem Jahr. Viele Gründe sprechen für das Daheimbleiben an Weihnachten und in diesen Jahren träumen wir dann von weißen Weihnachten.

Weihnachten in Finnland_we2ontour

Sarah Althaus von http://rapunzel-will-raus.ch/Sarah von Rapunzel will raus auf Hawaii

Ich habe bereits einige Weihnachtsfeste im Ausland verbracht, so zum Beispiel in Florida, in Bangkok oder auf Lanzarote. Doch am besten hat es mir auf Hawaii gefallen. Ok, um ehrlich zu sein, auf Hawaii hat mir wahrscheinlich alles gefallen…In Honolulu, dem kommerziellen Zentrum Hawaiis, wird Weihnachten ebenso ausgeschlachtet wie anderswo auf der Welt.

Natürlich sind hier aber einige Dinge andersrum. Anstatt Glühwein gibts Mai Tai, eine Weihnachtstanne ist ein Plastikbaum und der Weihnachtsmann trägt Flip Flops und spielt Ukulele (Ukulele ist übrigens das Einzige, was ich auf Hawaii nicht mag….). Auch die Temperaturen sind ein wenig anders und anstatt einen Schneemann zu bauen, gehen die Leute zusammen surfen. Aber auch hier ist Weihnachten ein Familienfest mit Geschenken und viel Essen. Insofern genieße ich die Weihnachtszeit in einem anderen Land sehr, da ich den ganzen Trubel wie etwas aus der Ferne beobachten kann und mich selber nicht stressen lassen muss.

Dennoch war es besonders schön, als ich an Heiligabend nach San Francisco geflogen bin und dort meinen Bruder getroffen habe, der mich auf meiner Weltreise besucht hat und mit dem ich dann sieben Wochen durch die USA gereist bin. Das Reisen während den Weihnachtstagen ist aber etwas spezieller, da vieles geschlossen ist und wegen Weihnachtsurlaub nicht erreichbar. Das solltest du bei deiner Reiseplanung unbedingt einkalkulieren. In San Francisco war sogar Chinatown zu, da einfach keine Kunden erwartet wurden. Im Großen und Ganzen finde ich aber das Reisen während der Weihnachtszeit ein spezielles Erlebnis und definitiv mal was anderes.

Weihnachten auf Hawaii

Profilfoto World WhispererMel von World Whisperer in Australien

Dass ich über Weihnachten schon in Sydney sein würde – damit hatte ich nicht gerechnet. Ein Hostel für Silvester war schon sechs Monate im Voraus gebucht und nun war über Weihnachten nichts mehr zu bekommen. Lange überlegte ich, was ich machen sollte und entschied mich letztendlich auf gut Glück ein paar WWOOFing-Farmen anzuschreiben. Die ersten Emails kamen zurück mit genau der Antwort, mit der ich gerechnet hatte „Sorry but we can’t take you on – you know, it’s christmas“.

Ich hatte es schon fast aufgegeben als mich die Wesley-Smith Brüder anschrieben, dass sie Platz für mich hätten, wenn es für mich okay sei, dass die gesamte Familie kommt und ich mir ein Zimmer mit der schnarchenden Ex-Frau teilen müsste.

Das Angebot konnte ich nicht abschlagen und was soll ich sagen: Es war das beste Weihnachten seit Jahren. Ich wurde in die Familie integriert und es gab sogar einen Weihnachtsbaum. Nicht wie bei uns eine Tanne, sondern ein kleiner Laubbaum, welcher liebevoll geschmückt wurde.

Am 1. Weihnachtstag blieb ich länger im Bett liegen, da ich die Familie nicht beim „Geschenke tauschen“ stören wollte. Kurze Zeit später klopfte es an der Tür, wann ich denn kommen wollen würde. Selbst ich bekam kleine Geschenke und war total gerührt. An diesem Tag brauchte ich auch leine WWOOF-Arbeit zu erledigen. Es gab Sekt zum Frühstück, Cricket und Gesellschaftsspiele durch den Tag durch und abends ein riesiges Essen und viele spannende Geschichten unterm Sternenhimmel. Das Zimmer teilte ich mir letztendlich übrigens nicht mit der schnarchenden Ex-Frau. Dafür mit dem schnarchenden Haus- und Hofhund.

World Whisperer Wwoofing at Wesley-Smith 23.12.-28.12.07 (11) (1)

Evelin Chudak Modern Hippie ProfilbildEvelin von Modern Hippie in Vietnam

Ich habe Weihnachten letztes Jahr in Vietnam verbracht. Nachdem ich schon ein paar Monate in Thailand war, flog ich im Dezember nach Hanoi, um mich dort mit Jan von Sovielzusehen zu treffen. Wir reisten gemeinsam durch Vietnam und lernten einige sehr nette Leute kennen, mit denen wir gemeinsam Weihnachten in Hội An verbrachten. Hội An ist eine wunderschöne kleine Küstenstadt in Zentralvietnam, dessen historische Altstadt im Vietnamkrieg nicht zerstört wurde.

Ich fand es sehr schön, dort Weihnachten zu verbringen! Ein klitze kleines bisschen Weihnachtsstimmung kam sogar auf, durch die vielen bunten Lampions, die nach Einbruch der Dunkelheit überall leuchteten. Es war natürlich nicht mit der Weihnachtsstimmung zu Hause vergleichbar, doch gaben sich die Vietnamesen mühe und schmissen in manchen Bars für die Touristen und Expats Weihnachtsparties.

Vietnam von Modern Hippie

Julia Lassner_Globusliebe ProfilbildJulia von Globusliebe in Neuseeland

Sommer, Sonne, Strand und Cocktails verbinden wir für gewöhnlich nicht mit Weihnachten. In Neuseeland ist das anders, denn hier wird Weihnachten in Flip Flops anstatt in Schneestiefeln gefeiert. Kurz vor den Feiertagen beginnen die großen Sommerferien. Die Kiwis gehen zum Barbecue an den Strand und der Weihnachtsmann kommt unter seinem Bart ganz schön ins Schwitzen.

Während er die Geschenke verteilt, verbringe ich einen herrlichen Tag auf dem Boot und fahre durch die Fjordlandschaft des Doubtful Sounds auf der Südinsel Neuseelands. Von riesigen Bergmassiven umgeben, an herabstürzenden Wasserfällen vorbei und durch malerische Fjordtäler hindurch, stehe ich an Deck des Schiffes, blicke auf das glasklare Wasser und genieße die warme Sonne.

Abends veranstalten wir ein großes Weihnachtsessen im Hostel, bei dem jeder ein typisches Gericht aus seinem Heimatland zaubert. Das Ergebnis ist ein kunterbuntes, internationales Buffet mit super leckeren Speisen, wie zum Beispiel scharfes Curry aus Thailand, Brotpudding aus England oder gefüllte Teigtaschen aus Russland.

Besinnliche Stimmung, so wie wir sie in Deutschland kennen, kommt in Neuseeland zwar keine auf, aber Weihnachten am anderen Ende der Welt zu feiern, ist trotzdem ein ganz besonderes Erlebnis.

Weihnachten Neuseeland globusliebe

Kai Alltheplaces ProfilbildKai von alltheplaces.net in Thailand

Mein 6-monatiger Aufenthalt in Südostasien erstreckte sich 2013 auch über das Weihnachtsfest. Für mich war es somit das erste Mal, dass ich die Feiertage in der Ferne und dann auch noch bei heißem Sonnenschein statt Dunkelheit und Kälte verbringen würde.

Nachdem ich die zwei Wochen zuvor im langsam kälter und nasser werdenden Hongkong unterwegs war, verschlug es mich kurz vor Heiligabend wieder in den Süden und in wärmere Gefilde. Über einen Flug nach Phuket mit anschließender Bus- und Schiffsreise erreichte ich schließlich mein Ziel: Das Insel- und Taucherparadies Koh Tao in Thailand.

Dort traf ich auf einen Freund aus Deutschland, mit dem ich in Singapur studiert hatte, und auf dessen Reisebegleiter. Zusammen suchten wir uns Bungalows direkt an einem wunderbaren Strandabschnitt und läuteten das Weihnachtsfest mit einem „Foto-Shooting“ inkl. Zipfelmützen am Strand und im warmen Wasser ein. Die Mützen gab es wirklich an jeder Ecke zu kaufen und gefühlt trug auch jeder Inselbewohner eine solche. Durch die Zeitverschiebung und die Entfernung zur Heimat nahm ich am familiären Essen nur virtuell mittels Skype-Gespräch im Liegestuhl teil. Statt des in meiner Familie am Heiligabend obligatorischen Essens „Kartoffelsalat mit Würstchen“ stand dieses Mal ein Barbecue am Strand auf dem Programm. Etwas weniger gewöhnlich, aber nicht weniger lecker. Dem Heiligen Abend auf Koh Tao folgte dann am 2. Weihnachtstag eine Full-Moon-Party (bzw. war es eine Half-Moon-Party) auf der Nachbarinsel Koh Phangan. Statt Schüsseln voller Plätzchen trugen wir also Eimer (die sogenannten „Buckets“) mit Gin Tonic und erlebten einen ebenfalls denkwürdigen Abend.

Kurze Hose statt Wollpulli · Singha-Bier statt Herfoder Pils · 30° C statt 0° C: Auch wenn das Weihnachtsfest in der Ferne unter anderen Rahmenbedingungen stand, so war es dennoch ein schönes Fest, was natürlich in besonderer Erinnerung bleibt. Dennoch habe ich mich das Jahr darauf auch wieder sehr auf die bekannten Traditionen und die heimische Atmosphäre gefreut und diese vielleicht noch etwas mehr als sonst zu schätzen gewusst.

kohtao_xmas Alltheplaces.net

Inka Blickgewinkelt ProfilbildInka von Blickgewinkelt in Südamerika

Ich mag an Weihnachten das Besinnliche, ich liebe Glühwein und Esskastanien und noch mehr den Schnee, aber seien wir ehrlich: Eigentlich bestehen die vier Wochen vor Heiligabend aus Kaufräuschen, wo man nur hinguckt, widerlich blinkenden Lichtern und nervtötenden Liedern im Supermarkt, denen man gezwungen wird zuzuhören, während man in der viel zu langen Schlange an der Kasse wartet und sich fragt, ob einen gleich der Konsumfrosch fressen wird. Nicht mein Ding. Und Schnee gibt es in Berlin-Brandenburg ohnehin nicht.

Deshalb versuche ich jedes Jahr dem zu entkommen, so war ich z.B. letztes Jahr in Südafrika oder vorletztes Jahr im Erzgebirge, ja, im Erzgebirge, denn da ist Weihnachten tatsächlich dezent und es gibt eine hohe Schneewahrscheinlichkeit.

Am Schönsten war für mich meine erste Weihnachtsflucht nach Südamerika, und zwar direkt in den Torres del Paine Nationalpark in Patagonien. Da saß ich am 24sten dann im nasskalten Campamento Torres, sah zum ersten Mal nach 8 Tagen Trekking einen Zipfel der berühmten Bergspitzen durch die Wolken lugen und schlürfte dabei meine heiße Nudelsuppe, die ich mir über meinem Gaskocher zubereitet hatte. Und obwohl ich mir den Arsch abfror, im nächsten Morgengrauen zum Fuß der Torres wanderte, ich mich fast übergeben musste vor Anstrengung und die blöde Wolkendecke nicht verschwinden wollte, um den begehrten Blick freizugeben, war es das schönste Weihnachten überhaupt.

Dieses Jahr werde ich übrigens von meiner Familie gezwungen, rechtzeitig zum Abendessen am 24sten wieder in Berlin zu sein und verpasse damit ganz knapp meinen Traum, Weihnachten in der Antarktis zu sein. Immerhin darf ich aber die ganze Vorweihnachtszeit in der Antarktis verbringen, und während die anderen dann um den Weihnachtsbaum tanzen, träume ich wohl von den Pinguinen und den schönsten Eisfeldern der Welt.

Torres Blickgewinkelt

Tanja-Reiseaufnahmen-ProfilTanja von Reiseaufnahmen in den USA

 Weihnachten und Zuhause gehören für mich irgendwie zusammen. Schon als Teenager wollte ich einen eigenen Weihnachtsbaum in meinem Zimmer haben und pünktlich zum ersten Advent herrscht bei mir Zuhause Weihnachtszauber pur. Lichterketten, Adventskranz und diverse weihnachtliche Dekorationen beherrschen dann das Heim. Kein Wunder, dass ich nur einmal in der Ferne Weihnachten gefeiert habe und auch nicht diejenige bin, die im Herbst nach Weihnachts- und Silvesterzielen das Internet durchforstet.

Dennoch denke ich gerne an meine „amerikanische Weihnacht“. Die Einstimmung beim Bewundern der festlich dekorierten kalifornischen Vororte ist großartig. Die Weihnachtsmärkte selbst sind dort allerdings ein bisschen enttäuschend. Und wenn du dich daran gewöhnst, dass die weihnachtliche Temperatur in Kalifornien rund 15 Grad beträgt und nicht an der Nullmarke kratzt wie in Deutschland, dann ist das eigentlich schon auch ganz angenehm.

Den Weihnachtstag verbringe ich mit meinem Freund im Rahmen einer Rundreise in Los Angeles. Zuerst erkunden wir den Walk of Fame, dann geht es nach Venice Beach. Die Reise liegt schon ein bisschen zurück und so erinnere ich mich, wie wir von dort eine Telefonzelle aufsuchen, um nachmittags nach Hause zu telefonieren. Schließlich ist in Deutschland dank Zeitverschiebung bereits Heiligabend. Das fühlt sich gar nicht weihnachtlich an, wenn du an einem langen Strand völlig ohne Weihnachtsdeko stehst und mit deinen liebsten telefonierst, die in der Kälte neben dem Weihnachtsbaum sitzen. Auch beim abendlichen Essen beim Italiener kommt keine Weihnachtsstimmung auf.

Dafür erleben wir Weihnachten pur am ersten Weihnachtsfeiertag, der in den USA viel wichtiger ist als bei uns. Wir sind in Disneyland unterwegs. Dort gibt es weihnachtliche Micky Mäuse, Zuckerstangen-Deko und überall Lautsprecher, die verkünden: „Entschuldigen Sie die weihnachtlichen Wartezeiten.“ Irgendwie dachte ich, dass ein Freizeitpark an Weihnachten leer sein müsste. Da haben mich die Amerikaner eines besseren belehrt. Schön war es trotzdem, ich bin aber auch nicht traurig, wenn ich noch viele Jahre Weihnachten Zuhause feiere.

Reiseaufnahmen Venice-Beach

Feli Travelicia ProfilbildFeli von Travelicia in Mexiko

Am liebsten erinnere ich mich immer noch an das total verrückte Weihnachten in Bacalar. Der Ort liegt am Ufer der Laguna de Bacalar – ein See im Bundesstaat Quintana Roo in Mexiko. Laguna Bacalar ist der See der sieben Farben und macht seinem Namen alle Ehre. Nicht ohne Grund wurde Bacalar als sogenanntes Pueblo Mágico (magischer Ort) ausgezeichnet. Die verschiedenen Blautöne des Wassers lassen ihn tatsächlich irgendwie unwirklich und einfach magisch erscheinen. Mach auf jeden Fall einen Ausflug mit dem Boot durch die Mangroven.

Das schöne an Bacalar ist auch, dass die meisten Touristen es nicht bis dorthin schaffen. Ein echtes Erlebnis war auch unsere Gastgeberin: übernachtet haben wir bei einer älteren, verrückten Kanadierin. Sie hatte ein riesen Grundstück direkt am See. Auf der Wiese stehen zwei türkis-blaue Wohnwagen in denen du auch übernachten kannst. Die Kanadierin heißt „Carolina“. Irgendwann habe ich sie dann allerdings „Crazy Carolina“ getauft. Sie hat immer totales Chaos gemacht bei ihren Buchungen für neue Gäste. Außerdem gab es ein Boot dass immer vor ihrem Grundstück auf dem See geankert hat. Das gefiel ihr gar nicht. Daher hat sie immer laute Mucke angemacht um die Besitzer zu vertreiben. Die hat das allerdings überhaupt nicht gestört aber dafür hatten wir dann den ganzen Tag die schreckliche Musik in den Ohren.

laguna-bacalar Travelicia

Zu Weihnachten hat Carolina ganz viele Gäste zu einer Gartenparty eingeladen mit riesigen Buffet und einer Live Band. Eine „stille Nacht „ war das also ganz und gar nicht sondern eher eine ordentliche Party. Und weil die Stimmung eh so crazy war und mich der See so gelockt hat, bin ich zur Feier des Tages dann auch gleich mal mit Weihnachtsmütze reingesprungen. Hier ist der Beweis:

Profilbild B-liciousBarbara von B-licious in Chile

Im November letzten Jahres bin ich auf Weltreise gegangen. Und da man ja für gewöhnlich nicht nach sechs Wochen wieder zurückkommt, habe ich auch Weihnachten im Ausland verbracht. Ich habe lange überlegt, wo ich das Fest der Hoffnung verbringen möchte und tief in mir hat es ganz laut geschrien: am Meer! Weil ich Mitte Dezember nach Chile eingereist bin, war dann der Ort schnell gefunden. Ich wollte an Weihnachten in Valparaíso sein.

Den 24. selbst habe ich dann kurzerhand am Strand verbracht. Ich gebe zu, Weihnachtsstimmung kam dabei nicht wirklich auf. Aber ich habe es sehr genossen, dem Stress der eigentlich besinnlichen Tage zu entgehen, einen Bikini zu tragen und einfach mal ich sein zu dürfen. Das i-Tüpfelchen war dann, dass in meinem Hostel ein Abendessen organisiert wurde.

Als ich also vom Strand zurück kam, war schon alles vorbereitet, sodass ich nur noch meinen Poncho überwarf (denn abends wurde es doch etwas frisch) und mich an den gedeckten Tisch setzen konnte. Zum Essen gab es Ceviche – das ist roher Fisch und manchmal auch Meeresfrüchte mit viel Zitrone und frischen Kräutern – und viele weitere lateinamerikanische und internationale Gerichte.

Vermisst habe ich nichts. Die Kälte, den Weihnachtsbaum, sogar die Bescherung – ich hätte nicht gedacht, dass ich so gut ohne auskomme. Wobei… So ganz ohne war ich ja nicht. Meine Eltern haben mich per Skype zum Weihnachtsessen und für die Bescherung einfach zugeschaltet. Besser geht es nicht!

B-licious Weihnachten in Chile

Franzi Profilbild Malibu BeachFranzi von Coconut Sports in Neuseeland

Ich habe mein schönstes Weihnachtsfest in Neuseeland verbracht, als ich 2010 für knapp ein Jahr mit einem Working Holiday Visum auf der Insel unterwegs war. Meine damaligen Travelbuddys Lena, Martin und Justus wurden im Laufe der Zeit zu meiner Ersatzfamilie. Und weil wir uns bald trennen mussten, beschlossen wir, ein ganz besonderes Weihnachten miteinander zu verbringen.

Entschieden haben wir uns letztendlich für ein einsames kleines Hostel in Te Araroa, ganz im Osten der Nordinsel. Das Haus im Piratenstyle wird von einer Maori-Familie geführt, die uns an Heiligabend zu einem ganz besonderen Weihnachtsdinner einlud. Ganz landestypisch gab es leckeren Hummer und Süßkartoffelauflauf. Dazu viele weitere Beilagen und im Anschluss ein sensationelles Dessert.

Im Laufe der Weihnachtsfeiertage erfuhren wir alles über die Maori-Kultur, gingen gemeinsam Fischen und erkundeten die Gegend mit dem Kayak. Außer uns hatte sich über Weihnachten niemand nach Te Araroa verirrt, sodass wir ganz ungestört die wunderschöne Landschaft genießen konnten. Im Laufe der folgenden Wochen hat sich unsere kleine Clique leider in alle Himmelsrichtungen zerstreut: Zwei von uns mussten nach Hause und für mich ging es weiter Richtung Südinsel. Wir waren damals unglaublich traurig – sind aber bis heute befreundet und erinnern uns immer noch gerne an unseren gemeinsamen Weihnachtsabend.

Coconut Sports Neuseeland-hostel-weihnachten

Florian Flocuts ProfilbildFlorian von Flocutus.de in Thailand

Reisen in ferne Länder ist für mich das Allergrößte, vor allem im deutschen Winter. Aber es gibt einen Zeitpunkt im Jahr, wenn Palmen und Sonne einfach nur nerven: An Weihnachten sehne ich mich zurück in’s deutsche Sauwetter zu meiner Familie.

Überall auf der Welt wird heute Weihnachten gefeiert, selbst im buddhistischen Thailand. Ich habe die letzten beiden Heiligabende in Bangkok verbracht. Hier haben vor allem Shopping Malls Weihnachten als großes Geschäft entdeckt. Die Einkaufspassagen sind ausgiebig dekoriert und die stets feierfreudigen Thais tragen Nikolausmütze und kaufen Geschenke.

Aber bei 35°C wirkt der falsche Schnee noch falscher, die Plätzchen schmecken eh nicht wie bei Oma und Glühwein würde ich bei der Hitze nicht mal trinken, wenn es welchen gäbe.

Das was Weihnachten ausmacht fehlt sowieso: Zusammen mit Freunden und Familie den Ranzen vollschlagen. Die sind aber fast alle 8.600 Kilometer und 12 Flugstunden entfernt.

Aber nicht dieses Jahr! Zum ersten Mal seit 4 Jahren Langzeitreise bin ich Weihnachten 2016 in Deutschland – für ein paar Tage, Silvester kann man in Bangkok nämlich super feiern 😉

Hier findest Du noch mehr Bildeindrücke zu Weihnachten in Bangkok.

xmas_khaosanroad

Profilbild freileben.netStephanie von freileben.net an der Ostküste der USA

Weihnachten, das Fest der Familie, die Zeit im Jahr, wo wir uns auf unsere Nächstenliebe stützen und uns reich beschenken. Wir gehen auf Weihnachtsmärkte und genießen Marzipanstollen. So oder so ähnlich sieht es aus, wenn wir Zuhause bei unseren Lieben sind und die kalte Jahreszeit mehr oder minder erfreulich über uns ergehen lassen. Vor drei Jahren habe ich mich dazu entschieden, einmal dem weihnachtlichen Treiben in der Heimat fern zu bleiben und für drei Monate mit Sohnemann nach Amerika zu reisen.

Mein Traum: Einmal amerikanische Weihnachten erleben. Unsere Reise startete im kalten New York und der Weihnachtsbaumerleuchtung vor dem Rockefellercenter und plötzlich bekamen all die Filme, die ich als Kind gesehen habe ein Comeback. Meine Augen reflektierten dieses helle Licht und mein Sohn verschlief den Trubel im Tragegurt.

Es ging weiter nach Florida, wo ich mein erstes Weihnachten bei 32 Grad erlebte und hätte das Radio nicht den lieben langen Tag die besten Weihnachtslieder rauf und runter gespielt, hätte ich es fast vergessen. Während ich an jeder Ecke Schneemänner mit Sonnenbrille sah und gemeinsam mit den Kindern meiner Gastfamilien Schneeflocken bastelte, genoss ich immer mehr diese besondere amerikanische Vorweihnachtszeit.

Dann war er da, der Heilig Abend und ich hatte Glück bei einer tollen Familie gewesen zu sein. Ich folgte ihnen in die Kirche, hörte traumhafte Gospelchöre und ja, es gab den Moment, wo ich sie alle vermisst habe, meine Familie und Freunde. Den amerikanischen Traum habe ich trotzdem nie bereut.

Weihnachten in den USA

Ina Genussbummler ProfilbildIna von Genussbummler in Australien

Weihnachten habe ich bisher erst einmal in meinem Leben nicht zu Hause mit der Familie verbracht. Und zwar 2011, als ich in Australien war. Leider fand ich es sehr schwer, etwas von den weihnachtlichen Traditionen mitzubekommen, da ich nicht in Unterkünften mit Familienanschluss übernachtet habe. Was mir aber gerade in Australien sehr gefallen hat, war die weihnachtliche Dekoration, die ich in den eher ländlichen Gegenden entdeckt habe.

Im Gegensatz zu der amerikanischen, völlig überladenen Weihnachtsdekoration bestand die australische nur aus kleinen, sehr skurrilen Szenen, z. B. der Weihnachtsmann, der mit seinem Fahrrad vor eine Wand gefahren ist, oder die Szene im Bild. Die Weihnachtstage selber habe ich in Melbourne verbracht und war ziemlich enttäuscht, wie wenig weihnachtlich es eigentlich war. Die weihnachtliche Beleuchtung in den Straßen war eigentlich das einzige, was an Weihnachten erinnerte. Das sehr schlechte, stürmische Wetter machte es da nicht einfacher (auch wenn die Temperaturen näher an einem zu warmen Weihnachten hier in Deutschland waren). So hatte ich aber auch keine Probleme, mir Melbourne anzusehen, denn alle Sehenswürdigkeiten hatten geöffnet.

Am 2. Weihnachtstag wurde es dann aber doch festlich, da am Abend ein Essen im Colonial Tramcar Restaurant geplant war. Hier habe ich eine Rundfahrt durch das abendliche Melbourne verbunden mit einem leckeren Essen gemacht. Dies war für mich im Nachhinein betrachtet der Moment, an dem Weihnachten war.

Weihnachten Australien

Hast Du Weihnachten schon einmal im Ausland verbracht oder kannst es Dir vorstellen? Wenn ja, wie sind Deine Erfahrungen?

 

Janine

Ich bin Janine und schreibe auf Bereise die Welt wie Vollzeitarbeitende, Weltentdecker und angehende analoge Reisenomaden, die Lust am Reisen ausleben können. Seit 13 Jahren reise ich, vier davon war ich als analoger Nomade durchgehend unterwegs. Ich sage immer, wer einmal Blut geleckt hat, ist für immer infiziert :).

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