22
Jan
2015

Ausflug zum Schloss Neuschwanstein – Tickets, Führung und Geschichte

Auf unserem Roadtrip von Düsseldorf nach Chioggia, Italien, führte uns unsere Reise an meinem Geburtstag nach Schloss Neuschwanstein. Ja, ich weiß, dass klingt vielleicht etwas kitschig. Tatsächlich wollte ich aber schon immer mal dorthin und ich dachte, der Geburtstag wäre ein guter Anlass.

 

Alleine die Autofahrt durch den wunderschönen Allgäu ist lohnenswert. Eine traumhafte Vegetation, Berge, jede Menge grün und schon von weitem wirkt das imposante Schloss auf den Felsen fast unwirklich. Es sieht aus wie ein unnahbares Märchenschloss. Apropo…kennst Du das berühmte Dornröschenschloss aus Disneyland? Ja selbst Disney ließ sich von Neuschwanstein inspirieren. Und ich bin jedes Mal selbst davon fasziniert, was damals aus Menschenhand an einer unmöglich erscheinenden Stelle kreiert wurde. Nicht umsonst wird über Ludwig der II. erzählt, dass er wohl größenwahnsinnig war.

Das Schloss Neuschwanstein wurde von 1869 bis 1886 unter König-Ludwig II. von Bayern, an Stelle der Ruinen Vorder- und Hinterhohenschwangau, im mittelalterlichen Stil gebaut.

Schloss Neuschwanstein_innen_klein

Tickets und Weg zum Eingang

Der Eintrittspreis liegt bei 12 Euro. Auf meine Frage hin, ob es für Geburtstagskinder einen Rabatt geben würde, durfte ich netterweise umsonst rein. Tickets lassen sich übrigens im Vorfeld gegen einer Gebühr online reservieren. Die Tickets selbst gibt es jedoch nur im Ticket-Center Hohenschwangau und können nur am Besuchstag erworben werden.

Der Besuch des Schlosses ist übrigens nur mit Führung möglich. Fotos des Interieurs sind nicht erlaubt. Sei unbedingt pünktlich, denn wer die Einlasszeit versäumt, hat Pech gehabt.

Es gibt drei Möglichkeiten das Schloss zu erreichen:

Zu Fuss

  • dauert ca. 40 Minuten
  • Wege sind beschildert

Pferdekutsche

  • Bergfahrt: € 6,00
    Talfahrt: € 3,00
  • wendet unterhalb des Schlosses und ist ca. 15 Minuten fußläufig vom Schlosseingang entfernt.

Busfahrt

  • Bergfahrt: € 1,80
  • Talfahrt: € 1,00
  • Berg- und Talfahrt: € 2,60
  • hält an der Marienbrücke oberhalb des Schlosses und ist ca. 15 Minuten fußläufig vom Schlosseingang entfernt.

Blick vom SchlossFührung durch das Schloss

Vor dem Eingang erwarten uns unzählige Menschenmassen: Japaner, Amerikaner, Chinesen, Russen, Menschen aus aller Welt. Ich hasse ja diesen Massentourismus, aber bei Schloss Neuschwanstein muss man einfach darauf eingestellt sein. Wie auf dem Arbeitsamt hat jeder auf seine Eintrittskarte eine Nummer versehen, die digital pünktlich auf LED-Monitoren angezeigt wird. Wer zu spät erscheint, muss draußen bleiben. Die Führungen sind alle eng und strikt getaktet. Leider wird man mehr oder weniger innerhalb von 30 Minuten durch das Schloss durch gejagt und hat nicht bei den beeindruckenden Interieur die Möglichkeit, ein wenig an einer Stelle zu verweilen und die unzähligen Eindrücke auf sich wirken zu lassen. Sehr schade!

Die Geschichte Schloss Neuschwansteins

Ludwig II. scheute nämlich keine Mühen und Kosten. Der Bau wirkt wie eine Kulisse und ist sehr faszinierend. Selbst eine künstliche Grotte legte er im Schloss an. Leider verstarb er vor der Fertigstellung des Schlosses. Von 70 Zimmern wurden gerade mal 20 fertig gestellt. Er verbrachte ganze 172 Tage auf der unfertigen Burg. Sein mysteriöser Tod ist bis heute ungeklärt (er starb im Starnberger See). Die hohen Kosten für das Schloss mussten jedoch gedeckt werden. So kam es, dass es nach gerade mal sechs Wochen nach seinem Tod für Besucher geöffnet wurde. Mit den Eintrittsgeldern wurde ein Teil der Kredite bezahlt.

Während wir auf den Hinweg zum Schloss den Bus vorzogen, ging es auf dem Rückweg zu Fuß runter. Meine Höhenangst und die rasante Fahrt des Busfahrers um die Kurven setzte mir doch ein wenig zu, so dass ich mich entschloss lieber zu laufen. Und es lohnt sich allemal die Natur bei einem Spaziergang zu bewundern.

Natürlich haben wir, wie alle, versucht schöne Fotomotive einzufangen, aber um nicht ganz den Stempel eines typischen Touristen auf die Stirn zu bekommen, machten wir einen großen Bogen, um die überteuerten Souvenirläden und Restaurants.

Insgesamt fand ich den Besuch nach Schloss Neuschwanstein mit seiner Architektur und Geschichte sehr beeindruckend. Leider wird diese Atmosphäre aufgrund des schnellen Durchschleusens und der Hektik durch das Schloss ein wenig zerstört.

Eine kleine Anekdote noch am Rande: Ludwig II. baute Schloss Neuschwanstein nicht als Repräsentationsbau für die Öffentlichkeit, sondern als seinen privaten Rückzugsort. Wenn man bedenkt, dass es im krassen Gegensatz heute zu den wichtigsten touristischen Gebäuden der Welt gehört und Massen an Menschen anzieht.

 

2 Responses

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