14
Jun
2015

Auslandspraktikum: Hospitation im ZDF-Auslandsstudio in Singapur – Teil 1

2012 arbeitete ich in der Casting- und Einspielerredaktion bei einem privaten Fernsehsender. Eine 60-Stunden-Woche, kaum Freizeit und keine Perspektiven aufgezeigt zu bekommen schlugen auf mein Gemüt. Festanstellungen gibt es beim Fernsehen im Prinzip gar nicht mehr. Ich hangelte mich von einem Job zum nächsten, ohne zu wissen wie es weitergeht. Ich war erschöpft und fragte mich mal wieder nach dem Sinn. Meine Zeit als analoger Nomade lag knapp vier Jahre zurück und machte mich wehmütig. Es kribbelte wieder in mir. Ich sage immer „einmal Nomade, immer Nomade“.

Ich stehe übrigens total auf die Dokumentationen von Arte, Phoenix und Co. Wenn schon Fernsehen, dann etwas, was sinnig ist, womit ich etwas bewege – Stichworte: seriöse Berichterstattung, investigativer Journalismus. Es war ein Traum von mir einmal in einer der ARD/ZDF-Auslandsstudios zu arbeiten. Als Asien-Liebhaber versuchte ich also mein Glück mit erst 29 Jahren (kein Standard-Alter für ein Auslandspraktikum) mich beim ZDF in Singapur zu bewerben. Knapp zwei Wochen später meldete sich die Personalabteilung in Mainz. Der Bewerbungsprozess lief sehr unkompliziert. Telefoniert und Zusage! Unterlagen und Reisehinweise wurden mir zugesendet. Um Visum, Krankenversicherung und Unterkunft musste ich mich selbst kümmern. Egal, als Reisender bist Du irgendwann ein Organisationstalent, zumindest ich. Oder Du liest Dir einfach die folgenden Tipps und Hinweise durch.

Vorbereitung

Hier wird es kniffelig. Normalerweise benötigst Du ein Work Holiday Pass oder ein Arbeitsvisum. Jedoch sind die Einreisebestimmungen in Singapur sehr streng und es ist so gut wie unmöglich den Pass zu erhalten. Da die Hospitation unbezahlt war, ich somit kein Geld verdiente, reiste ich als Tourist ein. Das Touristenvisum ist für 90 Tage gültig. Es kann problemlos verlängert werden, indem Du einfach für einen Tag aus Singapur aus- und wieder einreist.

Die Auslandskrankenversicherung schloss ich bei der AXA ab, heute bin ich über die Württembergische versichert. Die Versicherung bei der Axa hat, meine ich, etwa 36 Euro gekostet. Hat sich definitiv gelohnt, denn tatsächlich wurde ich krank und musste einen Arzt aufsuchen. Und in Singapur gilt: Nur bares ist wahres! Bedeutet, Du musst Arztkosten und Medikamente vorstrecken und das dann bei der Versicherung einreichen. Achte hierbei auf die Höhe der Selbstbeteiligung, die Du bei der Versicherung hast.

Singapur gehört zu den saubersten Ländern der Welt. Spezielle Impfungen sind nicht notwendig, es sei denn Du unternimmst von dort aus Trips in andere Länder wie Indonesien, Kambodscha und Co. Der kleine Stadtstaat ist übrigens ein idealer Ausgangspunkt, um von dort aus Wochenendtrips in die Nachbarländer zu unternehmen. Für gerade mal 100 Singapur Dollar (circa 66 Euro) kriegst Du sehr günstige Hin- und Rückflüge. Ich bin beispielsweise für 60 SD (etwa 41 Euro) mit dem Bus nach Kuala Lumpur hoch- und wieder runtergefahren.

Ein weiterer wichtiger Hinweis: Informiere Dich über die Gepflogenheiten des Landes. Das kann sonst teuer enden! Für das Ausspucken eines Kaugummis veranschlagt die Stadt zum Beispiel 500 SD (circa 340 Euro). Lese hier auch gerne meinen Reisebericht dazu oder zehn skurrile Fakten über Singapur.

Parkview Square_außen

Das liebe Geld

In der Regel führe ich 200 bis 300 Euro bar mit mir. Das hängt vom Reiseziel ab. Checke vorher den Kurs (1 Euro = im Moment 1,47 Singapur Dollar). In vielen Ländern kannst Du mit EC-Karte zahlen. Damals war ich überrascht, dass das sogar in Indien funktionierte. Überraschenderweise klappte das wiederum in einem hochmodernen Staat wie Singapur nicht. Daher habe ich zusätzlich auch noch immer eine Visa- oder Mastercard bei mir. Mit der DKB Visa Card kannst Du beispielsweise weltweit und kostenlos Geld abheben. Die Kontoführung ist kostenfrei und die Zinsen absolut akzeptabel.

Weitere wichtige Faktoren für Deine Planung findest Du in meinem Artikel “Die ultimative Reise-Checkliste”.

Unterkunft finden

In die Wohnungssuche habe ich viel Zeit investiert. Ich war auf singapurischen Wohnungsportalen vergleichbar mit immobilienscout24 oder immowelt. Hier zeigten sich jedoch einige schwarze Scharfe, die eine Kaution und die erste Monatsmiete vorab überwiesen haben wollten. Das würde ich über das Internet nie machen und ist auch nicht üblich in Singapur! Denke daran, Du kennst diese Person nicht und stehst vielleicht letztendlich bei Deiner Anreise ohne Unterkunft dar. Dadurch, dass so viele Expats dort leben, ist die Fluktuation in den Wohnungen normal und das Mieten eines Zimmers über Internet gängig.

Singapur ist sehr, sehr teuer, so dass viele sich sogar ein Zimmer in der WG teilen. Das kam für mich jedoch nicht in Frage. Wenn ich arbeite, brauche ich auch meinen Rückzug. Es gilt immer, je weiter Du vom Zentrum weg suchst, desto günstiger wird es. Singapur hat eine sehr gute Infrastruktur, so dass Du problemlos mit Bahn/Bus überall hinkommst.

Letztendlich fand ich mein Zimmer über Airbnb in einem sehr süßen Haus in Serangoon. Ich handelte mit dem Hauseigentümer einen Spezialpreis aus und zahlte für das kleine Zimmer mit Klimaanlage und eigenem Bad 1.200 SD im Monat (etwas 800 Euro). Für Singapur ein Schnäppchen, glaube mir.

Aussicht vom Marina Bay Sands

Hier einige beliebte Stadtteile, aber teuer:

  • Orchard
  • Tanglin
  • Holland Village (besonders bei Expats begehrt)
  • Marina Bay (Finanz- und Wirtschaftsviertel)
  • Central

Alternativen:

  • Novena
  • Serangoon
  • Thomson
  • Seletar
  • Bukith Timah
  • Katong

Mehr zu den Kosten in Singapur wie Essen, Metro etc., findest Du in meinem Reisebericht über Singapur mit wertvollen Spartipps.

Die Planung ist abgeschlossen, doch wie geht es nun weiter wenn Du in Singapur angekommen bist? Wie sieht die Arbeit in einem Auslandsstudio aus? Welche Aufgaben hat man als Hospitantin? Erfahre in meinem nächsten Artikel mehr über die Arbeit beim ZDF in Singapur!

Du möchtest auch das Reisen mit dem Arbeiten verbinden, aber weißt nicht so richtig wie? Dann schau mal hier vorbei. Ich helfe Dir gerne weiter :)!

 

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  1. Pingback : www.bereisediewelt.de Auslandspraktikum im ZDF-Auslandsstudio in Singapur - Teil 2

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