26
Feb
2017

Heute sterbe ich – 15 Dinge, die ich am Sterbebett niemals sagen werde

Ich war 19 als es passierte. Der Moment wo ich dachte, das war´s. Es war 7 Uhr morgens. Während meiner Ausbildungszeit pendelte ich mit dem Auto knapp 45 Kilometer. Es war Winter, dunkel und bitterkalt. Auf der Autobahn war kein Mensch unterwegs. Manche Stellen schienen glatt zu sein.

Mit knapp 80 Km/h fuhr ich um eine Kurve. Blitzeis! Ich kam ins Schleudern und verlor die Kontrolle. Das Auto rotierte, prallte links gegen die Leitplanke. Es stieß zurück und drehte sich mit hoher Geschwindigkeit gegen die rechte Leitplanke. Stress, Angst und Adrenalin machten sich bei mir breit. Ich konnte nicht bremsen. Ich sah die Leitplanke und wusste in dem Moment „Das war´s“. Ich konnte nichts tun, außer die Situation zu akzeptieren. Mit der Akzeptanz überkam mich ein plötzliches Gefühl von Erlösung oder Befreiung. Es ist schwierig, dass richtige Wort dafür zu finden. Jedoch verschwand interessanterweise die Angst vor dem Tod. Denn ich wusste, ich kann die Situation gerade nicht ändern. Also sagte ich mir „Ok, dann ist es halt so. Heute sterbe ich“.

Mein Unfall löste eine Massenkarambolage aus. Darunter war ein großer Speditions-LKW, der allen Unfallbeteiligten fast zum Verhängnis wurde. Selbst die Polizei und der Krankenwagen kamen an der Blitzeis-Stelle ins Schleudern und bauten einen Unfall. Mein Auto war ein Totalschaden. Wir alle hatten Glück im Unglück. Die Polizei sah sich mein Auto an und empfand es als Wunder, dass ich überlebte – „Da hattest Du aber einen Schutzengel“. Ich kam mit einer Gehirnerschütterung und ein paar Prellungen davon. Keine Sorge, es wurde auch sonst keiner schwer verletzt oder kam ums Leben.

Fakt ist, der Tod kann uns jederzeit und überall ereilen. Wir begreifen es jedoch erst, wenn es unerwartet passiert – in meinem Fall nahekommt. Es kann ein Autounfall, Herzinfarkt oder eine Krankheit sein.

Es gab bereits einige Situationen in meinem Leben, die mich zum Nachdenken brachten. Ich möchte nichts im Leben bedauern und mich fragen, warum ich nicht den Mut hatte, anders zu leben.

Am Ende des Lebens scheinen wir alle das gleiche zu bereuen:

  • Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben.
  • Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.
  • Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken.
  • Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meiner Familie und meinen Freunden aufrechterhalten.
  • Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein.

Meine Erfüllung liegt im Reisen und den Mut zu haben, den Beruf auszuüben, der mir Spaß macht, auch wenn er vielleicht keine finanziellen Sprünge zulässt. Das einzige, was ich möchte ist, glücklich sein.

Daher wirst Du folgende Dinge, niemals aus meinem Munde hören, wenn ich sterbe:

1.    Ich hätte mehr arbeiten sollen.

2.    Ich hätte Karriere machen sollen.

3.    Ich hätte mehr Kohle scheffeln müssen.

4.    Ich hätte krank zur Arbeit gehen sollen.

5.    Ich hätte die Erwartungen anderer besser erfüllen müssen.

6.    Ich hätte andere glücklicher machen können.

7.    Ich hätte den Kontakt zu den wichtigen Menschen in meinem Leben einschlafen lassen sollen.

8.    Ich hätte weniger meinen Träumen und Leidenschaften nachgehen sollen.

9.    Ich hätte niemals abnehmen sollen.

10.  Ich hätte hübscher sein können.

11.  Ich hätte mehr Affären haben sollen.

12.  Ich hätte mich besser im Trash-Fernsehen auskennen können.

13.  Ich hätte mehr Zeit auf Social Media verbringen sollen.

14.  Ich hätte mich viel mehr aufregen müssen.

15.  Ich hätte weniger reisen sollen.

Manchmal ertappe ich mich selber, wie mir schleichend das Leben wieder entgleitet, der Alltag mich im Griff hat. Doch letztendlich habe ich es selber in der Hand. Nur ich kann es ändern. Niemand anderes. Wir sollten alle viel bewusster Leben, uns weniger über Nichtigkeiten aufregen, weniger Ängste schüren, mehr Gelassenheit entwickeln und uns den wirklich wichtigen Dingen im Leben widmen.

Welche Dinge wirst Du am Sterbebett niemals sagen? Was möchtest Du im Leben nicht bereuen?

 

 

 

 

6 Responses

  1. Ich möchte mir nie vorwerfen müssen, dass ich hätte mehr Mut aufbringen sollen um Neues auszuprobieren, auch wenn der sicherere Weg einfacher gewesen wäre. Unser Leben besteht doch immer wieder aus Veränderungen und wir sollten uns nicht scheuen mutig zu sein und etwas zu riskieren.
    Am Ende haben wir doch oftmals nur etwas Geld zu verlieren wenn etwas daneben geht…

    Aber ich werde nie aufhören auf meinen Bauch zu hören und neue und andere Wege zu gehen!!!

  2. Karen

    Toll Geschrieben..

    Weniger Reisen? Geht das? Ich selbst bin auch viel unterwegs und jedes Mal wenn ich ein Ziel auf meiner Liste streichen kann kommen (gefühlte) drei neue dazu..

  3. Man bereut meistens nur die Dinge, die man nicht getan hat, als die die man getan hat. Ich habe meinen Job im letzten Herbst gekündigt und war einige Monate im Ausland. Das war ein großer Traum von mir. Ich bereue keinen Tag. Jetzt suche ich einen neuen Job, was nicht so einfach ist, wie ich mir erhofft hatte. Aber ich war halt einfach nicht mehr glücklich in meinem Job und habe noch 37 Arbeitsjahre vor mir. Klar, denke ich manchmal darüber nach, ob es so klug war meinen gutbezahlten, sicheren Job zu kündigen, aber das Leben muss doch mehr als einen Job in der telefon. Kundenbetreuung für mich parat haben, oder? Und wenn nicht, dann habe ich es wenigstens probiert.
    LG Myriam

    1. Janine

      Da stimme ich dir zu. Keiner sagt, dass der Weg einfach und bequem ist, den man geht. Man muss halt abwägen, was einem wichtiger ist. Ich bin mir sicher, du wirst den richtigen Job finden. Manchmal bedarf es an Geduld!

      Liebe Grüße,
      Janine

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