9
Apr
2015

Geister und Gespenster: Auf den Spuren der Untoten in Edinburgh

Kaum in einer anderen Stadt in Großbritannien gibt es mehr Sagen und Legenden als im mittelalterlichen Edinburgh. Eine Reise dorthin versetzt Dich in eine andere Zeit. Edinburgh ist als Gespensterfilmkulisse prädestiniert. Geheimnisvolle, schaurige Gassen, alte Häuser und Bauwerke und eine Atmosphäre, die für Gänsehaut sorgt, erzeugen einen einmaligen mittelalterlichen Flair.

Am Abend in der Dunkelheit, in der Old Town dieser Stadt, beginnt die Ghost and Ghouls-Tour an der St. Giles Cathedral, die uns durch die Edinburgh Vaults führt. Unser Ghost Guide Steve veranschaulicht es sehr bildhaft wie sich bei Straftätern damals bei der Hinrichtung die Hirnmasse über die Kopfsteinpflaster des Platzes verteilte. Zu viele Details meiner Meinung nach ;).

St. Giles Cathedral in Edinburgh

St. Giles Cathedral

 

Gruselig geht es in der „The Devil´s Advocate“ weiter, in der die Hand eines Mörders verweilt. Er brachte den Scheidungsanwalt seiner Frau um. Zur Strafe wurde der Ehemann vor der Hinrichtung gefoltert, indem man ihm unter anderem die Hand abhakte.

Mit Kerzenlicht geht es kurze Zeit später abwärts durch tief dunkle, mittelalterliche Gewölbe, die Edinburgh Vaults. Die modrig-feuchte Luft und Dunkelheit bieten die ideale Atmosphäre und Spannung für Steves schauderhafte Geschichten. Geschickt baut er einen Spannungsbogen auf und bringt so viel Gefühl in die Erzählung, dass die Gruppe eng beisammen rückt und sich umklammert. Die Vaults wurden früher von Schuster und Handwerkern besetzt und dienten auch als Unterschlupf für die Armen. Ganz schön bitter, wenn man bedenkt, dass kaum Licht oder Wasser vorhanden war.

Jetzt kommt jedoch der gruselige Teil: Angeblich wurden hier auch Leichen seziert, die von Serienkillern an die medizinische Fakultät verkauft wurden. Der Stadt war das irgendwann nicht mehr geheuer, daher wurden die Eingänge der Vaults mit Tonnen von Schutt verschlossen. Erst Ende der 80er Jahre und vorwiegend in den 90ern wurden die Gewölbe wieder frei gegraben. Neben interessanten Artefakten wurden auch tausende Austernschalen entdeckt, die einen Teil der Grundnahrungsmittel der Arbeiterklasse Edinburghs waren. Doch seit der Ausgrabung hört man immer wieder unerklärliche Stimmen und von paranormalen Erscheinungen. Unter anderem haust der „Watcher“ dort, der die Besucher aus den dunklen Ecken beobachtet.

Advocates Close in Edinburgh

Advocates Close in Edinburgh

Ein weiterer Einwohner ist „Mr. Boots“, eine sehr böse Person beziehungsweise Geist, der eine Frau umbrachte und ihren toten Körper in sein „Gemach“ verschleppte und bis heute noch darüber wacht. Wer dem toten Körper zu nahe kommt, reagiert er wohl sehr ungehalten.

Etwas weniger düster ist der kleine Junge Jack, der jedoch eine Vorliebe dafür hat, Leuten an die Hand zu greifen.

Nach vielen schaurigen Geschichten neigt sich die Tour nach 1 ½ Stunden dem Ende zu. Ein Geist war uns meines Erachtens nicht gefolgt ;). Edinburgh ist für mich auf jeden Fall DIE Stadt für Gruseltourismus.

Willst Du auch mehr über die Sagen und Legenden Edinburghs erfahren? Dann ist die Ghost and Ghouls-Tour etwas für Dich. Die Tickets unbedingt online im Vorfeld der Reise über Mercat Tours oder Get your Guide buchen. Kosten: 14 Pfund.

 

 

6 Responses

  1. Elke

    1977 haben mein Mann und ich eine Busfahrt von London nach Schottland gemacht. Edinburgh hat uns begeistert, das Schloß und Hollyrood Palace, toll. Die Krimis von Ian Rankin spielen ja in und um Edinburgh, wer die Stadt kennt wird diese in den Romanen gut wieder erkennen.
    LG
    Elke

  2. Die gleiche Tour habe ich vor vier Jahren auch mitgemacht. Das trolligste war unsere Tour-Führerin. Mr Boots sollte man sich nicht entgehen lassen^^ LG

  3. Pingback : www.bereisediewelt.de Kurztrip Schottland: 72 Stunden im märchenhaften Edinburgh

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