25
Mai
2015

Reisen & Arbeiten: Ein Jahr Work & Travel in Neuseeland

Heute stelle ich Dir wieder eine weitere und sehr beliebte Möglichkeit vor, das Reisen mit dem Arbeiten zu verbinden: Work & Travel. Hier hast Du die Möglichkeit, dass über eine Organisation wie TravelWorks zu tätigen oder auf eigene Faust. Die Vorteile über eine Agentur sind hierbei, dass sie Dir bei der Planung und Organisation Deines Aufenthaltes helfen, was diese sich aber dementsprechend kosten lässt. Die günstigere, flexiblere Alternative ist es, das selbst zu übernehmen, so wie Corinna es von Aussteigen Bitte! machte. Sie war ein Jahr in Neuseeland und stand mir Rede und Antwort. Corinna gibt sehr, sehr hilfreiche Tipps zur Planung, zum Beispiel welche Voraussetzungen Du brauchst, Budget, Visum, Krankenversicherung und Co. Ebenso verrät sie Insider-Tipps mit nützlichen Links zur Job-Suche. Lese hier ihre ganz persönlichen Erfahrungen und erhalte einen Einblick in ihren Alltag.

Profilbild Corinna

  1. Was genau ist Work & Travel und wie funktioniert das?

Work & Travel ist eigentlich der Begriff, der in Deutschland geprägt wurde, soweit ich weiß. Der eigentliche Begriff dafür ist Working Holiday. Es gibt in verschiedenen Ländern wie zum Beispiel in Neuseeland, Australien und Kanada (das sind die Bekanntesten) die Möglichkeit ein Working-Holiday-Visum zu bekommen. Ist dieses Visum einmal erteilt worden, hast Du ein Jahr Zeit in das Land einzureisen und ab Einreisedatum ein Jahr in dem Land zu reisen und legal dort zu arbeiten.

  1. Welche Voraussetzungen/Qualifikationen musst Du dafür mitbringen? Gibt es eine Altersbegrenzung?

Die Altersbegrenzung für die jeweiligen Länder ist unterschiedlich. In Australien und Neuseeland darfst Du das 30ste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, während in Kanada das bis zum 35. Lebensjahr möglich ist. Allerdings ist es hier auch wesentlich schwerer ein Visum zu bekommen, da das Kontingent begrenzt ist. In Neuseeland hat es dagegen nicht mal zwei Tage gebraucht, bis ich die Bestätigung in meinem E-Mail-Postfach hatte. Für Deutsche ist das Kontingent wohl nicht begrenzt.

Darüber hinaus kostet das Visum Geld. Die Summe variiert von Land zu Land. Ebenso musst Du eine bestimmte Summe bei der Einreise nachweisen. Das geht am einfachsten mit einem relativ aktuellen Kontoauszug. Ich empfehle, dass Du dieses Geld auch auf jeden Fall hast, denn Du wirst es brauchen! Natürlich gibt es Mittel und Wege, ohne diese Summe einzureisen. In den meisten Fällen wird es, zumindest in Neuseeland, auch nicht kontrolliert, aber davon rate ich eher ab.

  1. Mit welchen bürokratischen Hürden werde ich konfrontiert? (Arbeitsvisum, Krankenversicherung etc.)

Vor der Einreise musst Du natürlich das Visum beantragen. Englisch ist hierbei unabdingbar. In der heutigen Zeit kannst Du das Visum einfach online beantragen und beantwortest dafür einige Fragen. Damals saß ich auch noch mit dem Google Übersetzer daneben. So gut ich die englische Sprache verstehe, Bürokratenenglisch ist mir auch nicht ganz geläufig ;)! Tatsächlich muss ich aber sagen, dass das Ausfüllen relativ leicht war. Wichtig ist, dabei ehrlich zu sein. Du darfst keine Vorstrafen oder ähnliches haben.

Eine Krankenversicherung ist ebenfalls ein Muss. Du weißt nie was passiert. Es gibt spezielle Versicherungen, die auf Working Holiday ausgelegt sind und nach einem Jahr automatisch auslaufen. Einige davon sind auch verlängerbar und so teuer sind sie gar nicht.

Im Land selber musst Du Dir auf jeden Fall eine Steuernummer und ein Konto zulegen. In dem Land zu arbeiten, bedeutet auch, dass Du von Deinem verdienten Geld Steuern zahlen musst. Außerdem muss Dein Lohn auch irgendwohin überwiesen werden.

Ich kann hier nur von meiner Erfahrung in Neuseeland sprechen: Die Kontoeröffnung war für mich relativ einfach. Ich hatte mir vorher schon die Bank ausgesucht, bei der ich ein Konto eröffnen wollte.  Um ehrlich zu sein, war der schwierigste Teil daran, eine Filiale zu finden!

Die Steuernummer war schon eine anstrengendere Nummer. Nicht weil das Formular so schwierig auszufüllen war. Dabei können Dir alle Angestellten helfen, wenn Du Fragen hast. Mein Problem war, dass ich keinen Führerschein habe und ich den benötigt hätte, um die besagte Steuernummer im Postamt (in dem sich auch die Bank befand) zu beantragen. (Meiner Meinung nach total bescheuert! Ich hatte ja meinen Reisepass dabei, der eigentlich locker gelten sollte!) Ich musste also einmal quer durch die ganze Stadt gurken, um zur Steuerbehörde zu kommen. Dummerweise stand ich an einem Freitagnachmittag in der Bank und auch in Neuseeland schließen die Ämter teilweise früher an einem Freitag. Ich musste also bis zum nächsten Montag warten. Ein wenig ärgerlich, aber nicht zu ändern.

Hobbiton (1)

  1. Welcher finanzielle Mehraufwand entsteht für mich bzw. welche Kosten kommen auf mich noch zu? (Arbeitsvisum, Krankenversicherung, Verpflegung?)

Wie bereits erwähnt: Das Visum kostet Geld und Du musst eine bestimmte Summe an Geld bei der Einreise nachweisen. Diese Summe wird Dir auch bei der Beantragung genannt und gefragt, ob Du sie aufbringen kannst. Dann kostet natürlich der Flug Geld, die Krankenversicherung und ich hatte auch ein Jahresticket für den Bus.

Die Lebensmittelkosten in Neuseeland sind ein wenig höher als bei uns. Fast alles (auch Hygieneartikel und Kosmetik) scheint ein wenig teurer zu sein. Selbst das Obst und Gemüse, obwohl es häufig aus dem Land selber kommt.

Natürlich musst Du auch irgendwo schlafen, also werden die Kosten der Unterkunft auch noch auf Dich zukommen. Wenn Du länger an einem Ort bleiben willst, lohnt sich vielleicht ein Shared Flat (WG) eher für Dich, als ein Hostel.

Vielleicht willst Du Dir auch ein Auto zulegen? Dann kommt natürlich der Kaufpreis  und auch Sprit hinzu.

Aber der große Vorteil ist eben auch, dass Du nicht nur reisen, sondern auch arbeiten darfst. Im besten Fall gibst Du also aus, was Du vorher auch eingenommen hast und so leidet Deine Reisekasse nicht zu sehr.

  1. Wie bist Du an die Jobs rangekommen?

Ich habe meistens online danach gesucht. Ich hatte meinen Laptop immer dabei. Selbst wenn mein Hostel mal kein Internet hatte,  war da immer eine Bücherei oder ein McDonalds in der Nähe, die kostenloses Internet anboten. Für Neuseeland sind die besten Seiten für Jobs Gumtree, Seek und mein persönlicher Favorit Backpackerboard NZ . Hier kannst Du Dich schon vorher schlau machen, was für Stellen wo gefragt sind und ob man vielleicht etwas in seiner Profession findet. Ich fand damals schon von Deutschland aus eine Stelle in einem Spa. Das war mehr durch Zufall, aber ich konnte damit mehr Erfahrung in meinem Bereich sammeln.

Es gibt auch Zeitarbeitsfirmen in Neuseeland. Diese nehmen ebenso Backpacker auf. Da gibt es ganz verschiedene. Manche haben sich auf Handwerk spezialisiert, andere sind auf Küchen und Service fokussiert.

  1. Wo hast Du als was und wie lange gearbeitet? Gibt es auch Möglichkeiten länger als 1 Jahr Work & Travel zu machen?

Ich kann nur von Neuseeland sprechen. Ich habe es zwar nicht genutzt (Verdammt!), aber ich weiß, dass man das Visum verlängern kann. Hierfür muss man nachweisen, dass man mindestens drei Monate in der Landwirtschaft beziehungsweise auf einem Weingut gearbeitet hat. Das heißt Fruitpicking ist dafür durchaus geeignet. Ob Wwoofing dafür ausreicht, kann ich leider nicht sagen.

Mit dem Nachweis kannst Du die Verlängerung beantragen. Es kostet auch etwas Geld. Bei Bewilligung kannst Du drei Monate länger im Land reisen und arbeiten.

Wenn Du vorhast länger in Neuseeland zu verweilen, musst Du einen Arbeitgeber finden, der Dich sponsert. Dann kannst Du ein reguläres Arbeitsvisum für zwei Jahre bekommen, das aber an diesen Arbeitgeber gebunden ist. Es sei denn Du findest einen anderen, der Dich und damit auch dieses Visum übernimmt.

Eine andere Möglichkeit ist, einfach die großen Inseln zu wechseln. Sprich nach Neuseeland sich das Working-Holiday-Visum von Australien besorgen. So wechselst Du zwar das Land, aber Du siehst etwas Neues, erlebst wieder Neues und die Flüge rüber sind nicht zu teuer.

  1. Wie sah so ein typischer Alltag bei Dir aus?

Ganz unterschiedlich, weil ich in ganz unterschiedlichen Berufen gearbeitet habe.

In meinem ersten Job im Spa, habe ich natürlich viele Massagen, Facials, Mani- und Pediküren gegeben. Eben alles, was zu dem Job dazu gehört. Dabei hatte ich wirklich viel Spaß.

Dann hatte ich eine Stelle als Catering Assistent. Hier war ich bei einer der typischen Zeitarbeitsfirmen in Neuseeland angestellt. Eigentlich habe ich in dem Job mehr oder weniger nur abgespült und Dinge aufgefüllt. Trotzdem hatte ich Spaß, weil die Chefin gesehen hat, dass ich mehr als das kann und ich so auch mal andere Sachen machen durfte.

Ganz kurz habe ich auch in einer Bar hinter der Theke gestanden. Ein wirklich lustiger Job. Leider war ich nur kurz in der Stadt und so war der Job auch nicht so lange. Witzigerweise habe ich einen Freund, der irgendwann nach Christchurch gezogen ist und nun in genau dieser Bar ab und an auflegt. Die Welt ist ein Dorf!

Der einzige Job, den ich wirklich nie wieder machen möchte und unter Erfahrung abstempel, ist Egglabeler. Ich habe acht Stunden am Tag auf einer Stelle gestanden und Eierkartons beklebt. Es war grausam! Ich habe innerhalb eines Tages zwei Hörbücher gehört (und hatte danach keine mehr) und mein ganzer Körper schmerzte, so dass ich nach zwei Tagen das Handtuch schmiss.

Ich arbeitete auch einmal in einem Hostel gegen Unterkunft. Hier habe ich vier Stunden am Tag die Bettwäsche gewaschen und aufgehangen sowie einen Teil der Zimmer gesaugt. Ich kann euch sagen, ich habe Flecken gesehen, die ich nicht sehen wollte! Trotzdem war es ein toller Job, weil ich mit tollen Menschen zusammenarbeiten konnte und wir ein eigenes Staffhouse hatten.

Schweinefarm Ferkel

Meinen absoluten Lieblingsjob war auf einer Schweinefarm. Hier habe ich gewwooft. Das heißt ich arbeitete gegen Unterkunft und Essen. Ich hätte nie gedacht, dass Schweine so gesellige Tiere sein können. Der Farmer und sein Sohn sind mir so ans Herz gewachsen, dass wir immer noch in Kontakt sind. Hier habe ich wirklich Freunde fürs Leben gewonnen, auch wenn es ein schmutziger Job war und ich das ein oder andere Mal vom Elektrozaun eine gewischt bekam.

Wenn ich nicht arbeitete, war ich in der Regel nicht länger als zwei bis fünf Tage an einem Ort. Dort unternahm ich verschiedene Aktivitäten und dann ging es auch schon weiter.

  1. Wie sah die Unterkunft aus?

Total unterschiedlich. Die meiste Zeit habe ich in Hostels geschlafen. Meist in Mehrbettzimmern. Man gewöhnt sich tatsächlich schnell daran. Ich bin aber auch sehr anpassungsfähig was das angeht.

Manche Hostels waren total basic ausgestattet und manche so heimelig, dass man gerne morgens in seinem Schlafanzug vor dem Kamin saß, eingemummelt in eine Decke und mit einer Tasse Tee in der Hand und sich nett mit Leuten unterhielt.

In einer Wwoofing-Unterkunft, war ich in einem total schönen Haus untergebracht. Das einzige Problem hier war… Es gab keine Heizungen im Haus. Nur zwei Kamine. Einen in jedem Wohnzimmer. Genau! Es war ein so großes Haus, dass sie zwei Wohnzimmer hatten, aber weder Heizung, noch irgendeine nennenswerte Dämmung oder Doppelverglasung. In der Nacht war es so kalt in meinem Zimmer, dass ich meinen Atem sehen konnte. Zum Glück hatten wir Heizdecken.

Übrigens ist die Bauweise in Neuseeland generell etwas gewöhnungsbedürftig. Die Wände sind oft sehr dünn und die Verglasung der Fenster ist einfach. Viele Hostels haben Standheizungen in den Zimmern stehen. Wenn Dir zu kalt ist, dann frag nach einer Wärmflasche. Die haben sie immer. Sie wissen schon warum ;)!

  1. Wie sieht das mit der Sicherheit und gesundheitlichen Versorgung aus?

Ich hatte eigentlich nie irgendwelche Probleme. Da ich nur zweimal von einer Erkältung geplagt war, musste ich nicht wirklich einen Arzt aufsuchen. Allerdings wäre das auch kein großes Problem gewesen. Selbst wenn in dem Ort, in dem Du gerade bist, vielleicht kein Arzt ist, dann gibt es ihn ein oder zwei Orte weiter. Die Menschen in Neuseeland sind so nett, dass Dich sicher jemand fahren wird, wenn Du es selber nicht kannst.

Die meisten Medikamente bekommst Du hier übrigens im Supermarkt. Wenn Du also nur eine einfache Erkältung hast, dann musst Du keine Apotheke aufsuchen. Das macht die ganze Sache wesentlich einfacher!

Milford Sound Wasserfall (1)

  1. Was gefiel Dir besonders gut?

Das ist eine schwierige Frage, denn ich weiß nicht wo ich anfangen soll. Natürlich ist die Natur in Neuseeland einmalig schön. Sie bietet einem einfach alles, was man sich wünschen könnte. Strände, Regenwälder, Gletscher, das alles findest Du hier.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, waren die Menschen. Sie sind einfach so unglaublich freundlich und hilfsbereit. Ich habe sehr selten jemanden getroffen, der schlechte Laune hatte. Da war es fast schon ein Kulturschock, als ich zurück nach Deutschland kam. Es war mir vorher nie so aufgefallen, aber wir Deutschen sind schon echt unfreundlich und ungeduldig. Schade eigentlich.

Ein paar Erlebnisse die ich auch niemals vergessen werde, sind mein Skydive in Taupo, die Glowworm-Caves in Waitomo, das Schwimmen mit Delfinen in Paihia oder mein Besuch im Christchurcher Zoo. Dort habe ich nicht nur Tiger gefüttert, sondern bin auch während der Fütterung in einem speziellen Käfig durch das Löwengehege gefahren.

Christchurch Zoo im Löwenkäfig (1) (1)

Aber in Neuseeland ist wirklich für jeden etwas dabei.

  1. Was war weniger schön?

Ich fand Auckland nicht so schön. Diese Stadt ist einfach all das, was der Rest von Neuseeland nicht ist. Die Stadt ist groß, laut und die Menschen sind gestresster und ein wenig unfreundlicher, als anderswo. Immer mehr Menschen ziehen von der ländlicheren Gegend in die große Stadt, weil sie sich hier Arbeit erhoffen. Deshalb leben in Auckland mehr Menschen, als auf der gesamten Südinsel zusammen.

Die Kiwis haben übrigens einen Spitznamen für die Menschen die in Auckland leben. Sie nennen sie JAFA, was für „Just Another Fu**ing Aucklander“ steht. Das sagt eigentlich alles! 😉

Nicht so toll war tatsächlich auch mein Geburtstag. Ich war alleine in Wellington und keiner meiner (wenigen) Bekannten hatte Zeit. Also habe ich mir zwei Filme im Kino angeschaut und alleine einen Cupcake gegessen. Na gut… es waren sechs Cupcakes… aber ich hatte ja auch Geburtstag.

Mein Rat ist also: Sieh zu, dass Du an Deinem Geburtstag nicht alleine bist.

  1. Gab es einen Moment, wo Du an Deine Grenze kamst?

 Ja, als mir das Geld langsam aber sicher sehr knapp wurde. Ich wollte unbedingt in Wellington arbeiten. Leider hat sich das als schwieriger herausgestellt, als ich vorher dachte. Ich hatte gerade für eine Woche mein Hostelzimmer bezahlt, aber noch keinen Job gefunden. Ein Blick auf mein Konto sagte mir, dass ich noch 10 Dollar darauf hatte. Meine Kreditkarte war ebenfalls bis zum Anschlag ausgereizt. Ich war echt ein wenig verzweifelt und lieh mir zu Hause ein wenig Geld. (Was ich mir geschworen hatte, nicht zu tun!) Kaum war dieses Geld auf meinem Konto, habe ich eine Stelle gefunden. Ich kann Dir sagen, in diesem Moment war ich echt an meiner Grenze. Ich war verzweifelt, aber ich habe auch gelernt, dass es irgendwie immer weiter geht. Also im Nachhinein ist es zwar nicht meine Lieblingsgeschichte, aber sie war zumindest lehrreich.

  1. Was hat Dich geprägt und vielleicht sogar verändert?

Die ganzen zehn Monate haben mich unheimlich geprägt und meine Einstellung hat sich verändert. Ich gehe positiver durchs Leben. Ich habe mich besser kennengelernt und ich weiß genauer was ich will und was ich nicht mehr in meinem Leben möchte. Ich trenne mich schneller von Dingen und von Menschen, die mir nicht gut tun und ich mache weniger Kompromisse im Leben. Schließlich lebe ich nur einmal!

Außerdem hat sich das Land unglaublich tief in mein Herz gegraben. Es gibt immer noch Zeiten in denen ich manchmal abends zu Hause sitze und „Heimweh“ nach Neuseeland habe, denn so fühle ich mich. Als hätte ich nun zwei Länder, die meine Heimat sind. Neuseeland ist irgendwie mein Seelenort.

Black Water Rafting in Waitomo (1)

  1. Was würdest Du anderen empfehlen, die gerne mal Work & Travel probieren möchten?/Welche Tipps würdest Du ihnen auf dem Weg geben?

 Auf jeden Fall würde ich erst einmal genug Geld sparen. Es gibt durchaus Menschen, die sich das in den Kopf setzen und mit sehr wenig Geld in der Tasche losziehen. Das würde ich definitiv nicht empfehlen. Es macht Dir das ganze nur unnötig schwerer und Du machst Dir dadurch selber unnötigen Druck.

Ansonsten würde ich sagen: Mach es auf jeden Fall, wenn Du die Chance dazu hast! Denke nicht zu lange darüber nach, sondern mache es! Du wirst es in keinem Fall bereuen. Wenn Du Angst hast, dass es Dir nicht gefällt, dann buche ein Open Return Ticket. So hast Du schon einen Rückflug sicher und musst Dir keine Sorgen machen. Wenn etwas schief geht, kannst Du immer noch zurück. Wird es aber nicht! Du wirst die Zeit Deines Lebens haben!

 

Hast Du schon Work & Travel gemacht? Wenn ja wo und was waren Deine Erfahrungen?

Du möchtest auch das Reisen mit dem Arbeiten verbinden, aber weißt nicht so richtig wie? Dann schau mal hier vorbei. Ich helfe Dir gerne weiter :)!

 

11 Responses

  1. Jenny

    Hi Corinna, ein wirklich klasse Überblick über die tollen Möglichkeiten, für eine Zeit im Ausland zu reisen & zu arbeiten. Auf http://www.auslandsjob.de/work-and-travel-checkliste.php gibt es eine sehr hilfreiche Checkliste, die allen Work & Travellern die Organisation ihres Working Holidays sehr erleichtert – ich bin darüber auf jeden Fall sehr gut in mein Australienabenteuer gestartet :-).

    Euch allen viel Fernweh
    Jenny

  2. Ein spannendes Interview. Was mir dabei aufgefallen ist, dass so oft von Geldproblemem die Rede war, obwohl Corinna ja doch recht viel gearbeitet hat. Mich würde daher eine finanzielle Endbilanz interessieren. Sprich: Was hat der Spass am Ende über zehn Monate gekostet und natürlich würde mich interessieren, wie viele Monate Corinna wirklich gearbeitet hat und ob sie das Gefühl hat, ob es überhaupt Leute gibt, die bei so einem Jahr eine finanziell positive Bilanz ziehen können.

    Ich frage dies auch vor dem Hintergrund von Berichten, wonach Working Holidayler in Australien Hungerlöhne bekommen und das ganze System gazu ausgelegt sei, Touristen auszunutzen. Wobei ich natürlich auch verstehe, dass die Erfahrung selber einen Wert für sich darstellt.

    1. Hallo Corinna,

      vielen Dank für die Ausführungen. Ich finde zwar auch, dass das Erleben einer anderen Kultur im Vordergrund stehen sollte. Aber andrerseits finde ich schon auch, dass sich Arbeit lohnen muss. Das heisst, bei einem vollem Pensum sollte man in der Lage sein, sich zu finanzieren und etwas auf die Seite zu legen.

      Gruss,
      Oli

      1. Hallo Olli,

        grundsätzlich würde ich Dir da durchaus Recht geben, allerdings ist es von den Ländern für dieses Visum überhaupt nicht vorgesehen, dass Du arbeitest um das Geld zurückzulegen.
        Ein Work&Travel ist nicht zu vergleichen mit dem Jobs, die Du zu Hause bekommen würdest. Da Du in der Regel nicht sehr lange an einem Ort bist, wirst Du auch nicht die gute bezahlten Jobs bekommen. Du nimmst etwas temporäres und das sind halt meist Stellen, die nicht so gut bezahlt sind.
        Zum anderen ist es durchaus so, dass Du Dir Geld zurücklegst. Bei einem Work&Travel arbeitest Du um Dir das weiterreisen finanzieren zu können. Ich habe also zum Beispiel einen Monat gearbeitet um dann den nächsten wieder nur reisen zu können.
        Es gibt auch Länder, die lassen Dich überhaupt nicht arbeiten, wie Du das möchtest. In Israel z.B. darfst Du nur 6 der 12 Monate arbeiten und dann auch nur maximal 3 Monate am Stück. In Japan sind sogar bestimmte Berufe von dem Visum ausgeschlossen. Das heißt Du kannst es nicht so machen, wie ich Deutschland.
        Die Länder möchten natürlich auch etwas davon haben, das heißt sie möchten, dass Du das Geld, das Du verdient hast, auch wieder im Land selber ausgibst und am besten noch mehr. Sprich Du solltest ein gewisses Polster mitbringen, dass Du dann dort auch ausgibst.
        Jeder der bereits Work&Travel gemacht hat, wird Dir bestätigen können, dass Du vorher sparen solltest. Das Geld braucht man dort. Niemand, der es wirklich in Betracht zieht, wird es machen um sich hinterher wieder etwas angespart zu haben. Die Arbeit ist nur ein Mittel zum Zweck. Nämlich dem, schnell weiter zu können. 😉 🙂

        Liebe Grüße,
        Corinna

  3. Hi Oli,

    um ganz ehrlich zu sein: Ich habe es nie ausgerechnet. Meine finanziell Probleme in Wellington waren eher mein verschulden. Ich habe mich in die Stadt verbissen und war viel zu lange dort, statt weiterzuziehen und irgendwo einen Job zu suchen wo es klappt.
    Ich habe auch nicht nur das billigste Essen gekauft. Ich bin nicht der Typ der es schafft nur von Haferschleim zu leben, wie andere Backpacker. Auch habe ich mir nö hat zu wenig Aktivitäten gegönnt, über meine ganze Zeit dort.
    Ich habe überall den Mindestlohn bekommen und wurde auch immer pünktlich bezahlt. Solche Dinge wie in Australien habe ich also nicht erlebt.
    Ich denke man kann sich seine Zeit dort ganz gut mit Arbeit finanzieren, sollte aber auch ein gutes Polster mitbringen. Man wird sicherlich mehr ausgeben als rein kommen wird, wenn man alles in allem sieht. Allerdings war Geld auch nie der Grund warum ich das Ganze gemacht habe. Ich finde einfach, dass es eine tolle Möglichkeit ist, mehr Zeit in einem Land zu verbringen und dadurch die Kultur und die Menschen richtig kennenzulernen. Ich denke am Ende habe ich etwa die Hälfte, meiner Zeit dort, gearbeitet.
    Ich hoffe ich konnte Deine Fragen beantworten, ansonsten kannst Du mir gerne mehr stellen.

    Lieben Gruß,
    Corinna

  4. Marie

    Hallo Corinna,
    vielen Dank für deinen Erlebnisbericht. Ich plane auch gerade ein Jahr Work & Travel zu erleben. Neuseeland steht ganz oben auf meiner Favoritenliste. Deine Erlebnisse sind da natürlich eine tolle Entscheidungshilfe 😉 Super finde ich zum Beispiel die Löwenfütterung aus dem Zoo in Christchurch, denn ich bin ein großer Fan von Großkatzen 🙂 Ich plane aber mit einer Organisation zu verreisen. Das alles alleine zu planen ist mir einfach zu viel. Diese Angebote sagen mir sehr zu: http://www.stepin.de/work-and-travel
    War es für dich sehr auffwendig, die ganze Organisation alleine zu stemmen und hattest du keine Bedenken wegen der Sicherheit? Viell. mache ich mir einfach zu viele Gedanken…

    LG, Marie

    1. Hallo Marie,

      also ich habe alles alleine geplant und bin auch der Meinung, dass eine Orga Dir zwar viel abnehmen kann, die Wichtigsten Dinge musst Du aber trotzdem alleine machen. Letzten Endes zahlst Du halt drauf, denn die Orga möchte ja auch verdienen.
      Wirklich viel Sicherheit geben, können sie Dir leider auch nicht, denn wenn Du auf der anderen Insel bist und etwas passiert, dann musst Du da auch erst mal alleine durch. Wichtig ist halt eine gute Krankenversicherung. Wenn Du möchtest, schreib mir gerne eine E-Mail, dann kann ich Dir noch mehr über das Thema erzählen. Ich wollte auch erst mit einer Orga verreisen, habe dann aber gemerkt, dass es gar nicht so viel ist.

      Liebe Grüße,
      Corinna

      1. Marie

        Hallo Corinna,
        vielen Dank für Deine schnelle und ehrliche Antwort! Wenn ich weitere Fragen habe, dann werde ich sehr gerne auf Dein Angebot zurückkommen.
        LG, Marie

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