11
Nov
2017
Lebensträume

Lebensträume: Das Leben ist zu kurz um unglücklich zu sein!

Für diejenigen, die meine Geschichte noch nicht kennen hier die Kurzfassung: Mit 21 Jahren kündigte ich meinen sicheren Job, verkaufte mein Auto, flog nach Indien, um eine Ausbildung zu absolvieren, die in Deutschland noch nicht einmal anerkannt ist. Vier Jahre verband ich das Reisen mit dem Arbeiten und habe seitdem um der Selbstverwirklichung Willen noch ein paar mal alle Zelte abgebrochen, um einen Neuanfang zu starten.

Wenn ich den Impuls verspüre einer Sache nachzugehen, gibt es kein Halten mehr. Der Gedanke lässt mich nicht mehr los, egal wie unsinnig es für Außenstehende erscheinen mag. Ich bin durch eine innere Unruhe getrieben. Diese lässt erst nach, wenn ich die Idee umsetze. Dabei bin ich von Leidenschaft, Enthusiasmus und Ehrgeiz förmlich besessen.

„Du bist verrückt!“, „Du bist unverantwortlich!“, „Das kannst Du doch nicht machen!“ sind typische Reaktionen, die Du dann von Deinem Umfeld zu hören bekommst.

Ich finde mich übrigens stinknormal, bin ein eher ruhiger und bodenständiger Typ. Ich halte mich sogar für ein Stück weit konservativ, brauche Struktur und verfolge hohe ethische Wertmaßstäbe.

Aber vielleicht kommt Dir das bekannt vor? Du öffnest Dich, erzählst von Deinen Ideen, ein paar negative Kommentare und Zack, der Mut verlässt Dich wieder. Die Träume werden wieder in Schubladen gepackt. Dein Selbstvertrauen wurde mit Füßen getreten und das was andere denken erhält mehr Wichtigkeit.

Leider neigen wir auch oft dazu uns selbst auszubremsen mit Sätzen wie „Ja, Du kannst das Janine, aber ich kann das aus diesen und jenen Gründen nicht…, „Ja aber…“, „Du hast gut reden…“ oder „mir hilft keiner dabei…“. Stopp! Gut reden? Meinst Du irgendjemand hat mir geholfen? Alles was ich erreichte war ohne Vitamin B beziehungsweise ohne jegliche moralische oder finanzielle Unterstützung.

Ja, manche Träume waren für Außenstehende ein Ding der Unmöglichkeit, komplett unrealistisch und abwegig. Für alle Lebensträume bin ich einen steinigen Weg gegangen. Es dauerte manchmal Jahre, um sie zu erreichen. Nichts im Leben ist mir zugeflogen.

Dinge werden nicht immer wahr, indem man sie oft genug sagt sowie Julia Engelmann es singt. Träume verwirklichst Du mit einem starken Willen, viel Disziplin und vor allem Mut!

Ein Auszug meiner bisherigen Lebensträume (wen das nicht interessiert, einfach nach unten scrollen):

1. Lebenstraum: Im Ausland leben und arbeiten

Als bekennender Spanien-Fan wollte ich als junger Mensch in Spanien leben. Ich stellte mir also die Frage, wie ich meinen Wunsch erfüllen könnte, ohne dabei vorerst die finanzielle Sicherheit aufzugeben. Ich bewarb mich bei einem Tourismuskonzern und erhielt eine Absage. Ich erfüllte nicht die Voraussetzungen – Mindestalter 21 Jahre und eine zweite Fremdsprache fließend in Wort und Schrift waren Bedingungen.

Eins stand fest, ich wollte diesen Weg in jedem Fall gehen. Ein Jahr paukte ich Spanisch an der VHS, doch das Lernpensum glich einem Schneckentempo. Also traf ich meine erste mutige Entscheidung! Ein Jahr sparte ich meine Kohle. Ich kündigte meinen Job, um für zwei Monate einen intensiven Sprachkurs in Málaga zu unternehmen. Ich war voller Selbstzweifel. Doch nach meiner Rückkehr nach Deutschland bewarb ich mich wieder bei dem Konzern. Ich erhielt eine Einladung für ein Vorstellungsgespräch, das übrigens zur Hälfte auf Spanisch geführt wurde. Drei Wochen später saß ich im Flieger Richtung Fuerteventura – mit Arbeitsvertrag.

2. Lebenstraum: Ausbildung zur Ayurveda-Therapeutin in Indien

Auf Fuerteventura kam ich mit Ayurveda in Berührung. Ich war so fasziniert von der Alternativmedizin, dass ich sie selber authentisch erlernen wollte – in Indien. Also sparte ich wieder mein Gehalt, verkaufte mein Auto und buchte mein Flugticket nach Indien, ohne jemanden davon zu erzählen. Ich absolvierte eine Ausbildung zur Ayurveda Massagetherapeutin und wusste nicht, wie es danach weitergehen sollte. Meine Familie war mit diesem Lebenskonzept nicht einverstanden. Diese Entscheidung brachte eine heftige Reaktion mit sich, so dass ein Elternteil kein Wort mehr mit mir sprach. Eine schmerzliche Zeit, das kann ich Dir sagen. Manchmal ist der Preis hoch, den wir für unsere Träume zahlen. Aber ich kann nicht existieren oder ein Leben führen, um andere glücklich zu machen.

Es stellte sich heraus, dass die Entscheidung goldrichtig war. Viele Jahre lebte ich von meinem Traum.

3. Lebenstraum: Das Reisen mit dem Arbeiten verbinden

Das Kribbeln verspürte ich schon früh. Reisen ist nicht nur eine Leidenschaft, sondern bedeutet für mich echte Freiheit, Unbeschwertheit und pures Glück! Ich war schon immer und gerne unterwegs. Doch das reichte mir irgendwann nicht mehr. Reisen und Arbeiten: Wie packe ich es an und bewerbe mich im Ausland? Hier findest Du meine persönlichen Tipps dazu.

Jeder kann das Reisen mit dem Arbeiten verbinden. Buzzwords wie “Arbeiten im Ausland“, “Digitale Nomaden” oder “ortsunabhängiges Arbeiten” stoßen in unserer Gesellschaft auf zunehmendes Interesse. Doch nicht jeder ist online-affin oder kann sich von heute auf morgen das nötige digitale Know-how aneignen. Das Pendant zum digitalen Nomadentum sind die analogen Nomaden.

Ich habe beispielsweise unter anderem in Hotels gearbeitet als Ayurveda Therapeutin, freie Journalistin und so weiter. Meiner Kreativität waren keine Grenzen gesetzt, denn das Reisen hatte Prio 1 für mich. Wo ein Wille ist, ist tatsächlich auch ein Weg. Überlege Dir genau, was Deine Stärken und Talente sind. Konzentriere Dich darauf und recherchiere im Internet welche Möglichkeiten es für Dich gibt.

4. Lebenstraum: Vor der Kamera stehen

Als ich im Clubhotel arbeitete und im Theater mitwirkte, leckte ich Blut. Es entstand der Wunsch professionell vor der Kamera zu stehen. Doch wie wird man eigentlich ein Werbegesicht oder Schauspielerin? Ich war nie eine klassische Schönheit oder super dürr.

Wie viele andere nahm ich nebenbei Komparsenjobs an. Eine Kundin von mir war Fotografin. Sie machte netterweise eine Setcard für mich. Mit der bewarb ich mich bei verschiedenen Agenturen. Es fanden Castings und Vorsprechen statt. Doch meine mangelnde Erfahrung und das nicht vorhandene Selbstwertgefühl, spiegelten sich in meiner Performance wieder. Der wirkliche Erfolg blieb aus.

Nichtsdestotrotz war ich zwei Jahre die Moderationsassistentin in einer Quiz-Sendung eines Öffentlich-rechtlichen Senders. Ebenso gehörten größere Fotoshootings für eine bekannte Biermarke oder die Zeitschrift Wedding Style dazu und ich hatte den einen und anderen Schauspielauftrag für Werbevideos sowie in deutschen Seifenopern.

5. Lebenstraum: Beim Fernsehen arbeiten

Ja, ich weiß…ich erfülle gerade jedes Klischee und muss während ich den Text schreibe selbst ein wenig lachen. Irgendwann musste ich mir eingestehen, dass die Tätigkeit vor der Kamera ein Ablaufdatum hat. Wenn sich ab einem bestimmten Alter keine Erfolge einstellen, ist es manchmal notwendig auch von dem Traum abzulassen. Jedoch hat mir die Medienbranche gefallen. Damit das ganze Hand und Fuß bekam, begann ich ein Studium für Journalismus.

Ich bewarb mich bei verschiedenen Produktionsfirmen und TV-Sendern und erhielt eine Zusage. Unter anderem arbeitete ich für verschiedene Casting-Formate und fand sogar einen Job bei einem deutschen Öffentlich-rechtlichen Sender in Singapur. Des Weiteren boxte ich mich durch ein Assessment Center, setzte mich gegen 300 Bewerber durch, für eine Stelle bei einem großen Verlagshaus in Hamburg. Das waren alles aufregende Jahre, die ich nicht missen möchte.

Weitere Lebensträume von mir findest Du in meiner Bucket List.

Warum ich Dir das alles schreibe?

Vielleicht inspiriert und motiviert Dich das. Eventuell hast Du bemerkt, dass bei mir auch nicht alles easy peasy lief. Manche Ziele erreichte ich erst nach Jahren. Das Schreiben unzähliger Bewerbungen und viele viele Ablehnungen sowie hagelnde Kritik usw. gehörten dazu. Manchmal waren Studium und/oder Weiterbildungen nötig. Ebenso gehörten auch viele scheiß Nebenjobs und Blutplasma-Spenden dazu (ja Du liest richtig), um Geld beiseite zu legen, weil ich einfach manchmal nicht wusste, wie es weiterging. Den wenigsten Menschen fällt das Glück in den Schoß.

Fakt ist, bei allen Entscheidungen die ich traf, wusste ich auch nie ob es die Richtige war. Diese Erkenntnis hast Du immer erst hinterher. Doch keine Erfahrung ist umsonst.

Nur nicht den Mut verlieren

Wichtig ist, sich von anerzogenen Werten, mit denen Du Dich nicht identifizieren kannst, frei zu machen. Natürlich wollen wir die Menschen, die wir lieben, nicht enttäuschen. Wir haben Angst verstoßen zu werden.

Aber wenn wir jetzt ganz ehrlich sind: Wenn die Gunst unseres Umfeldes von unserem Lebensstil abhängt, kann hier nicht von Liebe oder Freundschaft die Rede sein. Letzten Endes musst Du das Leben führen, dass Dich glücklich macht.

Du wurdest nicht auf diese Welt geboren, um andere glücklich zu machen, ihr Lebenskonzept oder ihre Träume zu leben. Das Leben ist zu kurz, um unglücklich zu sein. Und immer daran denken: keine Entscheidung ist in Stein gemeißelt.

Du musst nicht alle Zelte abbrechen

Diese Fragen wie „Was wäre wenn? Oder hätte ich doch vielleicht“ sind pragmatisch gesehen unnötig. Wir schüren Ängste und Sorgen, die unnötig sind. Ja, Du weißt nicht, ob es die richtige Entscheidung ist, aber das musst Du auch nicht.

Die Entscheidung für etwas, nimmt Einfluss auf die jetzige Wirklichkeit, aber bestimmt nicht die zukünftige. Besser ist es, jetzt etwas zu ändern, als sich irgendwann zu fragen, was wäre wenn? Habe keine Angst vor Veränderungen. Hierfür ist es auch nicht immer notwendig gleich alle Zelte abzubrechen. Vielleicht wolltest Du schon immer mal eine Sprache oder eine Kampfsportart erlernen, einen Goldschmiedekurs besuchen oder was auch immer? Kleine Veränderungen im Alltag können Großes bewirken. Es ist wie gesagt, nichts in Stein gemeißelt. Es gibt nichts schlimmeres, als das falsche Leben zu führen und unglücklich zu sein.

Gibt es etwas in Deinem Leben, das Dich nicht loslässt? Lebens- oder Kindheitsträume? Das Gefühl, dass falsche Leben zu führen?

 

 

1 Response

  1. Hallo

    Lass dich von niemanden aufhalten, höre nicht auf die Anderen, die dir Wünsche vermiesen wollen oder von Sachen abraten wollen. Lebe dein Leben und genieße es.

    Ich habe mir im August einen kleinen Traum erfüllt. Es war mein Fehler, ich hätte es schon viel früher haben können, aber ich hatte damals einfach zu wenig in google gesucht und nicht gedacht das es für „Normalsterbliche“ auch möglich wäre und nicht nur für Firmenmitarbeiter. Ende Juli hab ich in der Zeitung bei uns gelesen, das eine Firma in die USA es Mitarbeitern anbietet sich chippen zu lassen, wollte ich weitere Berichte darüber lesen. Durch Zufall bin ich dann auf Seiten gestossen, wo sich ein jeder solche Chips kaufen kann. Bin nur vor dem Computer gesessen und dachte mir „cool“ Eine der Seiten hatte einen Partnerpiercer in Wien. Hab ihm angemailt und bin dann hingefahren.
    Da ich bevor ich den Chip hatte schon mal den Zeitungsartikel auf FB geteilt habe, hatte ich da schon ziemliches entsetzen geerntet, wie man sowas cool finden kann – und es wäre die total Überwachung etc…. das Problem ist auch, das es viele Fakenews dazugab, die Unwahrheiten verbreitet haben.
    Ich hab es dann mal gelassen, und erst vorsichtig mal in einem Chat es 1 Monat später erwähnt – viele waren entsetzt, als ich es dann nach 2 Monaten auf FB gepostet habe, das ich eben einen Chip implantiert habe – hat mich eine FB Freundin sofort gelöscht – sie hat es auch geschrieben und ich glaube was ich mitbekommen habe auch noch eine weitere Person.

    Ich sag es so, das ist mein Körper! Es wäre ja im Prinzip das Gleiche wenn ich eine FB Freundin lösche nur weil sie sich z.B die Brust vergrößern läßt und ich eben gegen das bin. und es eigentlich extrem furchtbar finde. Wenn es ihr gefällt und sie daran Freude hat – warum nicht, es ist ihre Entscheidung.

    Werde jetzt in Sachen biohacking noch einen Schritt weitergehen, das nächste Jahr lass ich mir einen Magnente in einen Finger implantieren. Das ist auch etwas, von dem ich fasziniert bin. Mir geht es nicht umdie Spielereien, wenn man sein Gegenüber beindrucken kann, sondern eher darum, Magnetfelder wahrnehmen.

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