20
Aug
2016
Arbeiten in der Karibik

Reisen und Arbeiten wo andere Urlaub machen – Willkommen in der Karibik!

Einer der schönsten Strände der Karibik ist nur wenige Gehminuten von Christians Büro, vom Reiseblog My Travelword, entfernt. Die Palmen sind in stetiger Sichtweite sowie das bunte Treiben der Karibik. Seit fünf Jahren lebt und arbeitet er auf paradiesischen Inseln wie Grenada und derzeit in der Dominikanischen Republik im Tourismussektor. Wie er das geschafft hat, was ihn bewegte und warum es die beste Entscheidung seines Lebens war, erfährst Du in diesem Interview. 

My TravelWorld

Reisen und Arbeiten in der Karibik

Vielleicht stellst Du Dich den Lesern kurz vor. Wer bist Du? Wo bist Du und was machst Du da genau?

Mein Name ist Christian, ich bin 29 Jahre alt und lebe derzeit in der Dominikanischen Republik. Schon seit der Kindheit bin ich mit dem Reisevirus infiziert. Nach dem Studium ging es wenn immer auf Reisen und 2011 wagte ich schließlich den Schritt ins Ausland und landete auf der kleinen und paradiesischen Karibik-Insel Grenada. Ursprünglich nur für eine überschaubare Zeit, doch es sind dann gleich einmal drei Jahre geworden. Danach habe ich mich auf eine einjährige Weltreise begeben und fand anschließend – 2015 – einen neuen Job in der Dominikanischen Republik, wo ich seitdem lebe.

Arbeiten in der Karibik

Was waren Deine Beweggründe, dass Reisen mit dem Arbeiten zu verbinden und Deutschland den Rücken zu kehren?

Ich wollte schon immer ins Ausland. Nach der Schule, nach dem Studium, nach dem Zivildienst, aber irgendwie kam der nächste passende Schritt (im Inland) immer schneller als gedacht. Anfang 2011 war es dann soweit, dass ich mir dachte „jetzt oder nie“. Deswegen bewarb ich mich auf eine ausgeschriebene Stelle bei einem kleinen und völlig unbekannten Reiseveranstalter in Grenada. Zum damaligen Zeitpunkt wusste ich weder, wo die Insel liegt, noch wie traumhaft es dort sein sollte. Doch letztendlich stellte sich die Entscheidung als goldrichtig heraus. Durch die vielen positiven Erfahrungen bin ich schließlich geblieben. Mein Leben hat sich seitdem komplett gewandelt. Zum derzeitigen Punkt möchte ich weiter die Welt erkunden, so dass Deutschland erst einmal an zweiter Stelle steht.

Arbeiten in der Karibik

Welche Jobs hast Du bisher mit dem Reisen verbunden und wo? Welche Qualifikationen oder Voraussetzungen musstest Du für den Job mitbringen?

In Grenada habe ich als Reiseberater und Produktmanager bei einem Reiseveranstalter gearbeitet. Hier in der Dominikanischen Republik bin ich in einem ähnlichen Bereich mit mehr Verantwortung als Destination Manager angestellt. Dazu muss man wissen, dass ich in Deutschland Tourismus studierte und auch bei einem Reiseveranstalter gearbeitet habe. Die jeweiligen Stellen passten also perfekt in mein Profil und machten es relativ einfach, diese schließlich auch zu bekommen. Die Anzahl an qualifizierten und bezahlbaren Bewerbern im fernen Ausland ist doch eher rar. Beide Stellen habe ich bei Touristikcareer.com gefunden, einer im Tourismus recht bekannten Jobbörse. Sie waren demnach offiziell ausgeschrieben. Es gibt sie also wirklich, die typischen Jobs im Paradies. 🙂

Arbeiten in der Karibik

Dazu passt noch eine kleine Anekdote, dass ich mich auf die erste Stelle in Grenada eigentlich nur zum Spaß beworben habe. Die Stellenanzeige war bunt gestaltet. Sie lockte wortwörtlich mit einem der schönsten Strände der Karibik in Gehentfernung zum Büro, stetigen Palmen in Sichtweite sowie dem bunten Treiben der Karibik. Ich hielt dies eigentlich nur für eine unseriöse Briefkastenfirma und schickte meine Bewerbung nur zum Spaß hin. Umso überraschter war ich schließlich, als es sich doch als ernst herausstellte. Schon wenige Monate später saß ich auf einer der kleinsten und idyllischsten Karibikinseln und hatte einen neuen Lebensabschnitt vor mir.

Arbeiten in der Karibik

Wie sieht es mit bürokratischen Herausforderungen (Visum, Krankenversicherung, Unterkunft etc.) aus?

Hier muss man ganz klar sagen, es kommt darauf an – sowohl auf die Position, die Konditionen als auch auf das Verhandlungsgeschick. Ein guter Arbeitgeber kümmert sich in der Regel um alles, die Frage ist nur, wer es zahlt.
Dann kommen die eben genannten Faktoren ins Spiel. Wer nur für ein dreimonatiges Praktikum ins Ausland geht, wird kaum Wohnung, Visum und Krankenversicherung bezahlt bekommen – allenfalls nur dann, wenn im Gegenzug kein Lohn gezahlt wird. Wer sich auf eine langfristige (mehrjährige) Position bewirbt, darf schon mit einigen Vorteilen rechnen. Vor allem die Wohnung wird in der Regel gestellt und auch das Visum sollte vom Arbeitgeber zumindest anteilig bezahlt werden. Denn hier entstehen je nach Land hohe Anwalts- und Verwaltungskosten. Die Krankenversicherung ist eigentlich das kleinste Problem. Entweder ist sie im Arbeitsvertrag inklusive oder man bucht sich eine kostengünstige Langzeit-Auslandskrankenversicherung bei der HanseMerkur. Die gibt es in der Regel schon ab 35 Euro im Monat.

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Wie sieht Dein Leben/Alltag in der Dominikanischen Republik aus?

Im Prinzip sieht mein Alltag hier nicht wesentlich anders aus als er vielleicht in Deutschland wäre. Nur genieße ich die Vorteile eines 365 Tage dauernden Sommers, der typisch entspannten Karibik-Atmosphäre, leckeren und günstigen Drinks, spannenden Abenteuern sowie vor allem hier im lateinamerikanischen Raum sehr offenen Menschen. Ansonsten arbeite ich in der Woche relativ viel, bin aber dann am Wochenende unterwegs, um das Land zu erkunden, welches extrem vielfältig ist, wunderschöne Ecken zu bieten hat, unglaubliche Natur sein eigen nennen kann und viel mehr ist als nur Strandliege und All Inclusive.

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Inwiefern haben Dich diese Erfahrungen (Reisen & Arbeiten) geprägt oder vielleicht verändert?

Hierzu habe ich vor kurzem an einem Reiseblogger-Round-Up teilgenommen und ausführlich berichtet. Vielleicht nur ganz kurz: generell hat mich das Leben im Ausland insofern verändert, als man die extremst guten Verhältnisse, die wir in Deutschland haben, mit anderen Augen sieht. 99 % der Menschen auf dieser Welt haben schlechtere Lebensbedingungen. Sie versuchen aber trotzdem das Beste daraus zu machen und beschweren sich nicht über so absolut lebensunwichtige Dinge wie Zugverspätung, eine schlecht gelaunte Supermarktkassiererin oder laute Nachbarn. Es gibt Wichtigeres im Leben und das ist unter anderem ein sauberer und sicherer Platz zum Schlafen, Trinkwasser sowie etwas zu Essen. Wenn man dazu noch eine schöne und friedliche Umgebung hat, braucht es nicht mehr, um glücklicher zu sein.

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Wie sehen Deine weiteren Pläne aus?

Mittelfristig werde ich erst einmal in der Dominikanischen Republik bleiben, um mein berufliches Projekt hier zu erfüllen. Bis dahin – und sicher auch darüber hinaus – möchte ich weiter die Welt erkunden, aktiv bleiben und immer mal wieder das eine oder andere Abenteuer einstreuen. Irgendwann, wenn ich dann alles erlebt und gesehen habe, kann ich über eine Rückkehr nach Deutschland nachdenken und ein geregeltes Leben aufbauen. Mal schauen, ob das in den nächsten 10 Jahren passieren wird … 😉

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Welche Tipps hast Du für andere, die den selben Weg einschlagen möchten?

Schwierig zu sagen. Ich denke, das wichtigste ist, flexibel zu sein und sich auf verschiedene, teils stark von „zu Hause“ abweichende Lebenssituationen einstellen zu können. Selbst auf Grenada, obwohl es ein wirkliches Paradies ist, habe ich (im selben Job) einige Leute kommen und gehen sehen, weil sie sich einfach nicht auf die veränderten Lebensumstände einstellen konnten. Wer das nicht kann, hat schwere Karten. Wer jedoch offen in solch einen Lebensabschnitt hineingeht und sich auf andere Umstände und Menschen einstellen kann, hat die Möglichkeit, das große Lebensglück zu finden. Genau diese Flexibilität ist eigentlich das Wichtigste. Denn alles andere ergibt sich in der Regel von selbst – so wie bei mir meine mittlerweile mehr als fünf Jahre dauernde Abstinenz aus Deutschland, die ursprünglich mal für maximal ein Jahr gedacht war.

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Hast Du Fragen an Christian? Bist Du auch auf der Suche nach einem Job im Ausland? Diese Artikel können Dir dabei behilflich sein:

 

 

6 Responses

  1. Hallöchen,

    ach ich mag deine Reihe noch immer sooo gerne 😀

    Aber ich glaube weil ich einfach weiß, wie toll es ist im Ausland zu arbeiten.

    LG Mel

  2. Nadine

    Ich bin auch großer Fan dieser Reihe. Selber habe ich nur ein Praktikum in Schweden gemacht, aber es ist immer spannend von anderen zu hören die ihren Traum leben.

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