1
Aug
2016

Reisen und Arbeiten in Südamerika

Reisen und Arbeiten in Südamerika ist für viele ein Traum! Auf meinem Blog stelle ich Dir verschiedene Möglichkeiten vor, dass Reisen mit dem Arbeiten zu verbinden von Workaway, Work & Travel, als Flugbegleiterin oder mithilfe von selbstorganisierten Jobs. Heute berichtet Dir Ariane von Heldenwetter wie sie nach dem Abitur ein Jahr lang in der peruanischen Hauptstadt Lima lebte und arbeitete, ihr Herz an Lateinamerika verlor und was sie jetzt in Quito, Ecuador macht.

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Vielleicht stellst Du Dich den Lesern kurz vor Ariane. Wer bist Du? Wo bist Du und was machst Du da genau?

Hallo, ich heiße Ariane, bin 23 Jahre alt und habe die letzten Jahre über Politikwissenschaft und Geographie studiert. Gerade war ich nun für ein Praktikum drei Monate lang in Quito, Ecuador, und mittlerweile bin ich auf dem Weg nach Peru, wo ich noch ein paar Wochen lang Freunde besuchen werde. Genau habe ich in Quito ein Praktikum an der Deutschen Botschaft gemacht.

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Was waren Deine Beweggründe, dass Reisen mit dem Arbeiten zu verbinden?

Ich habe bereits einmal für ein Jahr in Lima, Peru, gelebt und gearbeitet. Für mich ist das Arbeiten in einem anderen Land ehrlich die beste Art und Weise, zu „reisen“. Man bleibt länger an einem Ort, meist vergünstigt oder sogar bezahlt, und hat so die Möglichkeit, wirkliche Freunde kennen zu lernen und eine Art Routine zu entwickeln. Noch dazu bietet die Arbeit in einem anderen Land ganz andere Einblicke als das Leben als Tourist – man verlässt sozusagen die Touristen-Blase und bekommt einen Eindruck davon, wie das wirkliche Leben am jeweiligen Ort so ist.

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Welche Jobs hast Du bisher mit dem Reisen verbunden und wo?

Wie gesagt, habe ich vorher bereits ein Jahr lang in Peru gelebt. Dort habe ich in einer Umwelt-NGO Ciudad Saludable mitgearbeitet und im Rahmen eines Freiwilligenprogramms Umweltworkshops mit Kindern und Erwachsenen organisiert.

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Wie bist Du an diesen Job rangekommen?

Für Praktika an deutschen Vertretungen im Ausland kann man sich zentral über das Auswärtige Amt bewerben. Dort füllt man ein Online-Formular aus und bewirbt sich auf maximal neun Standorte. Relativ kurze Zeit nach meiner Bewerbung bekam ich auch schon eine Zusage, weitere Bewerbungsgespräche oder Ähnliches waren nicht notwendig. Im Anschluss habe ich mich dann um ein passendes Stipendium beim DAAD beworben. Hier war die Bewerbung fast noch einfacher – ich musste nur ein Online-Formular ausfüllen und bekam wenig später eine Zusage.

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Welche Qualifikationen oder Voraussetzungen musst Du für den Job mitbringen?

Das Praktikum, das man absolviert, muss ein Pflichtpraktikum sein. Für den Zeitraum des Praktikums musste ich zudem an meiner Uni inmatrikuliert sein. Eine bestimmte Fachrichtung muss man nicht studieren, aber ich denke, dass man mit Fächern wie Politikwissenschaft, Jura oder Internationalen Beziehungen definitiv im Vorteil ist. Sprachkenntnisse des jeweiligen Landes sind unabdingbar, genauso wie gutes Englisch und eine gute Ausdrucksweise im Deutschen. Für die Standorte in Lateinamerika wird zudem häufig längere Lateinamerika-Erfahrung verlangt.

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Wie wird der Job vergütet oder erhältst Du Subventionen?

Man bekommt eine monatliche Aufwandsentschädigung von 300 Euro. Dazu kann man sich beim DAAD um ein Stipendium bewerben.

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Wie sieht es mit bürokratischen Herausforderungen (Visum, Krankenversicherung, Unterkunft etc.) aus?

Bei der Suche nach einem Zimmer habe ich Unterstützung bekommen: Die Botschaft hatte eine Liste mit möglichen Zimmern. Um die Kontaktaufnahme musste ich mich jedoch selbst kümmern. Ein Visum benötigte ich zum Glück nicht, hätte ich aber selbst organisieren müssen. Eine Krankenversicherung konnte ich über das DAAD-Stipendium günstig und einfach abschließen.

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Wie sieht Dein Leben/Alltag in Quito aus?

Da ich bereits ein Jahr in Lima gelebt habe, war es für mich keine „große Sache“, nach Quito zu ziehen. Ich hatte keinen wesentlichen Kulturschock oder Ähnliches: Im Vergleich zu Lima ist Quito eine Oase der Ruhe. Oft habe ich mich darüber gewundert, wenn mir andere Ausländer davon erzählten, wie stressig und chaotisch sie den Verkehr fänden – für mich waren dort kaum Autos unterwegs. Freunde zu finden, war für mich sehr einfach, vor allem, da ich die Kultur ja bereits ein wenig kannte und zudem die Sprache spreche. Mein Alltag war entsprechend normal: Unter der Woche habe ich tagsüber ja ohnehin gearbeitet, am Wochenende war ich mit Freunden unterwegs oder habe Museen in Quito besucht. An einigen Wochenenden war ich auch in anderen Landesteilen oder in der Natur in der Nähe von Quito.

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Inwiefern haben Dich diese Erfahrungen (Reisen & Arbeiten) geprägt oder vielleicht verändert?

 Mein Jahr damals in Peru hat mich definitiv sehr stark verändert und meine weitere Zukunft wesentlich mitbestimmt. Über die Zeit in Quito kann ich das wohl noch nicht sagen – ich finde, die eigene Veränderung bemerkt man immer eher schleichend. Aber es war definitiv spannend, sich mal drei Monate lang mit der Politik eines Landes zu beschäftigen. Ich habe irrsinnig viele Einblicke bekommen, die ich anders nie hätte erlangen können. Und ich habe wirklich tolle Menschen kennen gelernt, mit denen ich Kontakt halten werde. Ich plane zumindest schon mal, nächstes Jahr wieder zurückzukommen :).

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Wie sehen Deine weiteren Pläne aus?

Im Oktober werde ich in Deutschland ein neues Studium beginnen, einen Master. Doch bevor ich dafür umziehen und mich inmatrikulieren muss, bleiben mir erst einmal noch vier Wochen im wunderbaren Lima.

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Welche Tipps hast Du für andere, die den selben Weg einschlagen möchten?

Ich persönlich merke oft, dass ich mich für Praktika oder Stipendien nicht bewerbe, weil ich überzeugt bin, dass ich sowieso nicht gut genug bin für die Stelle. Doch das ist Quatsch – man sollte sich für alles bewerben, das einen interessiert, unabhängig von den Qualifikationen! Mehr als eine Absage kann schließlich nicht passieren :).

Hast Du schon das Reisen mit dem Arbeiten verbunden? Wenn ja, dann erzähl doch mal 🙂! Wenn nein, wo würdest Du gerne arbeiten?

 

2 Responses

  1. Danke für diese Einblicke. Die Erfahrungen, die man beim reisen sammelt sind unbezahlbar. Wahrscheinlich merkt man nicht direkt wie sie einen verändern aber das tun sie. 🙂

    VG
    Sherin

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