16
Mrz
2015

Endlos Reisen und Arbeiten mit Workaway – 10 Fragen an Sarah von Rapunzel will raus

Sehnst Du Dich vielleicht auch danach zu reisen, viele Länder zu entdecken, aber Dir fehlt leider das nötige Kleingeld dafür? Dann bist Du hier genau richtig! Bei mir fragten sich viele Leute wie ich dauerhaft unterwegs sein konnte und trotzdem noch etwas Taschengeld übrig blieb. In meiner Interviewserie „Reisen und Arbeiten“ zeige ich Dir eine Vielzahl an Möglichkeiten auf, das Reisen mit dem Job zu verbinden. Und dafür musst Du noch nicht einmal digitaler Nomade sein, das als Buzzword seit längerer Zeit in den Medien die Runde macht. Das Pendant dazu heißt analoger Nomade und das kann tatsächlich von heute auf morgen jeder sein! Welche Möglichkeiten es gibt, findest Du hier.

Sarah von Rapunzel will raus ist das beste Beispiel dafür, wie sie unter anderem ihre Weltreise finanziert. In ihrem aktuellen Bericht erfährst Du, wie sie sich als Backpacker mit Workaway eines der teuersten Örtchen der Welt, Hawaii, finanzierte. Ich wollte es genauer wissen und habe Sie zu Workaway und ihre Erfahrungen damit befragt.

Unterwegs auf Hawaii - Nebst dem Arbeiten bleibt auch Zeit, die Insel zu erkunden_klein

  1. Was ist Workaway und wie funktioniert das genau?

Workaway ist eine Plattform für den Austausch von Arbeit gegen Kost und Logis. Es sind verschiedenste Angebote zu finden wo Du Dich bewerben kannst, um eine vereinbarte Zeit im Ausland zu arbeiten. Von Bauernhöfen zu Babysitting oder Arbeit in einem Hostel ist alles dabei.

Es soll Budgetreisenden helfen, auch Länder zu besuchen, die etwas teurer sind, einen kulturellen Austausch fördern und Sprachbarrieren abbauen. Der Einblick in eine fremde Kultur soll ermöglicht und das Zusammenkommen verschiedener Nationalitäten gefördert werden.

Workaway in Kailua-Kona auf Hawaiis Big Island

Workaway in Kailua-Kona auf Hawaiis Big Island

 

  1. Gibt es eine Altersbegrenzung?

Nein, bei Workaway gibt es keine Altersbegrenzung. Jeder kann mitmachen und sich ein Profil zulegen. Wenn ein Gastgeber ein Mindestalter voraussetzt, dann ist das aus seinem Profil ersichtlich.

  1. Welcher finanzielle Mehraufwand entsteht für mich bzw. welche Kosten kommen auf mich noch zu? (Anmeldung, Krankenversicherung, Flug, Verpflegung?)

Die Anmeldung bei Workaway kostet 23 Euro pro Person oder 30 Euro pro Paar und ist zwei Jahre gültig. Kosten für die Unterkunft oder das Essen fallen nicht an, da Du ja dafür arbeitest. Allerdings würde ich empfehlen mit dem Gastgeber ganz genau zu vereinbaren, ob alle drei Mahlzeiten pro Tag inbegriffen sind oder nur das Frühstück.

Alle weiteren Kosten sind Dir überlassen und freiwillig. Normalerweise musst Du nur für die An- und Rückreise aufkommen. Eine Krankenversicherung solltest Du auch haben, das ist in Deinem eigenen Interesse. Vorgeschrieben ist das bei Workaway aber nicht.

  1. Brauche ich bei Workaway für bestimmte Länder ein Arbeitsvisum oder reicht ein Touristen Visa?

Für die Freiwilligenarbeit bei Organisationen wie Workaway, Wwoofing oder Work & Travel reicht in der Regel ein Touristenvisa. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: In Ländern wie USA, Kanada, Neuseeland und Australien benötigst du ein Working-Holiday-Visum. Wenn Du auf Nummer sicher gehen möchtest, informiere Dich am besten vor Deiner Reise. Ansonsten rate ich bei der Einreise kein Wort über Arbeit zu verlieren und das Du nur als Tourist einreist ;).

  1. Hast Du Tipps für das Anschreiben an Gasteltern?

Du erhöhst Deine Chance eine Stelle zu bekommen, indem Du eine wirklich personalisierte Anfrage an die Gastgeber schreibst. Erzähle wer Du bist, was Du machst und warum Du ausgerechnet bei ihnen arbeiten möchtest. Was gefällt Dir an der Ausschreibung? Welche Referenzen in Bezug auf die ausgeschriebene Arbeit kannst Du vorweisen? Warum willst Du ausgerechnet in diesem Land arbeiten? Das Anschreiben macht Arbeit, wenn Du aber eine Stelle wirklich willst, lohnt sich der Aufwand.

Kaffeeernten auf Hawaii - einer von vielen Wegen via Workaway zu arbeiten

Kaffeeernten auf Hawaii – einer von vielen Wegen via Workaway zu arbeiten

 

  1. Wo hast Du Workaway schon mal beansprucht und als was hast Du gearbeitet?

Ich habe vor kurzem auf einer Farm in Hawaii gearbeitet, welche ich via Workaway gefunden habe. Dort habe ich in erster Linie Kaffee gepflückt, aber auch im Bed & Breakfast mitgeholfen. Putzen, Zimmer machen, aufräumen.

  1. Wie viel Stunden arbeitest Du am Tag?

Ich habe fünf Stunden pro Tag für Kost und Logis gearbeitet.

  1. Wie sieht die Unterkunft aus? Teilst Du Dein Zimmer mit anderen?

Dort wo ich gearbeitet habe, gab es nicht nur eine Kaffeefarm, sondern auch ein Bed & Breakfast. Eines dieser Zimmer habe ich mir mit einem weiteren Workawayer geteilt.

  1. Wie sieht das mit der Sicherheit mit workaway aus? Worauf sollte ich achten?

Ich betrachte Workaway als eine sichere Plattform. Schaue Dir immer die Referenzen an, diese sagen in dem meisten Fällen schon recht viel über den Platz oder den Gastgeber aus. Und bitte, bitte schreibe nach Deiner Erfahrung auch ein ehrliches Feedback. Auch wenn etwas nicht so gewesen sein sollte wie erwartet, erwähne es. Dies hilft allen weiteren Reisenden enorm weiter.

Kleine Helfer bei der Kaffeeernte auf Hawaii.

Kleine Helfer bei der Kaffeeernte auf Hawaii.

 

  1. Was ist Dein bisheriges Resümee?

Ich habe Workaway benutzt, um auf Hawaii eine Kaffeefarm zu finden. Erstens wollte ich schon immer mal beim Kaffeepflücken mithelfen und zweitens war es für mich eine tolle Gelegenheit, meine Ausgaben auf die teuren Inseln zu reduzieren. Ich hatte eine gute Zeit auf Hawaii und auch beim Kaffeepflücken. Bei meiner Gastfamilie gab es jedoch einige Dinge die nicht so toll waren. Dies war beispielsweise der Umgang miteinander oder die sanitären Verhältnisse. In diesem Fall ist es natürlich auch sehr wichtig, dies bei den Referenzen zu erwähnen, was ich auch getan habe.

Ich würde Workaway jedoch immer wieder nutzen, es gibt so viele tolle Anbieter und schöne Plätze zum Arbeiten.

 

Hast Du schon Workaway genutzt? Wenn ja, was waren Deine Erfahrungen? Hast Du vielleicht noch Fragen dazu, dann schreib es gerne in die Kommentare!

Du möchtest auch das Reisen mit dem Arbeiten verbinden, aber weißt nicht so richtig wie? Dann schau mal hier vorbei. Ich helfe Dir gerne weiter :)!

 

 

14 Responses

  1. Hallo.
    Cooler Artikel 🙂
    Ich habe bisher als Au pair in England gearbeitet und dort auch im bed und breakfast der Familie mitgeholfen.

    Ich gebe derzeit meine Wohnung auf, um ab April de Welt zu bereisen aus einer Kombi von digitaler und analoge Nomade. Im April bis Mitte November gehts nach Neuseeland als Au pair , dann einen Monat Kolumbien und für nächst Jahr sind Thailand und Skandinaven geplant, wo ich sowohl weiter als digitaler Nomade arbeiten möchten , aber meine Unterkunft durch analoge Arbeit verdienen möchte. Ich denke auch das ist so eine andere Art des Reisens – in Thailand habe ich schon woofer Höfe raus gesucht wo man morgens mit pilates machen kann, dann ernten und in den Garküchen mit helfen kann und bei Bedarf auch thailändisch lern

    1. Reisenomadin

      Hi Svenja,

      wow, das klingt wirklich toll und nach einem richtigen Abenteuer! Ich bin schon sehr gespannt, was du berichten wirst :).
      Auf jeden Fall wünsche ich dir eine wundervolle und aufregende Zeit!

      Liebe Grüße,
      Janine

  2. Lernen kann. Für mich ist diese Art des Reisens einfach wunderbar und das eintauchen in Kulturen ist etwas was ich nicht missen möchte.

    Liebe Grüße Svenja

  3. Pingback : Mit Workaway auf Hawaii | Rapunzel will raus

  4. Lisa

    Hallo Janine,

    super Artikel, danke dafür. Ich plane gerade eine Reise nach Großbritannien und möchte einen Monat in England Workaway machen. Geht das einfach so als Tourist? Nur deine Seite hat mir bis jetzt annähernd eine Ahnung gegeben… du schreibst ja, dass das geht. Wie oft hast du das bis jetzt gemacht?

    Viele liebe Grüße

    Lisa

    1. Janine

      Hallo Lisa,

      am besten kann dir Sarah deine Fragen beantworten, da ich mit ihr das Interview geführt habe :). Hab sie bereits instruiert :).

      Liebe Grüße,
      Janine

  5. Hallo Lisa

    Schöne Pläne hast du da! Das wird bestimmt eine tolle Zeit in England. Welche Art von Visum du brauchst, kläre am besten direkt mit den zuständigen Behörden ab. Die Bestimmungen ändern immer wieder und so bist du auf der sicheren Seite. Viele reisen aber für so kurze Zeit auch einfach mit einem Touristenvisum ein und arbeiten damit für Kost und Logie.

  6. Pingback : www.bereisediewelt.de Reisen und Arbeiten in Südamerika - www.bereisediewelt.de

  7. Nay

    Hi, ich bin ein bisschen spät, aber ich hoffe du meldest dich trotzdem zurück. Ich finde deinen Beitrag sehr interessant und aufschlussreich, aber ich verstehe das mit dem Visum noch nicht so ganz, weil ich da verschiedene Dinge gelesen habe. Ich würde sehr gerne in die USA so für einen Monat, eben mit Workaway, aber das Working-Holiday-Visum, das du erwähnt hast gibt es für die USA so ja gar nicht, oder doch? Bist du mit Touristenvisum nach Hawaii eingeflogen oder was genau hast du beantragt?
    Das würde mich jetzt wirklich sehr interessieren, weil ich wirklich gerne dahin möchte…
    LG und danke schon mal im Voraus!
    Nay

    1. Sobald du dich in den USA arbeitstechnisch betätigst, brauchst du ein Arbeitsvisum. Das ist die Theorie. In der Praxis machen das die Meisten mit einem Touristenvisum und hängen es einfach nicht an die grosse Glocke. Wie es schlussendlich für dich vereinbar ist, musst du selbst entscheiden…

  8. Ben

    Hey,
    ich wollte fragen, wie lange der ganze Prozess vorher so ungefähr dauert, also vom Kontaktieren des Hosts bis es dann wirklich losgeht. Wieviel Zeit muss man da einplanen?
    Ich würde gerne schon so ab Oktober/November weg, kann mir aber erst im September einen Account erstellen, weil man dafür 18 sein muss. Einen guten Host habe ich schon gefunden, kann ich aber noch nicht kontaktieren, weil ich keinen Account habe. Und das mit dem Visum dauert bestimmt auch ein wenig, und ich glaube, das kann ich erst beantragen, wenn ich da angeben kann, dass ich dort einen Arbeitsplatz habe.
    Ich habe workaway schon angeschrieben, habe aber eine ziemlich ungenaue, generische Antwort bekommen, die nicht wirklich auf meine Frage eingegangen ist.
    Vielen Dank für die Antwort.

    Mfg
    Ben

  9. Hallo Ben
    Wie viel Zeit zwischen dem Anschreiben und dem tatsächlichen Einsatz liegt, kann ich dir so auch nicht pauschal beantworten. Das hängt natürlich vom Land, der Stelle und dir und deinem Gastgeber ab. An sehr beliebten Orten sind die Chancen so kurzfristig einen Platz zu finden natürlich etwas schwerer (auch je nach Saison). Wenn du aber einen Ort auswählst wo nicht eh schon alle hinwollen, dann glaube ich , ist das auch kurzfristig machbar.

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