22
Dez
2014
Death Valley - Roadtrip durch die USA

Tipps für Deinen Roadtrip durch die USA

Bislang haben mich die Staaten nie sonderlich gereizt, außer mal nach San Francisco oder New York zu fliegen. Bis Steffi mir von ihrem Roadtrip durch die USA erzählte. Kaum ein anderes Land zeigt so eine unterschiedliche und spektakuläre Vegetationen auf wie die USA. Natürlich hat es mich brennend interessiert, wie man so einen Roadtrip organisiert, was zu beachten ist und welche wertvollen Tipps sie für uns hat. Eins steht fest! Sie hat mich überzeugt und ich habe meine Travel Bucket List erweitert.

Hier die Fragen an Steffi:

  1. Woher kam die Idee ein Roadtrip durch die USA zu tätigen?

Die Idee hatten wir schon lange, sie ist ja auch nicht besonders kreativ. Nur die Zeit hatte uns immer gefehlt. Wir haben also „nur“ auf den richtigen Zeitpunkt gewartet an dem genug Zeit und Geld vorhanden sind :).

  1. Wann habt Ihr das gemacht und wie lange ging euer Trip?

Wir waren im Frühjahr fast drei Wochen unterwegs. Wir hatten dort aber auch noch Bekannte besucht – ich denke also, zwei Wochen sollten reichen, aber darunter lohnt sich der lange Flug nicht wirklich.

Santa Monica

  1. Wie sah Eure Route aus?

Wir waren zwei Mal in den USA unterwegs. Der erste Roadtrip verlief, grob gesagt, entlang der Ostküste. Von Nashville, Tennesee durch die Südstaaten nach Orlando etc. und dann über Atlanta und Chattanooga wieder zurück.

Das zweite Mal sind wir dann in New York zwischengelandet, wo wir drei Tage verbracht haben. Das reicht für’s erste Mal und zählt noch als Zwischenlandung – wir mussten also „nur einen“ Flug bezahlen. Von New York aus ging es dann weiter nach Los Angeles. Dort haben wir ebenfalls zwei Tage verbracht und sind dann mit dem Mietwagen, den wir direkt am Flughafen mitnehmen konnten, gestartet. Unsere Reiseroute verlief dann entlang der Westküste nach San Francisco, durch das Death Valley nach Las Vegas. Dort hatten wir den Mietwagen dann am Flughafen zurückgegeben und sind wieder nach Hause gestartet.

Death Valley - Roadtrip durch die USA

Death Valley

  1. Wie sah es mit der Planung aus? Habt Ihr Euch vorab um Unterkünfte gekümmert? Wie habt Ihr Eure Unterkünfte ausgewählt?

Wir hatten lediglich für unseren Zwischenstopp in New York ein Hotel gebucht. Für die restliche Zeit suchten wir uns spontan Motels. Wir blieben da, wo es uns gefallen hat. So waren wir nicht gebunden, flexibel, konnten länger bleiben oder früher abreisen, wenn uns danach war. Übrigens machen so auch viele Amerikaner Urlaub im eigenen Land, entsprechend sind mehr als genug Motels in allen Gebieten vorhanden. Das kann ich wirklich empfehlen, denn man ist spontan und die Preise sind auch in Ordnung.

Die Motels sind immer gut ausgeschildert und nicht zu übersehen. Besonders an den Highways wird man immer fündig. Theoretisch muss man sich also gar nicht richtig „vorbereiten“, man bleibt einfach, wo es einem gefällt. Zu jedem Staat in Amerika gibt es aber auch Heftchen mit Motel-Übersichten und Preislisten. Unsere erste Anlaufstelle in jedem neuen Staat ist immer das „Welcome Center“. Sie liegen an den Highways und man passiert sie automatisch wenn man die Grenze überfährt. Es lohnt sich hier anzuhalten: Es gibt kostenloses Infomaterial über Sehenswürdigkeiten und eben auch Übersichten zu Motels mit Preislisten etc. Dazu kann man noch den einen oder anderen Insider-Tipp von den Einheimischen abgreifen, die dort ehrenamtlich arbeiten. In diesem Heftchen haben wir uns dann bei unserer Motel-Suche grob orientiert, besonders was die Preise angeht.

Was ich auf jeden Fall empfehlen würde ist, sich schon gegen Abend auf die Suche nach der Schlafmöglichkeit zu machen und dann von dort aus zum Abendessen oder ins Nachtleben aufzubrechen.

Grand Canyon

Grand Canyon

 

  1. Brauchtest Du ein Visum? Wie lange hat es wenn gedauert, das zu beantragen?

Ja, um als Tourist nach Amerika reisen zu können benötigt man ein Visum. Ein Touristenvisum (B-2 Visum) kann man ganz normal bei einer amerikanischen Botschaft oder einem Konsulat beantragen. Oder – und das geht schneller und einfacher – mit einer gültigen Einreisegenehmigung einreisen. Die kann man ganz flott hier online beantragen: ESTA

Der Antrag wird dann von der amerikanischen Regierung geprüft und genehmigt. Das geht meistens sehr schnell. Natürlich braucht man dafür einen gültigen Reisepass. Die Reiseerlaubnis ist dann zwei Jahre gültig, es sei denn, der Reisepass läuft vorher ab. Es wird empfohlen, MINDESTENS 72 Stunden vor Reiseantritt die ESTA-Genehmigung zu beantragen. Seit kurzem ist die Registrierung leider nicht mehr kostenfrei.

  1. Wo habt ihr das Auto gemietet und was hat das gekostet?

Wie haben das Auto hier gefunden. Prinzipiell sind Dollar, Enterprice und Co. hier zu empfehlen, da sie Niederlassungen an den Flughäfen haben. Das Auto kann direkt bei An- und Abreise abgeholt und wieder abgegeben werden. Die Kosten variieren hier. Man hat die Wahl zwischen verschiedenen Größen und Ausführungen. Die Benzinpreise sind in den Letzten Jahren stark gestiegen, sind aber immer noch weitaus günstiger als bei uns.

Erwähnenswert ist eventuell noch, dass es in Amerika ein paar Verkehrsregeln gibt, die von unseren abweichen. Es schadet also nicht, sich vorher noch einen kurzen Überblick zu verschaffen. Hier zum Beispiel.

Westküste 3

Westküste USA

  1. Wie sah es finanziell aus? Bargeld, Kreditkarte, Travellerschecks?

Von allem etwas :). Wir hatten ein wenig Bargeld für die ersten Tage getauscht und Travellerschecks besorgt. Sie sind nicht nur sicher, sie eignen sich super um später unkompliziert an Bargeld zu kommen. Man zahlt einfach einen kleinen Betrag mit einem Check und bekommt dann den Rest in Bar ausgezahlt. Allerdings benötigt man in Amerika fast kein Bargeld. Man kann eigentlich überall mit Kreditkarte zahlen – das ist dort Gang und Gäbe, auch für kleinere Beträge. Wer also noch keine Kreditkarte hat: es lohnt sich vor dem Urlaub eine anzuschaffen.

  1. Was habt ihr besichtigt?

Wir haben sehr, sehr viel besichtigt. Unsere Route war ja entsprechend lang. Wir haben natürlich Klassiker besichtigt wie beispielsweise, die Golden Gate Bridge, Alcatraz und die Lombard Street in San Francisco, das Death Valley, den Hoover Dam und den Grand Canyon in Las Vegas, den Central Park, das Crysler Building und Tiffany in New York,…und und und. Haben aber auch ein paar tolle Tipps von Einheimischen bekommen.

Das tolle an Amerika ist, dass es wirklich auf Tourismus, auch für die Einheimischen, ausgelegt ist. Das mögen viele nicht, aber ich fand das sehr praktisch. Egal welche Strecke man wählt, überall stehen Schilder, die auf die nächsten Sehenswürdigkeiten hinweisen, die man sonst ignorieren würde. Wir sind diesen Hinweisen oft spontan gefolgt zu kleinen Buchten mit Robben, schönen Häfen, tollen Aussichtspunkten, etc.

  1. Was waren Deine persönlichen drei Highlights?

Mein wichtigstes Highlight sind die Amerikaner 🙂. Man hört oft, sie seien oberflächlich etc. Das mag in gewisser Weise stimmen, aber noch nie wurde ich in einem Land so nett behandelt. Wir wurden oft angesprochen, woher wir denn kommen und was wir in Amerika schon erlebt hätten. Oft folgt auf solche Gespräche dann sogar eine Einladung. Sei es in die Kirche, wo dort viele soziale Kontakte stattfinden, zu einem Picknick oder falls Feste sind, zu sich nach Hause.

Den meisten Amerikanern war es sehr wichtig, dass es uns dort gefällt. Die Freude darüber, dass man das Land schön findet, hat auf mich immer echt und herzlich gewirkt. Jeder gibt dann Tipps, denen es sich definitiv zu folgen lohnt. Wir hatten beispielsweise eine Route nach San Francisco geplant gehabt. Ein Einheimischer in einem Welcome Center hatte uns dann davon abgeraten und eine etwas längere Alternative entlang der Küste empfohlen. Wir haben den Rat angenommen und es war tatsächlich die schönste Strecke, die ich je gefahren bin. Überall gab es etwas zu sehen. Grüne Wiesen, Meer, Seehunde, Felsige Landschaften, Berge mit Schnee – alles unglaublich vielseitig und alles auf EINER Strecke:

Westküste 2 Westküste 6

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein überraschendes Highlight war für mich Santa Monica, das wir von LA aus besucht hatten. Eine sehr schöne Mischung aus Meer, Strand, Einkaufsmöglichkeiten und guten Restaurants.

Super cool fand ich auch das Death Valley. Obwohl es keinen Handyempfang gibt 🙂 haben wir dort sogar eine Nacht verbracht. Die Landschaft ist sehr vielseitig – am besten haben mir die Sanddünen gefallen. Für Naturliebhaber wirklich einen Abstecher wert!

Steffi am Grand Canyon

Steffi am Grand Canyon

  1. Welche Tipps kannst du anderen noch mitgeben?

Die meisten Tipps finden sich oben :). Aber hier noch ein paar – hoffentlich hilfreiche – zum Abschluss:

Staten Island Blick auf Manhatten

Staten Island Blick auf Manhatten

Die kostenlose Staten Island Ferry fährt rund um die Uhr, zu Hauptzeiten alle 15 Minuten eine. Vom Deck aus hat man einen tollen Panoramablick auf die Skyline von Manhattan und an der Freiheitsstatue kommt sie auch vorbei. Die Fahrt nach Staten Island dauert etwa 30 Minuten.

Tiffany

Steffi @Tiffanys

Für Tiffany-Fans: Der „Klassiker“ in New York findet sich natürlich auf der Fifth Avenue. Die Filiale in der Wall Street (37 Wall Street) ist viel ruhiger und weniger touristisch.

Von Las Vegas aus lassen sich tolle Tagesausflüge zum Grand Canyon machen. Unterwegs kommt man noch am Hoover Dam vorbei. Für einen Tagesausflug sollte man recht früh in Las Vegas starten, man kann aber natürlich auch eine Übernachtung, zum Beispiel in Flagstaff einplanen.

Ganz wichtig: Ein Auto macht in Amerika absolut Sinn. In den wenigsten Städten gibt es öffentliche Verkehrsmittel, wie wir es hier gewohnt sind. Zu Fuß wird auch sehr wenig erledigt. In vielen kleineren Städten gibt es noch nicht einmal überall Gehwege :). Wenn man also nicht gerade in New York unterwegs ist, empfehle ich ein Auto.

 

Wohin geht Dein nächster Roadtrip :)? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

 

 

3 Responses

  1. Pingback : Der Reiseblogger-Wochenrückblick KW 52 | pixelschmitts Reiseblog

  2. Ich liebe die USA und das Land bietet sich wirklich super für Roadtrips an. War schon zwei Mal auf der Klassischen Route im Westen unterwegs (Los Angeles, Las Vegas, San Francisco und National Parks) und vor zwei Jahren haben wir einen Roadtrip durch Florida gemacht. Das Gefühl von absoluter Freiheit ist in Amerika unbeschreiblich…
    Die Amerikaner finde ich auch super und sind wir doch mal ehrlich: Auch wenn es vielleicht nur aufgesetzte Freundlichkeit ist, ist mir diese dennoch lieber als unfreundliche Einheimische.

    Ein kleiner Tipp noch von mir zu den Unterkünften: In der Ferienzeit (also im Sommer wenn auch die Amerikaner Urlaub haben) sollten Unterkünfte lieber vorgebucht werden. Gerade in den National Parks bekommt man sonst kein freies Zimmer mehr.

    Viele liebe Grüße
    Sophia
    http://miss-phiaselle.com/

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