25
Sep
2016
Königssee im Berchtesgadener Land

7 Life Facts – Wie mich das Reisen veränderte

OMG! wirst Du meinen. Nicht noch so ein abgedroschener Artikel über die Lebensweisheiten eines Bloggers. Diese hohlen Phrasen hast Du schon zur Genüge gelesen, genauso wie „kündige Deinen gut bezahlten Job, kauf Dir ein Mac und mache ein Retreat auf Bali“. Keine Sorge, in meinen Artikeln verschone ich Dich mit dem Bullshit Bingo. Meine Texte sollen Dich inspirieren und motivieren. Aber um Himmels Willen habe auch ich die Weisheit nicht mit einem Löffel gefressen, sondern gebe lediglich meinen Erfahrungsschatz weiter. Wen das nicht interessiert, dann einfach nicht weiterlesen.

Also eins muss ich schon vorab nehmen: Das Reisen verändert Dich definitiv, ob Du willst oder nicht! Überraschung, Überraschung, was?

Doch jeden von uns verändert das Reisen auf seine individuelle Art. Angerissen habe ich das Thema damals bereits in meinem Artikel „30 Gründe alles hinzuschmeißen und die Welt zu bereisen“. Zugegeben, die Überschrift ist etwas reißerisch. Es geht mehr über die positive Erfahrung des Reisens. Ein geiles Leben lässt sich nicht unbedingt über Karriere und Sicherheit definieren. Natürlich strebt jeder seine „perfekte“ Lebensform an, doch verliere dabei niemals Deine Ziele aus den Augen.

So, jetzt aber Schluss mit dem Blabla…jetzt kommen die Fakten! Meine Einsichten aus 14 Jahren Reiseerfahrung:

Paphos

Paphos, Zypern

  1. Yes, I can – Du wächst über Dich hinaus

Ich bin von Grund auf kein wirklich selbstbewusster Mensch. Ich habe wenig Selbstvertrauen und vieles traute ich mir auch nicht zu. Von zu Hause aus wurde mir der Rücken nicht gestärkt und ich erhielt wenig Zuspruch. Sätze wie „das kann ich eh nicht“, „das ist völlig unmöglich“, „dafür bin ich nicht klug genug“, „ich habe doch kein Geld“ prägten mein Leben. Doch wenn Du Dich einmal traust ins kalte Wasser zu springen und Möglichkeiten zu suchen, entwickelst Du Mut und Zuversicht. Als ich mit 20 das erste Mal alleine ins Ausland ging (und ich hielt es für völlig unmöglich), habe ich gemerkt, dass es doch geht. Ich kann auf eigenen Beinen stehen und mir passiert nichts Schlimmes. Ich leckte Blut. Wenn ich das kann, dann kann ich auch noch viel mehr, dachte ich mir. Der nächste große Schritt folgte – Exit Indien. Und so ging es immer weiter. Grenzen sind dort, wo Du sie Dir setzt.

Backwaters, Kerala

  1. Hätte, hätte Fahrradkette – Die einzige Grenze ist der Tod

Artikel wie die von Globusliebe „Ein Abschiedsbrief“ oder Reiseaufnahmen „Heldengeschichten von unterwegs zum Abschied“ stimmen mich nachdenklich. Auch ich habe Schicksalsschläge erfahren, habe einen Großteil meines früheren Lebens mit unglücklich sein verbracht. Ich dachte ein guter Job macht mich glücklich und es wird schon irgendwann alles besser. Stattdessen hatte ich immer Panik vor Montag, Angststörungen und fühlte mich ausgebrannt. Alles kann, nichts muss! Wir müssen die Dinge nicht so leben, nur weil sie uns anerzogen wurden. Meine Bucket Liste sollte nicht weiterhin versauern, sondern wollte und möchte weiterhin von mir gelebt werden. Ich will nichts bereuen und intensiv leben!

Der Pico del Teide auf Teneriffa

Pico del Teide, Teneriffa

  1. Give a shit on Status und things

Wir definieren uns über Jobs, Kleidung, Autos und Co., aber wie unwichtig Dir das erscheint, erlebst Du auf Reisen. Mein Erspartes ging schon immer für Ausbildungen und Reisen drauf. Viele Jahre hatte ich kein Bett und kaum Möbel in meiner Einzimmerwohnung. Stattdessen machte ich eine Ayurvedaausbildung, flog ein Flugzeug, lebte am Meer, beobachtete Wale und werde in der Silfra-Spalte zwischen den Kontinentalplatten bald schnorcheln. Das sind die „Dinge“, die mir wichtig sind.

Floating in der Silfra-Spalte

Silfra-Spalte, Island

  1. Weniger ist mehr

Zwangsläufig lernst Du mit weniger auszukommen, schließlich kannst Du nicht Deinen ganzen Haushalt mitschleppen. Wie oft habe ich anfangs geflucht. Aus Indien kehrte ich mit 50 Kg Gepäck inkl. Bandscheibenvorfall zurück. Für meine zweite Reise nach Indien hatte ich nur noch Handgepäck dabei. Klappt nicht immer, aber ich habe bei weitem nicht mehr so viele Dinge dabei. Nach einiger Zeit merkst Du, was Du wirklich brauchst. Minimalismus ist also gar nicht so schwer. Nicht das man das müsste, aber die Schlepperei ist sehr mühselig und Dein Rücken wird es Dir danken. Alles Wichtige passt in einen Koffer oder Rucksack. Und letztendlich zählen die Erfahrungen auf Reisen, die Du für den Rest Deines Lebens hast.

Playa Teresitas

Playa Teresitas, Teneriffa

  1. There is no real religion

Sicher, jedes Land hat seine Religion und Kultur, doch kein Land war schlechter als das andere. Hilfsbereitschaft und Warmherzigkeit habe ich gleichermaßen kennengelernt, selten das Gegenteil. Schauen wir uns IS, Pegida und Co. an….Arschlöcher gibt es überall, auch bei uns. Es ist also egal, ob jemand Christ, Moslem, Hindu oder Buddhist ist. Mit keiner Kultur oder Religion habe ich schlechtere Erfahrungen gemacht.

© Jaro Pustul: Sonnenaufgang in der Sahara Wüste

© Jaro Pustul: Sonnenaufgang in der Sahara Wüste

  1. Demut, Bescheidenheit und Dankbarkeit

Mein Sinneswandel kam mit Indien. Bei meiner Rückkehr wusste ich selbstverständliche Dinge wie Toilettenpapier oder eine heiße Dusche mehr als zu schätzen. In Indien hatte ich das nicht. Ebenso ließ mich der Strom oft im Stich. Das Reisen lehrte mich Demut, Bescheidenheit und Dankbarkeit. Denn nichts im Leben ist selbstverständlich und das musste ich immer wieder erfahren.

In den Backwaters wird gefischt.....

In den Backwaters wird gefischt…..

  1. Reisen inspiriert und beeinflusst Deine Zukunft

Das Reisen bringt Perspektivwechsel, neue Sichtweisen und Denkanstöße, die wiederum Dein Leben verändern könnten. Als ich auf Fuerteventura in einem Clubhotel arbeitete, kam ich zum ersten Mal mit Ayurveda in Berührung. Völlig fasziniert von der ganzheitlichen Medizin entschloss ich mich in Indien eine Ausbildung zur Ayurveda Massage Therapeutin zu absolvieren. Diese Entscheidung nahm eine Kettenreaktion. Später arbeitete ich in der gehobenen Hotellerie. Die Kontakte dort brachten mich zum Fernsehen. Parallel absolvierte ich ein journalistisches Studium, das mir wiederum die Tür für eine Hospitation beim ZDF Singapur ermöglichte. Das Reisen verändert Dich!

Marina Bay Sands in Singapur

Marina Bay Sands, Singapur

Fazit

Das Reisen brachte mir Klarheit, was ich wirklich vom Leben will. Was mir persönlich wichtig ist. Ich brauche kein schickes Auto, ein tolles Haus, geile Klamotten oder sonst dergleichen. Ich möchte einfach nur glücklich sein! Meinen Lebensstandard habe ich komplett runtergefahren. Ich habe bewusst auf die Karriere verzichtet, arbeite weniger, verdiene weniger – gewinne an Zeit und Lebensqualität hinzu. Zeit ist für mich ein kostbares Luxusgut, auf das ich nicht mehr verzichten will. Ich möchte zum größten Teil selber frei entscheiden können, was ich mit dieser Zeit anfange.

Eisenbahnstrecke durch Hanoi

Hanoi, Vietnam

Wie hat Dich das Reisen verändert? Ist bei Dir heute etwas anders als damals?

 

 

2 Responses

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